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23.06.1989 - 

US-Marktbeobachter warnen vor fernöstlicher Offensive:

Japan lauert auf seine Chance im SW-Markt

FRAMINGHAM (IDG) - Die US-amerikanische Softwareindustrie bewegt sich im Verhältnis zur japanischen Konkurrenz ungefähr dort, wo sich die Halbleiterindustrie 1977 befand. So eine der Aussagen eines neuen Adapso-Reports über japanische Weichware und die Bemühungen der Asiaten. in diesem DV-Bereich stärker exportorientiert Fuß zu fassen.

Weltweit gesehen, ist die US-amerikanische Position im Bereich der Software bislang unangefochten. US-Unternehmen beliefern den Softwaremarkt mit ungefähr 70 Prozent aller Produkte und sind mit knapp über 50 Prozent größter Anwenderstaat. Der Weltmarkt, der 1988 auf 50 Milliarden Dollar geschätzt wurde, soll nach Expertenmeinung bis zum Jahr 2000 schlichtweg explodieren und zum Wechsel des Jahrtausends die Ein-Billionen-Dollargrenze überschreiten.

Doch obwohl noch große Probleme auf seiten der Japaner ausgemacht werden, warnt die Computer Software and Services Industry Association Adapso davor, die japanischen Aktivitäten im Software-Markt mittel- und langfristig zu unterschätzen.

Schon jetzt haben die Japaner gewisse Schwachpunkte im Softwarebereich festgestellt - und wenn immer sie solche Schwachpunkte eines Marktes ausgemacht haben, ist es für die Asiaten keine Frage von Zeit oder des Geldes, bis sie erfolgreich eingreifen, befürchten amerikanische Experten.

So sind die asiatischen Mitbewerber bereits unter Führung von Fujitsu ins Silicon Valley vorgedrungen - Fujitsu eröffnete als erstes Unternehmen aus Fernost bereits 1983 ein Entwicklungszentrum in Kalifornien. Auch Sony Microsystem Co in Palo Alto, Hitachi America in San Bruno und Ricoh Software Research in Santa Clara bringen bereits japanische Software ins Land und wollen dort demnächst eigene Entwicklungszentren aufbauen.

Gewarnt wird von der Adapso vor allem deswegen, weil japanische Aktivitäten im Gegensatz zu europäischen normalerweise für lange Zeit im Verborgenen bleiben und so nur schwer abschätzbar sind. Und in der Tat haben die Unternehmen aus Fernost ihre Anstrengungen in diesem Segment in den letzten Jahren erheblich gesteigert. So fließen bereits 30 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen von Hitachi in die Software; vor wenigen Jahren lag dieser Anteil noch bei zehn Prozentpunkten.

Toshiba etablierte vor kurzem eine "Softwarefabrik" mit 3000 Softwarespezialisten zu Entwicklung kommerzieller und industrieller Programme, und auch NEC ist nicht untätig: 400 Millionen Dollar fließen jedes Jahr in die Software-Entwicklung.

US-Experten erwarten, daß die Asiaten mit einer Drei-Wege-Strategie in den Markt einsteigen werden: zuerst über die Hardware zur Öffnung des Marktes, dann über die Systemsoftware hin zur Anwendungssoftware. Hier mag auch Unix Wasser auf die Mühlen gießen: Sanyo beispielsweise hat rund 100 technische und grafische Pakete für seine Unix-Workstation im Angebot.

Dennoch gibt es Barrieren, die überwunden werden müssen. Zu ihnen zählen nicht nur Fragen der Sprache und Mentalitätsunterschiede, sondern auch Ausbildungsprobleme. Es wurde errechnet, daß der Bedarf an Spezialisten in Fernost bei ungefähr 1,6 Millionen Mitarbeitern für das Jahr 1990 liegt, aber nur rund eine Million ausgebildeter Softwerker zur Verfügung stehen.