Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

01.08.1997 - 

Interview

"Jasmine wird auch für Transaktionen positioniert"

CW: Sie haben sehr lange gebraucht, um die neue Openingres-Version 2.0 zu entwickeln. Sind Sie mittlerweile nicht ein wenig zu spät dran?

Gupta: Wir haben lange mit Kunden daran gearbeitet, Openingres zu dem zu machen, was die Anwender fordern. Im letzten Jahr wurde Openingres 1.2 fertiggestellt und ausgeliefert. Seit der Akquisition wurden somit jedes Jahr neue Versionen herausgebracht. Ich denke, wir arbeiten schneller als jeder andere Datenbankhersteller. Betrachten Sie etwa Oracle. Version 8.0 wurde 1993 von Firmenchef Larry Ellison angekündigt, und erst jetzt ist das Produkt erhältlich.

CW: Oracle hat seine neue Datenbank mit objektrelationalen Features ausgestattet und sie als Multimedia-Datenbank positioniert. Haben Sie ähnliche Pläne?

Gupta: Was Oracle 8.0 in bezug auf neue Datentypen und Multimedia bietet, ist nichts Neues. Wenn Sie sich Openingres 1.0 anschauen, und zwar nicht einmal die aktuelle Version, dann sehen Sie dort schon seit vier Jahren erweiterte, vom Anwender definierbare Datentypen. Wir haben Partner, die bereits spezielle Lösungen, etwa geografische Bibliotheken oder ähnliches, anbieten.

CW: Wie steht es mit Video und Audio?

Gupta: Auch dafür sind die Partner zuständig. Wir glauben allerdings nicht, daß relationale Datenbanken die richtige Multimedia-Lösung sind. Für jeden Job sollte es das richtige Werkzeug geben. Deshalb haben wir Jasmine rein objektorientiert entwickelt.

CW: Oracles Idee ist es, einen weichen Übergang anzubieten. Sie machen dagegen einen klaren Schnitt zwischen den beiden Welten.

Gupta: Wir bieten unseren Kunden von dem Punkt aus, an dem sie heute sind, einen gangbaren Pfad zu objektorientierten Datenbanken und Technologien. Jasmine als echte Objektlösung kann auf relationale Datenbanken zugreifen. So lassen sich auch vorhandene Daten nutzen, um Applikationen mit Bildern, Tönen oder Videoclips anzureichern. Kunden werden beides benutzen, sowohl relationale wie auch Objektdatenbanken.

CW: Jetzt haben Sie zwei Datenbanken im Portfolio, wie positionieren Sie die?

Gupta: Das ist mit einem einfachen Vergleich zu erklären. Wie benutzen Sie Messer und Gabel? Beide haben besondere Aufgaben. Das eine Werkzeug ist zum Schneiden, das andere zum Aufspießen und Essen. Vergleichbares gilt für Datenbanken. Jede Lösung ist für bestimmte Arten von Informationen besonders geeignet, und beide müssen zusammenarbeiten. Alles in einer einzigen Datenbank zu vermischen macht keinen Sinn, denn die darunterliegende Struktur ist dafür nicht konzipiert.

CW: So wie Objektdatenbanken nicht für Transaktionsverarbeitung konzipiert sind...

Gupta: Vor zehn Jahren startete der Markt für relationale Systeme. Zwei Phänomene gewannen damals an Bedeutung: Das war das Client-Server-Computing und die grafische Benutzeroberfläche. Damals hat man bezweifelt, daß GUI und Client-Server lukrative Märkte sind. Geld wurde mit Mainframe-Transaktionen verdient. Und was ist passiert? Mit GUIs und Client-Server werden heute Transaktionen abgewickelt.

CW: Sie meinen demnach, auch mit Objektdatenbanken sind Transaktionen möglich?

Gupta: Warum nicht? Tatsächlich können Objektdatenbanken heute keine großen Datenvolumina bewältigen. Wir wollen das aber bei Jasmine implementieren. Solche Funktionen sind notwendig, um eine Objektdatenbank auch für übertragungskritische Anforderungen einzusetzen. Wir positionieren Jasmine auch in diesem Bereich.

CW: Welche Datenbank ist Ihre strategische Lösung?

Gupta: Beide. Es gibt nicht die eine strategische Datenbank. Für existierende Transaktions-Applikationen ist Ingres wichtig. Für Multimedia- und Internet-Applikationen sowie geschäftskritische Anwendungen im Web haben wir Jasmine entwickelt.

CW: Was wird auf Dauer die wichtigere Lösung sein?

Gupta: Ich denke, in acht oder zehn Jahren werden die Multimedia-Applikationen die Hauptanwendungen sein. Natürlich wird es dann auch noch die heutigen Lösungen geben. Ingres bleibt weiterhin ein strategisches Produkt, doch Jasmine wird in zwei Jahren zu einem aufregenden Tool heranreifen.