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31.05.1991 - 

Schneller als die amerikanische Cray

Japans Supercomputer kommen: RZ der Uni Köln setzt auf NEC

KÖLN (pi) - Der japanische Supercomputer "NEC SX-3/11" bewältigt jetzt im regionalen Rechenzentrum der Universität Köln (RRZK) die Rechenaufgaben der Wissenschaftler. Das mit dem derzeit schnellsten Einzelprozessor ausgestattete Modell, so die Universtät, löst das Control-Data-Modell Cyber 72/76 ab.

Das Rechenzentrum steht allen wissenschaftlichen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. 1990 griffen bereits zehn davon auf das damalige Control-Data-System zu. Technisch völlig veraltet, konnte das Cyber-Rechensystem des US-Herstellers dein Bedarf nicht mehr gerecht werden. Die Universität entschied sich daher für den Superrechner SX-3/11 von NEC. Im November 1990 erfolgte die Installation des SX-3/11-Modells, der reguläre Betrieb wurde im Februar 1991 aufgenommen. Knapp acht Wochen später lagen 70 Anmeldungen für Projekte wie Schwerpunkt-Vorhaben und Sonderforschungen aus den Bereichen Chemie, Geophysik und Physik vor, deren Anforderungen bereits über der Rechenkapazität der momentanen Ausbaustufe lagen.

Das System arbeitet unter dem Unix-Derivat "Super-UX' und findet nach Universitätsangaben bei den Benutzern gute Akzeptanz. Die Hauptanwender sind Naturwissenschaftler und Mathematiker. Ebenso haben jedoch Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler die Möglichkeit, Modellrechnungen und Optimierungen durchzuführen. Zudem könne der Rechner von Medizinern und Medienwissenschaftlern für grafische Darstellungen und Animationen genutzt werden.

NEC-SX-Zentrum wird zum Kompetenzzentrum

Die Spitzenleistung des SX-3-Prozessors beträgt 1,37 Gigaflops. Die Kapazität des Hauptspeichers wird mit 256 MB angegeben. Ferner sind ein 1-GB-Erweiterungsspeicher und 20 GB Kapazität auf einem Plattenspeicher vorhanden. Der Zugriff erfolgt vom Anwender direkt über einen Unix-Arbeitsplatz-Rechner. Zudem arbeitet der NEC SX-3/11 im Hintergrund für lokale Minisuper-Computer, zum Beispiel Convex-Systeme, die in Bielefeld, Bonn und Duisburg installiert sind.

Finanziert wurde das Umstellungsprojekt im Rahmen eines Kooperationsabkommens mit NEC. Die Vereinbarung umfaßt die Jahre 1991 und 1992 und beinhaltet, daß NEC den Supercomputer innerhalb dieses Zeitraums zu den Kosten, die die Cyber 72/76 verursacht hätte, zur Verfügung stellt. Das damit entstandene NEC-SX-Zentrum deklarierten die Vertragspartner zum europaweiten Kompetenzzentrum.

Für Amerikas Supercomputer-Industrie wird es immer schwerer, gegen die Hochleistungstechnologie der Japaner anzutreten. Dreimal schneller als der Hochleistungsprozessor des US-Konkurrenten Cray Research Inc. habe der NEC-Rechner dem RRZK zufolge im Rahmen eines Gen-Forschungsprojekts einen Algorithmus abgearbeitet. Daher planen den Kölnern zufolge bereits zwei weitere europäische Institute die Installation eines Supercomputers von NEC. Sowohl die Luft- und Weltraum-Förschungsbehörde der Niederlande (NLR) als auch das Schweizerische Wissenschaftliche Rechenzentrum CSCS sollen sich für ein japanisches Modell entschlossen haben. Jedoch meldet auch der US-Hersteller Cray eine Neuinstallation in Europa, ebenfalls auf dem Hochschulsektor. Das erste Modell des Hochgeschwindigkeits-Servers "Cray-Y-MP2E" wurde im regionalen Computer Center der Universität Stuttgart plaziert (siehe CW20/9l,S.64). +