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17.12.1976

Jahresrückblick 1976 - Erinnern Sie sich

In der letzten CW-Ausgabe des Jahres 1975 begann der Vorspann zum Thema der Woche mit den Worten: "In die EDV ist Ruhe eingekehrt." Befragt wurden damals Anwender nach ihren Zielvorstellungen für das neue Jahr. Man hoffte eine gewisse

Konsolidierung der schnellebigen EDV erreichen zu können. War aber 1976 für den EDV-Mann wirklich ruhig? Hier noch einmal - als Rückblick - einige markante Statements zu den CW-Themen der Woche 1976: hö

"Heiße Eisen werden selten angefaßt", heißt es da zum Beispiel in CW-Ausgabe Nr. 39 vom 24. 9., - zur Diskussion stand die Frage "Arbeitslosigkeit durch Datenverarbeitung"? Es antworteten unter anderem

Hanswerner Gerlich, Regierungsdirektor, Bundesministerium des Innern, Bonn:

"in der Vergangenheit mußten überwiegend Routinearbeiten und Massenprobleme bewältigt werden, und im Rahmen einer derartigen Anwendung der Datenverarbeitung kam es teilweise nicht nur zur Umschulung von Betriebsangehörigen, sondern auch zur Freisetzung. Die Zeit der spektakulären Erfolge dieser Art aus diesen Anwendungen heraus scheint vorbei zu sein ... Die Datenverarbeitung ermöglicht es, Dienstleistungen zu erbringen, die nicht oder nicht in gleicher Qualität erbracht werden können. In diesem Bereich, bin ich eindeutig der Auffassung, werden denkbarerweise sogar neue Arbeitsplätze mit den neuen Dienstleistungen geschaffen werden." Ähnlich

Günther Reusch, Fachbeirat des IKD:

" ... aber wollen wir mit Gewalt beim Steinzeit-Verfahren bleiben und den technischen Fortschritt ignorieren? Gerade die elektronische Datenverarbeitung hat neue, qualifizierte Berufszweige geschaffen - die bestehenden Arbeitsplätze aufgewertet."

Was nach Science Fiction aussah, erwies sich beim näheren Hinsehen als durchaus realistisch: Die Antworten von Spezialisten darauf, wie die Programmierung in zehn Jahren aussehen wird?" (CW

Ausgabe-Nr. 35 vom 27. 8.). Tenor: "Trotz moderner Technik wird auch weiterhin nur mit Wasser gekocht."

Hierzu

Dipl.-Math. Horst Hühnke, Leiter des Instituts für Software-Technologie der GMD, St. Augustin:

"Eher als vorauszusagen, wie die Zukunft aussehen wird, möchte ich eine Abschätzung aufgrund erkennbarer Randbedingungen geben, wie sie aussehen muß, um bewältigt zu werden ... Um Programmieren als Volkssport zu vermeiden, müssen DV-Anbieter ...... schlüsselfertige Lösungen oder kombinierbare Fertig- oder Halbfertigprodukte bereitstellen. Die Aufgabe der DV-Abteilungen der Anwender werden sich damit immer weiter weg von eigenständiger, nur auf einem Betriebssystem aufbauender Entwicklung bewegen: Gemeinsam mit den - Fachabteilungen müssen auf der Grundlage einer Systemanalyse exakte Spezifikationen in einer geeigneten Sprache erarbeitet werden, die die Auswahl eines geeigneten Produktes oder zu kombinierender Teile ermöglichen. Die eigentliche Programmentwicklung wird, wenn auch nicht mehr in der heutigen Form, von Spezialisten bei DV-Herstellern und Software-Häusern vorgenommen werden, die ihrerseits die exakten Produktspezifikationen mit der DV-Abteilung diskutieren. Die angebotenen Software-Produkte ihrerseits müssen ebenfalls exakt und für eine solche Vorgehensweise geeignet beschrieben sein..."

Einen Schritt in diese Richtung versuchte die ADVIS-Software-Partner KG mit dem Software-Werkzeug "Heureka", das nach Vorstellung einigen Wirbel auslöste, so auch durch die Anwender-Statements in CW Ausgabe Nr. 9 vom 27. 2.

Prokurist, Dipl.-Kfm. Rainer Hartmann, Leiter der EDV-Organisation Geha-Werke GmbH, Hannover:

zur Frage "Ist ,Fernwirkungsfreie Programmierung' nur ein Schlagwort?"

" ... eine Abkehr von der konventionellen Weise, Problemstellungen zu analysieren, Programme zu entwickeln und zu dokumentieren, ist einfach unumgänglich ... Keine Methode, die zu hochtransparenten Programmstrukturen und weitgehend selbst dokumentierenden Programmen führt, würde einmal eine spürbare Effizienzsteigerung bei der Entwicklung bringen und - was vielleicht noch wichtiger ist - eine erhebliche Entlastung des späteren Wartungsaufwandes. LSS (Large Scale Standard) ist eine solche Methode ... Schon lange weiß man, daß unkontrollierte Programmsprünge von Übel seien. Der Begriff der Fernwirkung ist eine Weiterführung und Verallgemeinerung dieser Erkenntnis ... Bei uns wird bereits nach der LSS-Methode gearbeitet ..."

Ausnahmsweise nicht auf "Thema-der-Woche-Seite", sondern als Gastkommentar erschien in CW Nr. 32 vom 6. 8. eine kritische Stimme zur wohl wichtigsten Hardware-Neuankündigung des Jahres 1976: IMBs Systeme 370/138 und /148.

Justus Wierzewski, Geschäftsführer der Infodata GmbH, Reibeck bei Hamburg über "die Kehrseite der neuen IBM 138, 148":

"... Sieht man etwas genauer hin, findet man leicht ein Haar in der Suppe. Warum wurden die neuen Modelle nicht auf der

Hannover-Messe vorgestellt? Jeder Interessent hätte eine echte Vergleichsmöglichkeit gehabt. Statt dessen kam die Modellankündigung in der Urlaubszeit ... Mit dem verbilligten Arbeitsspeicher und der gesteigerten Cpu-Leistung können weiterhin unwirtschaftliche, weil total überalterte Systeme am Leben erhalten werden ... Das seit Jahren perfekt funktionierende System des Overselling feiert fröhliche Urständ ..."

Letzte "heiße Meldung" des Jahres 1976: Habemus legem! Ohne Zweifel werden die meisten Anwender - bedingt durch die gesetzlichen Auflagen - am BDSG nicht nur in 1977 zu "beißen haben".

Rüdiger Dierstein, MS Leiter des Rechenzentrums Oberpfaffenhofen des DVFLR:

"... man wird in der Praxis besser daran tun, sich so schnell wie möglich mit seinen Konsequenzen vertraut zu machen ... Die Datenschutzbeauftragten werden - wenn sie sich ihrer Aufgaben annehmen, über Arbeitsmangel nicht zu klagen haben. Und sie werden über ein gerütteltes Maß an Kenntnissen und Erfahrungen auf allen Gebieten der Datenverarbeitung verfügen müssen. ... Die Frage ist nur, wo man diese in aller Eile in so großer Zahl finden kann!"

Kein Mangel an Themen also für die "Thema-der-Woche-Rubrik" auch in 1977.