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16.04.1981

Japaner bauen Führung aus:US-Chip-Hersteller langsam und teuer

ESCHBORN (VWD) - In einer kritischen Situation befinde sich die amerikanische Halbleiter-Industrie. Überkapazitäten und Konkurrenzdruck der japanischen Anbieter, so eine Branchen-Analyse des amerikanischen Wertpapier-Maklers Bear Stearns, hätten dazu geführt, daß die Amerikaner ihren Führungsanspruch in diesem Markt weitgehend aufgeben müßten.

Die noch vor zwölf Monaten beklagten Liefer-Engpässe seien jetzt da sich die Wirtschaft in einer Rezession befinde, in eine Schwemme umgeschlagen, so daß derzeit der Druck auf Preise und Gewinn-Margen durch das hohe Angebot sehr stark sei.

Die Hersteller-Preise seien in den letzten zwölf Monaten um 60 Prozent gesunken. Die Japaner hätten liefern können, als die amerikanischen Hersteller mit den Engpässen kämpften.

US-Führung im Militärbereich

Der Führungsanspruch der Amerikaner beschränke sich mittlerweile auf bipolare integrierte Schaltungen die hauptsächlich im militärischen Bereich eingesetzt werden.

Wie die Analyse zeigt, sind diese Preise zwar noch relativ stabil, jedoch auch sie sind seit Anfang dieses Jahres um 15 Prozent gefallen. Als Grund wird angegeben, daß der Kapazitäts-Ausbau nicht stark vorangetrieben worden sei, aber eine weiterhin starke Nachfrage im militärischen Bereich existiere und daß die Japaner noch nicht in diesen Markt eingestiegen sind. Ein Rückgang der nominalen Auslieferungen um 14 Prozent und eine Verringerung der Gewinne um 20 bis 40 Prozent sind nach Ansicht von Bear Stearns zu erwarten.

Gewinnprognose negativ

Im MOS-Bereich werden nur die drei größten Hersteller mit Gewinn arbeiten, vermutet der Makler. Der Fixkosten-Anteil sei unverhältnismäßig hoch und die Produktionstechnologie zu komplex, um die Fertigung den jeweiligen Nachfragen schnell anpassen zu können.

Hier sind die Japaner, die ihre Produktion auf Kosten der Preise und Gewinne hochhalten, den amerikanischen Herstellern wiederum überlegen; die Einstellung und Wiederaufnahme der Fertigung verursacht sehr hohe Kosten, die Amerikaner aber, so heißt es, verfolgen dieses Prinzip dennoch.

Bear Stearn stellt fest, daß die Japaner bereits 50 bis 60 Prozent des Marktes für dynamische 16 K-RAMs kontrollieren.

Der Gesamtanteil der japanischen Produkte im amerikanischen Halbleiter-Markt ist von 2,5 Prozent auf rund acht Prozent in den letzten vier Jahren gestiegen. Die Asiaten hätten zudem den amerikanischen Technologie-Vorsprung Zug um Zug aufgeholt und jetzt schon, so VWD, die Führung bei 64 K-RAMs inne.

Selbst bei statischen 16 K-RAMs seien die US-Hersteller mit fast dreimal so hohen Lieferpreisen unter japanischen Druck geraten.