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19.10.1984 - 

DGB übt Kritik am Mikroelektronikkonzept Bayerns:

Jaumann: 20 000 neue Arbeitsplätze

MÜNCHEN (VWD) - Mit der Schaffung von 20 000 Arbeitsplätzen in der Elektronikindustrie des Freistaates rechnet der bayerische Wirtschaftsminister Anton Jaumann für die kommenden vier bis fünf Jahre. In den Jahren 1985 bis 1988 sollen insgesamt 42 Millionen Mark für die Mikroelektronik-Forschung außerhalb der Universitäten ausgegeben werden.

Der Staat soll trotz dieser Förderungen nach dem Dafürhalten Jaumanns nur flankierend und koordinierend tätig werden. Es solle in Bayern keine Kopie des amerikanischen Silicon Valley entstehen, sondern eine ausgewogene Struktur zwischen wenigen Großbetrieben und einer großen Anzahl mittelständischer Unternehmen auf dem Gebiet der Mikroelektronik herrschen. Neue Technologien seien entscheidend zur Wahrung der wirtschaftlichen Position Bayerns, betonte Jaumann.

Dies beweist nach den Worten des Ministers auch eine zweijährige Untersuchung über die elektronische Bauelementeindustrie in Bayern, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums erstellt wurde. Danach sei diese Industrie der größte Arbeitgeber des Landes mit mehr als 230 000 Arbeitsplätzen. Jeder vierte bundesdeutsche Arbeitsplatz der Elektrobranche befinde sich in Bayern. In der Mikroelektronik seien rund 110 000 bayerische Arbeitnehmer beschäftigt. Von den rund 600 Softwareanbietern der Bundesrepublik seien knapp 40 Prozent in Bayern angesiedelt, obgleich dort nur 17,4 Prozent der Bevölkerung lebten. Fast die Hälfte des weltweit verwendeten Reinstsiliziums werde in Bayern hergestellt. In den vergangenen Jahren seien in der Mikroelektronik in Bayern 10 000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden.

Scharfe Kritik an dem Mikroelektronikkonzept der bayerischen Staatsregierung übte der DGB-Landesbezirksvorsitzende Jakob Deffner. Es lese sich wie der Werbeprospekt eines Elektronikunternehmens. Wer den verstärkten Ausbau der Mikroelektronik mit massiver finanzieller Unterstützung der Staatsregierung das Wort rede, ohne dabei die sozialen Folgen für Arbeitnehmer überhaupt in Rechnung zu stellen, ignoriere in unverantwortlicher Weise lebenswichtige Interessen Zehntausender von Arbeitnehmern, gab Deffner zu bedenken.