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Bundesrepublik einziger EG-Markt ohne Beschränkung:


27.02.1981 - 

Japanische Herausforderung annehmen

MÜNCHEN (gr) - Es liege an uns, wie sich die japanische Konkurrenz auf dem bundesdeutschen Markt weiterentwickelt. Diese Ansicht vertrat Bodo Boettcher, Geschäftsführer des ZVEI - Zentralverbandes der Elektroindustrie, Frankfurt, auf einer Mitgliederversammlung in Berlin. Mittlerweile ist die Bundesrepublik das einzige EG-Land, das der japanischen Herausforderung nicht mit Protektion der heimischen Wirtschaft begegnet.

Die japanische Wirtschaft wird bald das Niveau der bundesdeutschen Industrie erreicht haben. Als Ursache dieser Entwicklung sieht das der Industrie nahestehende Institut der Deutschen Wirtschaft, Köln, die konsequente Anwendung neuer Technologien und die hohe Investitionsquote dieses Landes an. Sollten die abflachenden Steigerungsraten der Produktivität in der Bundesrepublik und die kräftigen Steigerungen in Japan während der kommenden Jahre anhalten, hätte die japanische Wirtschaft das durchschnittliche Niveau der deutschen Industrie eher vor als nach 1985 eingeholt, prophezeit das Institut.

Obwohl EG-Kommissar Wilhelm Haferkamp jetzt wieder betont, daß das Heil Europas keinesfalls im Protektionismus liegt, verlangen immer mehr Länder und Industriezweige nach Importrestriktionen. Seit Ende Januar haben die Benelux-Länder die Geltungsdauer von Importzertifikaten für japanische Produkte von sechs auf drei Monate gekürzt. Für 1981 hofft Haferkamp auf eine Verbesserung der europäisch-japanischen Beziehungen. Als positiv erachtet er beispielsweise, wenn sich die Zahl der abgeschlossenen Joint Ventures oder technischen Kooperationen zwischen Partnern beider Wirtschaftsräume erhöht.

Diesen Weg beschreiten die japanischen Rechner-Hersteller in Europa wie in den USA. Ab 1. März wird Sharp Electronics, US-Tochter der Sharp of Japan, in Vertriebskonkurrenz zu Radio Shack treten, die bisher mit dem Vertrieb der Mikrocomputer betraut waren. Nach Ansicht von Fachkreisen wird Sharp in dieser Politik nur Vorreiter sein. Eine Reihe japanischer Hersteller dürfte sich nach und nach von seinen Distributoren trennen oder in Konkurrenz zu Vertragshändlern treten. Auf dem deutschen Mikro-Markt arbeitet Sharp eigenen Angaben zufolge nur über Kompensationsgeschäfte. Über Kooperationsvereinbarungen umgehen die japanischen Großrechner-Hersteller Hindernisse wie Sprache und Marktkenntnis. In den USA vertritt Amdahl beispielsweise Füjitsu; NAS vertreibt Hitachi-Rechner.

In Europa zeigt die Entwicklung ähnliche Züge. Siemens arbeitet seit Jahren mit Fujitsu zusammen. Die BASF ging vergangenen Jahres eine Vertriebskooperation mit Hitachi ein, Olivetti eröffnete sich mit Hilfe desselben Herstellers das Großrechner-Geschäft. Bis aber die Ablösung der europäischen Rechner-Hersteller durch ihre japanischen Kooperations-Partner eintritt, dürfte bei äußerst erklärungsbedürftigen Produkten wie Großrechnern und zugehöriger Software noch einige Zeit vergehen.

In ihrem jüngsten Geschäftsbericht weist der japanische Elektronik-Konzern Hitachi deutlich auf seine Ambitionen im Auslandsgeschäft hin. Ziel sei nicht nur, den Export von Rechnern über das OEM-Geschäft fortzusetzen. Vielmehr werde gleichzeitig im Geschäft außerhalb Japans auf lange Sicht der Vertrieb unter eigenem Namen angestrebt.