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02.01.1998 - 

Thema der Woche

Java und NT sind die Leittechniken für 1998

Extranets als Basis für den E-Commerce

Geldverdienen im Internet bleibt für die breite Masse auch 1998 noch Zukunftsmusik, da es an der Infrastruktur und der Kundenakzeptanz mangelt. Lediglich die Anbieter von Online-Werbeplätzen, allen voran die Suchmaschinen-Betreiber, werden nennenswerte Umsätze einfahren. Dabei wurden eigentlich alle Voraussetzungen für den E-Commerce geschaffen. Diesseits des Atlantiks entwickelte Security-Produkte durchdringen, ungeachtet der US-Exportbeschränkung für Verschlüsselungstechnik, den europäischen Markt. Ferner gibt das Signaturgesetz in Deutschland Rechtssicherheit im elektronischen Geschäftsverkehr, und mit Zahlungssystemen wie SET lassen sich Rechnungen online begleichen.

Dennoch wird sich E-Commerce auf Business-to-Business-Geschäfte innerhalb der wachsenden Zahl von Extranets beschränken. Denn hier versprechen sich die Verantwortlichen große Einsparungen bei Routineverfahren wie zum Beispiel Bestellungen. Außerdem gibt das Web dem dahindümpelnden Electronic Data Interchange (EDI) neuen Schwung. Statt über dedizierte Netzverbindungen tauschen Organisationen ihre Daten über Extranets aus.

Viele Softwareschmieden richten ihr Produktportfolio auf die Integration von Business-Software ins Web aus. Besonders das Verarbeiten von Transaktionen im Internet dürfte einen wahren Boom erleben, wenn Unternehmen verstärkt ihre Applikationen für Partnerfirmen, Lieferanten oder Händler öffnen.

Hier kommen dann Internet-Service-Provider (ISP) ins Spiel, die neben dem reinen Zugang auch Web-Server-Kapazität, Transaktionslogik und Sicherheitstechnik bieten können. Zudem verlangen die Anwender ihren Diensteanbietern Bandbreitengarantien ab. Ein weiteres Betätigungsfeld für Provider verspricht die Internet-Telefonie zu werden. Allerdings können nicht alle ISPs im Wettbewerb bestehen, insbesondere für Anbieter ohne internationale Rückendeckung wird die Luft dünn. Spannend bleibt auch die Frage, wie AOL gedenkt, den übernommenen Konkurrenten Compuserve in die eigene Geschäftsstrategie einzubinden.

Anders als das Milliardengeschäft mit E-Commerce rücken professionelle Java-Anwendungen in greifbare Nähe. Unbeirrt von ersten Fehlstarts wie der Office-Suite von Corel wollen Sun, IBM, Netscape und andere die plattformunabhängige Programmier- und Ablaufumgebung für Enterprise-Anwendungen ins Rennen schicken. Dank entsprechender Module werden Java-Programme in der Lage sein, Transaktionen und Datenbankzugriffe besser abzuwickeln. Eine schnellere Version der Java Virtual Machine überzeugt dann möglicherweise auch Skeptiker von der Tauglichkeit der Java-Technik. Bleibt nur noch die Frage, ob sich der verunsicherte Anwender für die Windows-Alleinregierung oder die Java-Koalition entscheidet.

In dieser Kürze läßt sich nur ein Teil des Internet-Spektrums abdecken. Weiterhin spannend bleiben auch Themen wie Push und Web-to-Host sowie neue Web-Standards. Frank Niemann, Ressort Internet

