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09.06.2000 - 

IBM überrascht durch Zurückhaltung

Java-Gemeinde nimmt J2EE nur zögerlich in Lizenz

MÜNCHEN (CW) - Entgegen vollmundiger Ankündigungen ist die Schar der Hersteller, die Suns Technologie für die Server-seitige Anwendungsentwicklung "Java 2 Enterprise Edition" (J2EE) tatsächlich nutzen, bisher klein. Selbst Java-Verfechter IBM ist noch kein offizieller Lizenznehmer.

Rund sechs Monate nach der Freigabe der J2EE-Standards meldet Sun folgende Lizenznehmer: Art Technology Group, Bea Systems, Bluestone Software, Compaq Computer, Gemstone Systems, Hitachi, Interworld, Persistence Software, SAS Institute, Silverstream Software, Sybase und die Sun-Netscape-Allianz I-Planet. Nun hat dieser Tage auch Oracle bekannt gegeben, die Vorgaben der Java-Hüter zu verwenden.

Ein weiteres Dutzend potenzieller Lizenznehmer der insgesamt neun Standards umfassenden Sun-Technologie hält sich indes noch zurück. Prominentester Vertreter unter ihnen ist IBM, die stets als einer der wichtigsten Java-Fürsprecher aufgetreten ist. Ob und wann sich die Haltung des größten IT-Konzerns ändern wird, war bis Redaktionsschluss nicht zu erfahren.

Überarbeiteter Java Community ProcessMarktbeobachter erklären die Haltung des Herstellers damit, dass dieser eine stückweise Umsetzung der Standards bevorzugt und daher noch keine Lizenz beantragt hat. Als weiterer Grund für die schleppende Umsetzung von J2EE gilt Suns zögerliche Informationspolitik bezüglich des Prozederes bei der Lizenznahme, was zu zeitlichen Verzögerungen geführt hat. Auch sind offenbar einige Hersteller grundsätzlich nicht mit den Lizenzbestimmungen einverstanden und zeigen sich beispielsweise skeptisch gegenüber dem von Sun geforderten Zeitplan bei der Umsetzung von J2EE.

Zumindest was die Mitbestimmung bei der Weiterentwicklung der Java-Plattform betrifft, hat Sun mittlerweile einen demokratischeren Weg eingeschlagen und will noch diese Woche Version 2.0 des Standardisierungsverfahrens Java Community Process (JCP) veröffentlichen. Diese sieht mehr Mitsprache der Lizenznehmer bei der Annahme oder Ablehnung von Java Specification Requests (JSR) sowie bei der Zusammenstellung von Expertenteams vor (ausführlich zum JCP siehe CW 11/00, Seite 17). Sun behält sich jedoch ein Vetorecht vor, falls Eingriffe am Java-Core drohen.

Laut George Paolini, Vice President Java Community Software Products & Platforms, sieht der JCP 2.0 übergangsweise zwei Executive Committees mit jeweils zwölf beteiligten Herstellern vor. Im November sollen die Komitees durch gewählte Mitglieder ersetzt werden. Aufgabe der ersten Gruppe ist die Fortsetzung der Standardisierung der "Java 2 Micro Edition" (J2ME) für Embedded- Systeme. Die andere Gruppe soll J2EE für die Server- und "Java 2 Standard Edition" (J2SE) für die Desktop-Entwicklung betreuen. Bei größeren geplanten Veränderungen an den genannten Standards muss zuvor die Zustimmung Suns sowie mindestens eines Drittels der Komiteemitglieder vorliegen. Zudem behält der Hersteller auch weiterhin sein Vetorecht bei Eingriffen in den Sprachstandard sowie Java Virtual Machines.

Paolini sieht allerdings mit dem JCP 2.0 auch Probleme auf die Java-Standardisierung zukommen. So drohe einerseits eine zunehmende Bürokratisierung und damit Verlangsamung des Prozesses. Zudem gehen weiterhin Hersteller wie Microsoft und Hewlett-Packard eigene Wege.