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23.11.1990 - 

CASE-Kooperationen mit Tandem und DEC

James Martin wird Big Blues proprietäre Systemwelt zu eng

HAMBURG (gfh) - Die James Martin Associates (JMA) bricht mit ihrer CASE-Umgebung "Integrated Engineering Facility" (IEF) zu neuen Systemwelten auf Das Tool soll künftig nicht mehr nur in IBM-Umgebungen, sondern auch auf Rechnern von Tandem Computers und Digital Equipment laufen. Außerdem wird IEF künftig Anwendungen für beliebige Zielumgebungen generieren.

Für die Ausweitung der IEF-Umgebung arbeitet James Martin außer mit seinem langjährigen Partner Texas Instruments jetzt auch mit Tandem und DEC zusammen. Gegenstand dieser Kooperationen ist die Portierung von IEF auf die Rechner der Partner sowohl als Ziel als auch als Entwicklungssystem. Außerdem soll das Produkt gemeinsam vermerktet werden. Während Tandem soeben einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet hat, wird über eine schriftliche Fixierung der bereits bestehenden Projekte mit Digital noch verhandelt.

Der Zusammenarbeit mit DEC kommt insofern besondere Bedeutung zu, als James Martin bei der Software-Entwicklung nicht mehr nur den Richtlinien von IBMs SAA-Unterkonzept AD/Cycle folgen will. "Wir unterstützen sowohl AD/Cycle als auch das damit konkurrierende Cohesion-Konzept von Digital Equipment", verkündet David R. Fairbairn, Group Managing Director bei JMA.

Die Unterstützung dieser zwei unterschiedlichen Entwicklungskonzepte ist nach Angaben von Michael J. Watters, Vice-President und General Manager bei Texas Instruments, möglich, weil beim IEF-Tool die Code-Generierung vorn Design getrennt sei. Dadurch werde es zudem möglich, so betont Watters, sich erst nach der Erstellung der Anwendung für eine bestimmte Zielumgebung zu entscheiden.

Wichtig ist dem JMA-Manager auch, daß sein Unternehmen der IBM bei der Öffnung von CASE für andere Systemplattformen drei Jahre voraus sei. In dieser Zeit könne sich James Martin eine dicke Scheibe aus diesem Wachstumskuchen herausschneiden.

Als besonders vorteilhaft bezeichnet er, daß die Armonker in Sachen Offenheit große Hemmungen hätten, über ihren Schatten zu springen. "Wenn sie das nicht schaffen", so Fairbain, "dann verlieren sie diesen Markt."

Als Beleg für die Offenheit von IEF demonstrierte ein JMA-Mitarbeiter in Hamburg die Portierung einer Personalverwaltungs-Software unter OS/2 auf AIX, das Unix-Derivat der IBM. Dafür reichte es, in vorgegebenen Auswahlfenstern das gewünschte Betriebssystem und die dazugehörige Datenbank anzuklicken. Eine Änderung der Anwendung selbst sei, so versicherte der JMA-Techniker, nicht nötig.

Als Zielsysteme für Portierungen dieser Art kommen zur Zeit die IBM-Betriebssysteme MVS, OS/2 und VM sowie VMS von Digital und die Unix-Derivate von Texas Instruments und Fujitsu in Frage. Weitere Unix-Varianten sollen folgen. Hinzu kommen die Datenbank-Systeme SQL/DS und DB2 von der IBM, Rdb von DEC sowie Oracle. Außerdem ist die Unterstützung der PC-Oberfläche Windows 3 sowie der Unix-Benutzerumgebung OSF/Motif geplant.

Tandem sucht bereits seit längerem nach Entwicklungssystemen für seine Rechner, um den Kunden eine herstellerspezifische hausinterne Abteilung zu ersparen. So kann bereits die CASE-Umgebung IEW von Knowledgeware, das Konkurrenz-Produkt von Integrated Engineering Facility für Systementwicklungen auf Tandem-Rechnern genutzt werden.

Für James Martin bedeutet die Zusammenarbeit mit Tandem eine Ausweitung ihres Kundenpotentials auf Anwender von ausfallsicheren Multiprozessor-Systemen. Zudem gehört der neue Partner zu den wenigen Herstellern, die noch mit zweistelligen Umsatzzuwächsen aufwerten können.

Konkret soll das bisher lediglich unter den PC-Betriebssystemen das und OS/2 laufende IEF-Werkzeug bis Mitte nächsten Jahres auf die Tandem-Rechner gebracht werden, die Portierung der dazugehörigen Enzyklopädie erst 1992 erfolgen. Bis dahin läuft diese Metadatenbank allein auf IBM-Großrechnern unter MVS.