Schwere Zeiten für den Monopolisten Microsoft

Microsoft geht es sicher nicht an den Kragen. Aber nach dem Monopolismus-Urteil gegen das die Wahlfreiheit des Kunden aufhebende Bundling von Betriebssystem und Browser hat das Unternehmen den Ruf der Unverletzbarkeit eingebüßt - und die möglichen Kläger stehen schon Schlange. Bei Partnern und Anwendern zieht das Marktführerschaftsargument nach wie vor, aber die Branche wird künftig den Gates-Visionen nicht mehr blind vertrauen, sondern auf ihre Umsetzbarkeit achten. Das trifft insbesondere auf Microsofts Versprechen zu, Betriebssysteme, Datenbanken, System-Management-Features und andere Software für den unternehmensweiten Großeinsatz reif zu machen. Keine Frage, Windows NT setzt sich als Abteilungs-Server durch. Aber selbst die Portierung auf fehlertolerante Hochleistungsrechner hilft bei der Ausdehnung des Geschäftsfelds wenig, schon weil funktionierende Middleware für die Einbindung in die meist nach wie vor heterogene Unternehmens-DV fehlt. Hier hat der herstellerunabhängige Corba-Standard, insbesondere in Kombination mit dem Internet Inter-ORB Protocol (IIOP), die weitaus besseren Karten als das in reinen Windows-Umgebungen erfolgreiche Active X oder das vage DNA-Konzept, das nicht für Desoxyribonucleinsäure, sondern für Distributed Internet Applications Architecture steht.

Doch Microsoft liefert nicht allein Softwarethemen. Im Vordergrund stehen bei den meisten Anwendern statt dessen Euro-Einführung und Jahr-2000-Projekte. Wichtige Rationalisierungsaufgaben etwa im Bereich Dokumenten-Management und Workflow werden dafür zurückgestellt.

Falls dennoch Programmierkapazitäten frei sind, dann dienen sie vor allem der Erweiterung von Legacy-Anwendungen um Inter- und Intranet-Module. In diesem Bereich ist auch die sogenannte Front-Office-Software für Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten sowie E-Commerce im Kommen. Da es dabei um maßgeschneiderte Anwendungen mit direktem Kundenkontakt geht, werden die Anwender hier wieder mehr selbst programmieren. Ähnliches gilt für die Data-Warehousing-Projekte, die vor allem bei Banken und Versicherungen mit Hochdruck realisiert werden - oft ebenfalls mit Internet-Techniken. Dabei wird sich die Alltagstauglichkeit der vielgepriesenen Programmiersprache Java insbesondere bei den für dieses Jahr angekündigten Java-Anwendungen beweisen müssen. Die technischen Vorteile, die enge Verbindung zum Internet und die Chance, sich damit einen gewissen Freiraum gegenüber dem Monopolisten Microsoft zu verschaffen, sprechen gegen ein Scheitern der DV-Konzepte um Java.

Neue Trends gibt es aber nicht nur bei der Individual-Programmierung. Im Standardsoftware-Bereich hat in diesem Jahr die Verbesserung der Zulieferketten hohe Priorität erhalten. Außerdem will die SAP zeigen, was sie unter Modularisierung versteht - besonders viel sollte man davon jedoch 1998 noch nicht erwarten.

Last, but not least tut sich einiges bei den Datenbanken. Informix muß seine Überlebensstrategie vorlegen. Das Universal-Server-Konzept, das auch Oracle und die IBM verfolgen, wird sich 1998 gegen Kopplungen von Objektdatenbanken und relationalen Systemen zu behaupten haben. Eine Entscheidung ist allerdings erst später zu erwarten, da die reinen Objektdatenbanken noch nicht die nötige Akzeptanz gefunden haben. Hermann Gfaller, Ressortleiter Software

Der mit Verträgen und Beziehungen jongliert

Wir befinden uns auf dem Weg zur Dienstleistungsgesellschaft, so heißt es. Ehemalige Produktionsbetriebe wie die International Business Machines Corp. sind heute stolz darauf, mehr als die Hälfte ihrer Einkünfte im Service-bereich zu erzielen. Auch die DV-Zentralen der Unternehmen haben den Dienst am Kunden, sprich: Anwender, mehr oder weniger freiwillig zur Maxime ihres Handelns erhoben.

