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05.06.1981 - 

Europäische Industrie hinkt mal wieder hinter Fern-Ost her:

Japan liegt in Mikroelektronik vorn

London (VWD) - Europa hängt im Vergleich mit Japan und den USA in der Anwendung der Mikroelektronik und bei der Herstellung von integrierten Schaltkreisen zurück. Nimmt man den Stand der Anwendung der Mikroelektronik als Maßstab für die industrielle Leistung eines Landes, so ist nach Berechnungen des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT), Japan führend.

Mit einem Anteil von zwölf Prozent am Brutto-Sozialprodukt der westlichen Welt entspricht Japans Inlandsmarkt 20 Prozent des westlichen Mikroelektronikmarktes, so BMFT-Direktor Uwe Thomas auf der Londoner Welt-Elektronikkonferenz. Die USA verfügen mit 33 Prozent BSP-Anteil allein über einen Inlandsmarkt, der 45 Prozent des Mikroelektronikmarktes ausmacht. In der Bundesrepublik Deutschland sind beide Anteile mit neun Prozent etwa gleich groß.

Bei der Produktion integrierter Schaltkreise stelle sich die Situation für Europa noch ungünstiger dar. Hier hielten US-Firmen 1980 zwei Drittel des Marktes, japanische ein Viertel, und nur die restlichen zehn Prozent blieben den europäischen Herstellern überlassen. Um den Zustand zu ändern, muß dem synergetischen Effekt zwischen Herstellern und Anwendern höchste Bedeutung eingeräumt werden, meinte Thomas.

Der Markt für die Anwendung der Mikroelektronik werde nur dann wachsen, wenn es mit den von der Technologie angebotenen Möglichkeiten Gemeinsamkeiten gebe und wenn von der Wechselwirkung zwischen Herstellern und Anwendern kräftige Innovationsimpulse ausgingen. Nur bei starker Nachfrage hätten die europäischen Mikroelektronikhersteller eine Chance auf dem Weltmarkt. Enorme Anstrengungen in Forschung und Entwicklung seien dazu noch notwendig, deren Finanzierung aus dem relativ kleinen Verkaufsvolumen nicht einfach sei.

Nach Ansicht von Thomas kann die Entwicklung der Mikroelektronik-Firmen in Europa auf eine offensichtlich vertikale Struktur hin gegenüber den zumeist reinen US-amerikanischen Mikroelektronik-Gesellschaften zum Vorteil gereichen, da damit die Anwendung in Systemen marktorientierter entwickelt werde. Daraus resultiere auch die Hoffnung, daß in einigen Jahren die deutsche und europäische Branche auch ohne Regierungsunterstützung den internationalen Wettbewerb bestehen könne.