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27.07.2001 - 

Angriff auf Suns Softwareplattform

Java-Blockade: Windows XP kommt ohne JVM

MÜNCHEN (CW) - Neuer Schlag gegen Java: Microsoft hat angekündigt, die Java-Unterstützung aus seinem kommenden Windows XP zu entfernen. Auch bei der kritisierten Produktaktivierung von Windows XP gibt es Neuigkeiten.

Die Gates-Company wird mit Windows XP keine Java Virtual Machine (JVM) mehr ausliefern, diese jedoch separat zum Download über das Internet anbieten. Dennoch möchte das Unternehmen diesen Schritt nicht als Java-Blockade verstehen, wie Produkt-Manager Tony Goodhew beschwichtigte: "Wir haben die Art der Verteilung der JVM geändert - von einer vorinstallierten Komponente zu einer Installation auf Anforderung." Ihm zufolge hängt der Schritt mit der Vereinbarung zusammen, die nach dem Rechtsstreit mit Sun geschlossen wurde.

Sun hatte erfolgreich gegen die Veränderungen der Redmonder an Java geklagt. Die Gates-Company modifizierte in der Vergangenheit ihren Java-Compiler und die Laufzeitumgebung für Windows, so dass diese teilweise inkompatibel zum von Sun gehüteten Standard waren. Teil der Vereinbarung zwischen Microsoft und Sun ist, dass die Redmonder die Entwicklung ihrer JVM einstellen und die Software auf längere Sicht auslaufen lassen.

Sun hat nun öffentlich auf Microsofts Ankündigung geantwortet. Das Unternehmen bezeichnete den Schritt als Versuch, Anwender und Entwickler zu schädigen. Unter anderem seien sieben Millionen Web-Seiten mit Applets betroffen. Die McNealy-Company bestreitet auch, dass das Entfernen der JVM eine notwendige Konsequenz aus dem Rechtsstreit sei.

Experten sehen in Microsofts Java-Schachzug einen klaren Zusammenhang mit der .NET-Strategie. In seinen Grundzügen weist .NET klare Parallelen zu Java auf, unter anderem sorgt darin eine JVM-ähnliche Laufzeitumgebung für eine kontrollierte und sichere Ausführung von Programmen.

Die Auswirkungen der neuen Java-Strategie dürften sich für die Anwender in absehbarer Zeit in Grenzen halten. Einige PC-Hersteller wie Dell haben bereits angekündigt, dass sie Windows XP mit der JVM ausliefern werden. Außerdem erhalten Unternehmenskunden die JVM von Microsoft mit der Windows-CD. Dennoch dürften sich viele Entwickler nun überlegen, ob sie in Zukunft Client-seitige Applets in Web-Seiten einbinden, wenn eine wachsende Zahl von Surfern potenziell mit dem Hinweis auf einen 5 MB großen Download belästigt wird.

Microsoft hat sich noch weitere Stolpersteine für Java einfallen lassen. So werden die Sicherheitseinstellungen beim "Internet Explorer 6", der mit Windows XP ausgeliefert wird, bestimmte Java-Programme blockieren, die als potenzielle Träger von E-Mail-Viren erachtet werden. Erstaunlich ist dieser Schritt insofern, als Java aufgrund seines Sandbox-Sicherheitskonzepts nur in den seltensten Fällen böswilligen Code ausführt, während die berüchtigten Active X Controls von Microsoft für schädliche Programmausführungen berüchtigt sind.

Verfeinerte ProduktaktivierungKurios mutet vor diesem Hintergrund eine Meldung des Branchendienstes "Computerwire" an, derzufolge Microsoft Japan zusammen mit dem Unternehmen Aplix Corp. eine Java-Umgebung für sein Embedded-Betriebssystem "Windows CE 3.0" entwickelt hat.

Neuigkeiten gibt es auch bei der umstrittenen Produktaktivierung (WPA) für Windows XP, die als Antipirateriemaßnahme das System an die PC-Hardware koppeln soll. Mit der bisher gezeigten Form waren viele Betatester unzufrieden, weil der Austausch von wenigen Hardwarekomponenten eine erneute Aktivierung per Hotline-Anruf erforderte. Im fertigen Produkt soll nun eine verfeinerte Variante zum Einsatz kommen, die es unter anderem ermöglicht, nach bestimmten Zeitabständen weitere PC-Umbauten vorzunehmen.

Auch die Präsentation der Aktivierung am Bildschirm soll vereinfacht werden, um dem vielfach geäußerten Verdacht entgegenzuwirken, das Unternehmen wolle die Anwender ausspionieren. PC-Hersteller werden überdies die Möglichkeit haben, die Aktivierung im Werk vorzunehmen, so dass nur wenige Anwender mit dieser Prozedur behelligt werden.