Damit die Servicementalität kein bloßes Lippenbekenntnis bleibt, gehen immer mehr Unternehmen auf Nummer Sicher. Sie lagern ihre Infotechnik in eine eigene Tochtergesellschaft aus. Die kann dann gleich mal nachweisen, daß ihre Leistungen konkurrenzfähig sind. Und falls ja, so läßt sich damit vielleicht auch noch kräftig Umsatz generieren. Denn - auch wenn Hardware immer billiger und Software zur Commodity wird - Dienstleistungen bleiben individuell und damit teuer.

Andererseits krankt die ausgelagerte IT-Abteilung an denselben Symptomen wie ein externer Outsourcing-Anbieter: Ihr fehlt der unmittelbare Einblick in die Geschäftsabläufe. Jahrzehntelang haben Unternehmensberater und Analysten beklagt, daß Chefetage und Rechenzentrum nicht an einem Strang zögen. Die Chancen dafür stehen schlechter als je zuvor, seit das überschaubare RZ einem komplexen Geflecht von Lieferanten- und Dienstleisterbeziehungen Platz gemacht hat.

Deshalb schicken sich internationale Großunternehmen an, die für tot erklärte IT-Zentrale neu zu beleben. Der DV-Leiter ist tot, es lebe der Chief Information Officer. Die Aufgabe des CIO besteht darin, das Wissen um die Geschäftsziele in konkrete IT-Leitlinien und -Projekte zu übersetzen. Diese Interface-Funktion unterscheidet ihn vom DV-Leiter alter Prägung.

Informations-Manager wie Cinda Hallman (Dupont) oder Chittur Ramakrishnan (Siemens) haben früher ein tausendköpfiges Heer von Mitarbeitern befehligt. Um ein weitverzweigtes Mobile von Beziehungen und Verträgen auszubalancieren, genügen ihnen heute wenige, sorgfältig ausgewählte Assistenten. Ihrer Stellung im Unternehmen hat das keinen Abbruch getan. Im Gegenteil: Sie befinden sich genau im Zentrum des Geschehens - dort, wo sich entscheidet, ob der Konzern langfristig Erfolg haben wird. Karin Quack, Ressortleiterin Praxis

Unternehmenskultur bedeutet Mitarbeiterbindung und Erfolg

In diesem Jahr schlägt die Stunde der Wahrheit für IT-Unternehmen und Abteilungen in Sachen Personal. Firmen, in denen Unternehmenskultur allenfalls in den Weihnachts- und Neujahrsansprachen oder den Sonntagsreden der Chefs stattfindet, müssen 1998 um ihre guten IT-Beschäftigten, und mittlerweile nicht nur um die, fürchten.

Große - Politiker würden sagen historische - Aufgaben warten auf die Datenverarbeiter, und das bei einem im wahrsten Sinne des Wortes leergefegten Arbeitsmarkt. Die Jahr-2000-Umstellung, um nur ein Beispiel zu nennen, rückt in die entscheidende Phase - für viele Unternehmen ein Grund, ihre gesamte IT-Strategie unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls neu auszurichten.

Wilde Geschichten passierten schon im vergangen Jahr, wenn man Insidern glauben darf. Eine Menge IT-Rentner wurden reaktiviert, Mitarbeiter im großen Stil abgeworben; Experten, die ihren Arbeitgeber verlassen haben, sind als Berater zurückgekommen, natürlich zu ganz anderen Konditionen etc. Diese Entwicklung wird sich 1998 fortsetzen - und in erster Linie die Sonntagsredner treffen.

Vor allem Anwenderunternehmen sollten sich darauf einstellen, daß ihnen die Mitarbeiter zu Systemhäusern abwandern oder daß sich begehrte Fachleute selbständig machen. Jeder möchte verständlicherweise von dieser Boomphase profitieren. Viele Unternehmen können vom Gehalt und den Karriereperspektiven her mit Systemhäusern nicht mithalten. IT-Firmen zahlen in der Regel besser. Und was die Karriere angeht: Spätestens beim DV-Chef ist Schluß, und auf diesen undankbaren Posten drängt sich derzeit sowieso keiner.

