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16.06.2006

Jboss geht unter dem Dach von Red Hat in die Offensive

Der Kern der Management-Software wird Open Source und erstes Applikations-Framework freigegeben.

Wenige Tage zuvor war die Übernahme durch Red Hat endgültig unter Dach und Fach gekommen. So konnte Jboss seine weltweite Anwenderkonferenz in Las Vegas zu einem selbstbewussten Auftritt nutzen.

Zum Auftakt veröffentlichte die eigenständig agierende Red-Hat-Tochter ihren Softwareagenten, der den Kern von "Operations Network" (ON) bildet, als Open Source. ON ist eine Management-Software für die "Jboss Enterprise Middleware Suite" (Jems). Sie macht es möglich, Applikationen auf der Basis von Jems zu konfigurieren, zu administrieren, zu überwachen, zu verteilen und automatisch auf einen neuen Stand zu bringen. Dabei lässt sich ON mit anderen Systemverwaltungs-Tools wie Microsoft Operations Manager oder der Open-Source-Lösung "Nagios" verknüpfen.

System-Management mit Open-Source-Tools

Erklärtermaßen ist es das Ziel von Jboss, ON und das rudimentäre Management-Tool der Muttergesellschaft, "Red Hat Network" zu einem Werkzeug zu vereinen, mit dem sich das Betriebssystem und die Middleware steuern lassen. Indem das Unternehmen ON als Open Source zur Verfügung stellt, strebt es aber mehr an: Interessierte Entwickler sollen weitere Management-Agenten für andere Middleware-Produkte und für Datenbanksoftware programmieren. Shaun Connoly, Vice President Product Management bei Jboss, beklagte, Open-Source-Management-Tools wiesen keine durchgängige Technik auf. Mit der Öffnung von ON möchte sein Unternehmen die Entstehung von Basisstandards im System-Management mit Open-Source-Tools vorantreiben.

Darüber hinaus gab Jboss in Las Vegas das Applikations-Framework "Seam 1.0" frei, dessen vorab veröffentlichte Entwicklungsversion schon Aufmerksamkeit erregt hat. Seam bringt Techniken wie Ajax (Asynchronous Javascript and XML), Java Server Faces (JSF), Enterprise Javabeans (EJB) 3.0, Java Portlets, Business Process Management (BPM) und Workflow unter einen Hut. Entwickler können damit komplexe Web-Anwendungen mit einfachen annotierten Pojos (Plain Old Java Objects), UI-Widget-Komponenten und einfachem XML zusammenstellen.

Um das möglich zu machen, dehnt Seam das annotationsgetriebene Configuration-by-Exeption-Programmiermodell von EJB 3.0 auf den gesamten Web-Applikations-Stack aus. Durch die Brücke zwischen EJB 3.0 und JSF entsteht ein vereinigtes, eng integriertes Applikationsmodell, das zustandslose (stateless), zustandsbehaftete (stateful), transaktionale und prozessgetriebene Anwendungen wie Workflow und Pageflow möglich macht. Seam soll leicht anzuwenden und einfach mit anderen Jboss-SOA-Techniken zu integrieren sein.

Eigenes Förderprogramm für Software as a Service

Außerdem hat Jboss das Programm "Certified Software as a Service" (SaaS) gestartet. Es soll Softwareherstellern und Hosting-Anbietern helfen, ihre Lösungen mit der Jboss Enterprise Middleware Suite als Bestandteil ihrer SaaS-Infrastrukturen zu erstellen und einzusetzen. Dazu bietet das Programm Test-Tools, Methoden und Best Practices zur Zertifizierung der Interoperabilität von gehosteten Jems-basierenden Applikationen. Über das Jboss Operations Network können die Certified-SaaS-Partner ihre SaaS-Infrastruktur vom Betriebssystem bis hin zu Jems-basierenden Applikationen konfigurieren, überwachen, aktualisieren und einrichten. (ls)