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06.02.1998 - 

Gastkommentar

Javas haben wir den da?

Alle Jahre wieder glaubt die Softwarebranche, das Ei des Kolumbus gefunden zu haben, und Euphorie greift um sich. Der neue Erlöser ist da - diesmal in Form einer Kaffeebohne.

Sicher, die flächendeckende Verfügbarkeit des Internet eröffnet neue Geschäftsfelder - hier ist Hochstimmung durchaus angebracht. Und um die Web-Seiten zu animieren und mit etwas Logik zu versehen, ist eine spezialisierte Programmiersprache von Vorteil, zum Beispiel Java.

"Genau", sagte sich Sun-Chef Scott McNealy und begann die Marketing-Trommel zu schlagen. Und weil das Internet gut ist, ist auch Java gut. Plötzlich findet er Gehör mit: "Think Java. Write new applications in Java. Rewrite legacy apps with Java." Schnell stellen sich Verbündete wie Oracle-Chef Larry Ellison ein. Daß die Kampfgemeinschaft in erster Linie gegen Microsoft arbeitet und höchstens in zweiter für die Anwender, wird gerne verdrängt. Zu verlockend ist das von Sun verkündete Mantra "Write once - run everywhere." Doch Applikationen werden durch das Internet gewiß nicht weniger komplex - und Java bietet zur Lösung dieses Problems keine neuen Ideen, im Gegenteil! Also beginnen seriöse Analysten wie Diebold zu warnen: "Java kann die aktuell im Einsatz befindlichen Programmiersprachen mittelfristig nicht ersetzen." Selbst die versprochene echte Plattformportabilität ist derzeit aufgrund des Gerangels mit Microsoft in weite Ferne gerückt. Aus den Entwicklerstuben schallt es daher: "Write once - test everywhere."

Java wird einen angemessenen Platz in der Landschaft der Programmiersprachen, Tools und Methoden finden, aber sicher weit diesseits dessen, was uns das Marketing der Java-Allianz einzureden versucht.