Wer also in diesem Jahr als IT-Chef nicht in die Röhre sehen will, muß kräftig in seine Mitarbeiter investieren und das Arbeitsumfeld angenehm gestalten. Und wer Neueinstellungen plant, muß sich als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Oft reicht schon ein Blick auf den Messestand eines Unternehmens auf der CeBIT oder der Systems, um zu ahnen, wie weit Anspruch und Realität auseinanderliegen. Hans Königes, Ressortleiter Karriere

Die Client-Debatte rüttelt die Hersteller wach

Auch wenn es einige schon nicht mehr hören mögen: Die Diskussion um Thin Clients in der Unternehmens-DV wird 1998 nicht abreißen. Im Gegenteil: Nach der Vorstellung einer eigenen "Lean-Client"-Variante wird die aufgeschreckte Intel Corp. voraussichtlich einige der großen Hardwarehersteller für das "neue Konzept" gewinnen können. Mehr denn je stehen Anwender vor der Qual der Wahl. Dies gilt auch für die theoretischen Grundlagen, mit denen Branchenexperten (und solche, die sich dafür halten) IT-Verantwortlichen zu vermitteln versuchen, wie diese ihre DV-Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) in den Griff bekommen können.

Allen Unkenrufen zum Trotz scheint die Client-Debatte letztlich doch Positives zu bewirken. Die Verwaltbarkeit von Desktop-Systemen, vor allem auch in heterogenen Netzen, wird sich weiter verbessern. Ob dies nun in Form der bisher wenig akzeptierten Net PCs, NCs oder Managed-PCs geschieht, kann dem Anwender egal sein. Wegen der Unterstützung durch Microsoft dürften die ursprünglich nur gegen die Network Computer positionierten Windows-based Terminals leichte Vorteile beim Kampf um die Kunden haben.

Auf der Server-Seite wird es auch 1998 zahlreiche Vorstellungen im NT-Umfeld geben. Nachdem einige Anbieter, darunter Hewlett-Packard, Data General, NCR oder Axil, bereits Acht-Prozessor-Systeme für den Betrieb mit dem Microsoft-System präsentiert haben, werden im Laufe des Jahres wohl auch die Branchenschwergewichte Compaq und IBM folgen - allerdings mit einer Chipsatzarchitektur von Intels Gnaden. Der Umstand, daß die Skalierfähigkeit von NT ebenso wie leistungssteigernde Clustering-Optionen nach wie vor auf sich warten läßt, scheint die Hersteller kaum zu stören. Den RISC/Unix-Protagonisten bleibt nicht viel anderes übrig, als ebenfalls an der Leistungsschraube zu drehen, um den Multiprozessor-Boliden wenigstens im High-end die Zukunft zu sichern.

Im Desktop-Segment wird mit Silicon Graphics einer der letzten RISC-Workstation-Anbieter auf die Wintel-Linie einschwenken. Wie lange Sun sich den politisch motivierten Unix-only-Kurs leisten kann, bleibt vor allem angesichts der jüngsten Absprachen mit Intel (siehe Seite 1) eine offene Frage.

Daß der Mainframe auch 1998 seinen Platz in der DV-Landschaft etlicher Großanwender behalten wird - mit leicht veränderten Aufgaben -, ist dagegen fast schon eine Binsenweisheit. Wolfgang Herrmann, Redakteur Hardware

Die neuen Wettbewerber der Telekom müssen in ihre Rolle hineinwachsen

Was liegt aus Sicht der Communications näher, als den Ausblick auf das neue Jahr mit seiner Stunde Null zu beginnen. Mit dem Knall der Sektkorken in der Sil- vesternacht ist nun das letzte Monopol der Telekom gefallen und der deutsche TK-Markt auch für Anbieter im Bereich der Sprachkommunikation offen. Während für Privatkunden eine völlig neue Situation entsteht, sind die IT-Profis der Großunternehmen durch die Corporate-Network-Regelung der Vergangenheit für den Wettbewerb bereits sensibilisiert.

