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26.06.1987 - 

Währungsverschiebungen lassen US-Anbieter abrutschen:

Japaner in der Mainframe-Hitliste weit vorn

NEW YORK (CW) - Das Doppelunternehmen Unisys war zwar dem Umsatz nach im Kalenderjahr 1986 der zweitgrößte Verkäufer von DV-Produkten, doch bei Mainframes - 1985 war hier Sperry die Nummer zwei gewesen - drängten sich die Japaner vor. Auf dem Großrechner-Siegertreppchen der "Datamation 100" steht die IBM, eingerahmt von Fujitsu und NEC.

Kräftige Umschichtungen gegenüber dem Vorjahr weist die soeben veröffentlichte Branchen-Hitparade des amerikanischen Fachmagazins. Datamations im Gefüge der DV-Industrie aus. Die deutlichste Veränderung ergab sich aus der Aufwertung von Mark und Yen gegenüber dem Dollar: Japaner und Europäer drängten nach vorn, denn aus nur 15 Prozent D-Mark-Zuwachs bei Siemens-Mainframes wurden auf Dollarbasis 55,8 Prozent, und NECs 32prozentiges Yen-Plus schlägt sich in der US-Währung als Steigerung um 87 Prozent nieder. Da konnten freilich amerikanische Unternehmen nicht mithalten, wenn sie - wie IBM - nur 3,1 Prozent mehr mit Großrechnern umsetzten.

Von den zehn größten Anbietern der Branche hatten daher 1986 nur noch fünf Konzerne ihren Stammsitz in den USA. Hinter den drei Spitzenreitern IBM, Unisys und DEC folgen gleich drei japanische Mischkonzerne, bei denen die DV-Produkte nur einen Geschäftsbereich von vielen bilden: Fujitsu, NEC und Hitachi. Mit Siemens (Rang 8) und Olivetti (Rang 10) sind außerdem erstmals zwei Europäer unter die Top Ten gekommen.

Anders als in der Fortune-500-Chart, deren Grundlage die Geschäfts- und nicht die Kalenderjahre sind, erscheint in den "Datamation 100" Digital Equipment auf dem dritten Platz hinter dem Burroughs-Unisys-Konzern. Um zu einer gültigen Aussage über die Marktbedeutung der einzelnen Unternehmen zu kommen, rechneten die Datamation-Autoren auch die Sperry-Umsätze aus der Zeit von Januar 1986 bis zur Übernahme mit ein; die Differenz von zwei Milliarden Dollar reichte aus, um die Positionen 2 und 3 umzukehren.

Eine Umsatzsteigerung hat Unisys allerdings nicht vorzuweisen. Die Einnahmen saldierten sich 1986 mit 9,43 Milliarden Dollar nur auf 99,9 Prozent der addierten Vorjahresergebnisse beider Vorgängerfirmen. Bei den Großrechnern des neuen Unternehmens konstatiert die Datamation-Redaktion, die die Anteile der einzelnen Produktgruppen (wie Mainframes, Minis, Mikros, Peripherie, Software oder Service) zum Teil nur schätzen konnte, sogar einen tiefen Einschnitt. Um ein Sechstel sei der Umsatz zurückgegangen.

Bei Minicomputern verteidigte DEC souverän den zweiten Rang. Nach 1,6 Milliarden Dollar entfielen auf dieses Segment 1986 etwa zwei Milliarden Dollar, freilich nur zwei Drittel dessen, was Big Blue mit der Mittelklasse eingenommen haben soll. Hewlett-Packard schaffte gut die Hälfte. Der stärkste Japaner, die Toshiba Corp., erreichte Platz 5 und ist damit Wang dicht auf den Fersen.

Der Sektor Mikrocomputer ist noch nicht in japanischer Hand. Auf den ersten fünf Rängen hat sich nichts geändert; hinter IBM (5,65 Milliarden Dollar) und Apple (1,78 Milliarden) behauptete sich Olivetti mit einem währungsbedingten Plus von 43,3 Prozent auf 1,27 Milliarden Dollar. Erst hinter Tandy und Unisys, aber vor Compaq, folgt NEC.

Den Softwaremarkt beherrscht - wie auch, sämtliche Hardware-Teilmärkte einschließlich Peripherie - die IBM. Mit mehr als 5,5 Milliarden Dollar übertrifft Big Blues Umsatz mit System- und Anwendungssoftware die Summe der entsprechenden Einnahmen aller übrigen Anbieter innerhalb Datamations "Top 15 in Software". Nur im Sektor Service erscheint der Armonker Riese als Zwerg. Lediglich 300 Millionen Dollar bedeuten hier Rang 14 - weit abgeschlagen hinter den Milliardenbeträgen von TRW, ADP oder EDS.

Der DV-Markt wächst übrigens laut Datamation noch durchaus ansehnlich. Der gesamte Umsatz der 100 größten Anbieter mit Hardware, Software, Zubehör und Dienstleistungen wuchs 1986 um 17 Prozent auf 177 Milliarden Dollar; diese Steigerungsrate wäre freilich ohne die Nachfrage außerhalb des Dollarraums bescheidener ausgefallen.

Von den Teilmärkten entwickelten sich Service (6,7 Prozent des Branchenumsatzes), Wartung (13,3 Prozent) und PCs (10,9 Prozent) am besten, während sowohl Mainframes (15, 9 Prozent) als auch Minis (9,7 Prozent) Marktanteile verloren. Der dickste Brocken im DV-Budget, die Peripherie stagnierte bei 27 Prozent. Auch die Softwareanbieter konnten ihren Anteil am Gesamtgeschäft nicht ausweiten; er liegt wie bisher bei 7,5 Prozent.