Trotzdem ist die Relevanz des Datums 1. Januar 1998 auch für sie nicht zu unterschätzen. Sobald nämlich die neuen Konkurrenten der Telekom in ihre Rolle hineingewachsen sind, ist in Zukunft mit zusätzlichen Diensten, weiter sinkenden Tarifen sowie mehr Kundenservice (Customer Care) zu rechnen. Dies gilt sowohl für das Angebot im professionellen wie auch privaten Bereich. Der Regulierer wird maßgeblich darüber entscheiden, wie schnell der Übergang von Monopolstrukturen zum freien Wettbewerb gelingt. Zusätzliche Bewegung könnte ins Spiel kommen, wenn das Iridium-Konsortium sein Satellitennetz fristgerecht Ende 1998 in Betrieb nimmt und weitere Konkurrenz zu den nationalen Fest- und Mobilfunknetzen schafft.

Stichwort Konkurrenz: Obwohl es zum Teil einem Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen gleichkommt, werden der Asynchronous Transfer Mode (ATM) und Gigabit Ethernet auch weiterhin als konkurrierende Technologien gehandelt.

Wenn ein Vergleich überhaupt zulässig ist, dann im Bereich des LAN. Die Gunst der Anwender auf breiter Front wird dieses Jahr keines der beiden Verfahren gewinnen. Leichte Vorteile dürften, wenn überhaupt, bei Gigabit Ethernet liegen, vorausgesetzt, die Standardisierung wird pünktlich im März abgeschlossen. Sollten die Hersteller rasch mit Produkten reagieren, werden viele Unternehmen wahrscheinlich ihrer Ethernet-Linie treu bleiben.

Ob hingegen der Token-Ring seine Nutzer weiterhin für sich einnehmen kann, ist stark zu bezweifeln. Die im zweiten Halbjahr 1997 gestartete High-speed-Token-Ring-Initiative kommt fast zu spät, gibt einigen Entscheidern aber sicher noch eine harte Nuß zu knacken beim Entschluß über die künftige Netztopologie.

Wer die Wahl in puncto Netzleistung noch etwas hinauszögern möchte, kann sich zum Teil mit den diversen Switching-Techniken behelfen, die auch 1998 boomen werden. Mehr Leistung im Network sollen dabei Layer-3-Switches bringen. Doch kaum haben die Hersteller halbwegs taugliche Produkte auf den Markt gebracht, ist schon die Rede von Layer-4-Switching. Dieses Verfahren soll Applikationsinformationen wie zum Beispiel TCP-Port-Nummern nutzen, die bestimmten Anwendungstypen zugeordnet werden, um darauf basierende Pakete zielgerichteter zu versenden oder zu priorisieren. Hier könnte sich ein großer Trend für das Jahr 1998 abzeichnen. Natürlich gibt es noch viele andere Bereiche, die eine Prognose lohnen. Zum Beispiel den Adapterkrieg zwischen 3Com und Intel, die Entwicklung des 56K-Modemstandards, SNA und die TCP/IP-Welt etc. Alle können hier nicht beleuchtet werden. Ein kurzer Ausblick auf das System-Management sei aber noch erlaubt. Die Integration von Verwaltungswerkzeugen in die Frameworks stand im Mittelpunkt des letzten Jahres. Dieser Prozeß ist aber keineswegs abgeschlossen. Mit den in einigen Monaten zu erwartenden Web- und Java-basierten Techniken dürfte sich die Integration einfacher gestalten, da endlich einheitliche Schnittstellen zur Verfügung stehen. Ein weiterer Trend könnte sich aus den Ankündigungen einiger Hersteller ergeben, künstliche Intelligenz und Data-Warehouse-Verfahren in ihre Plattformen einzubauen. Peter Gruber, Ressortleiter Communications

Partner für SNI und DEC sowie die ewige Frage: Quo vadis, Novell?

Fakten, Zahlen, Fusionen - mit dem Blick in die Kristallkugel tut sich der Wirtschafts-Chronist bekanntlich schwer. Aber genug des Selbstmitleids. Wie wäre es mit "Quo vadis, Novell"? Was geschieht mit Apple? Bleiben Digital Equipment und Unisys selbständige Anbieter? Verschwindet Informix von der Bildfläche? Man muß kein Prophet sein, um zu wissen, daß zumindest diese fünf Unternehmen auch 1998 ein Thema sein werden.

Schafft die schwer angeschlagene Macintosh-Company das Comeback? Die Chancen für die Kalifornier dürften allenfalls 50:50 stehen. Ähnliches gilt für Novell. Die Zukunft des früheren Netzwerkprimus steht mehr denn je auf tönernen Füßen. Hoffen auf wieder profitablere Zeiten und damit Netware 5 heißt dort die Devise! Welcher Geschäftsbereich wird von Digital als nächstes feilgeboten? Vielleicht hat man sich in Maynard aber auch nur für einen Bräutigam hübsch gemacht. Compaq soll bereits mehrfach Avancen gemacht haben. Für die Texaner böte sich aber auch noch eine andere Braut mit Dienstleistungs-Know-how als Mitgift an: Unisys.

Apropos Compaq: Was passiert 1998 mit den Großen der Branche - oder denen, die es werden wollen? Man darf zum Beispiel gespannt sein, ob die Mannen um Compaq-Chef Eckhard Pfeiffer ihrem Ziel, ein 40-Milliarden-Dollar-Unternehmen zu werden, näherkommen. Das Geschäft als Komplettanbieter in Sachen Enterprise Computing will jedenfalls gelernt sein, und die sicher nicht einfache Integration der Neuerwerbung Tandem könnte bereits die Nagelprobe sein. Cisco Systems am Scheideweg - als Mutter aller Internet-Hardware Dritter im Bunde bei "Wintelco" oder zurück zu den Anfängen einer einfachen Router-Company? Auf jeden Fall dürfte 1998 für die bis dato verwöhnten US-Netzwerkfirmen kein einfaches Jahr werden. Enttäuschende Quartalszahlen bei 3Com und Cabletron, hinter denen eine Tendenz stecken könnte, lassen grüßen!

Und die tatsächlichen Big Player? IBM, ein noch marktorientiertes Unternehmen mit entsprechender Umsatzrendite oder eher eine Großbank mit angeschlossenem Produktvertrieb ê la Siemens?

Warten wir es ab. Auch im Falle Microsoft. NT als Hansdampf in allen Enterprise-Computing-Gassen, mag sein. Doch auch beim Softwaregiganten aus Redmond hält die Wallstreet einen kräftigen Dämpfer bei Wachstum und Gewinn für nicht ausgeschlossen. Wie nervös die Börsianer reagieren können, weiß seit kurzem auch Larry Ellison. Oracle in der Krise - eine durchaus mögliche Überschrift für 1998. Anders formuliert: Das Problem klassischer Datenbankhersteller mit Windows NT und dem SQL Server. Womit wir auch bei Informix wären. Wagt hier jemand eine seriöse Prognose? Aber vielleicht in puncto Siemens-Nixdorf (SNI) und SAP. SNI-Chef Gerhard Schulmeyer wird den großen internationalen Partner präsentieren, der die Münchner endlich zu dem macht, was sie immer schon sein wollten: ein Global Player. Und für die Walldorfer dürfte auch 1998 aus (geografischer) CW-Sicht gelten: Im Nordwesten nichts Neues. Gerhard Holzwart, Ressortleiter Wirtschaft