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05.05.1978

Je mehr Bildschirme, desto mehr Drucker

Mit Terence ("Terry") Harris, Vizepräsident der Centronics und Chef der European Division, sprachen die CW-Redakteure Dieter Eckbauer und Elmar Elmauer

- Was zeigt Centronics Neues auf der Messe?

Wir haben vor zwei Jahren unseren ersten 700er Drucker gezeigt. Jetzt haben wir dazu die ganze Familie: mit verschiedenen Druckgeschwindigkeiten, verschiedenen Breiten, verschiedenen Formulartypen, Vorschüben und Traktorenführung. Wir sind in der vollen Produktion und wir liefern die volle Produktion.

- Lieferzeiten?

Normal zwei Monate.

- Wie schätzen Sie die Gesamtentwicklung im Druckermarkt ein?

Wir glauben, daß Matrixdrucker weiter wachsen werden. Und zwar um 15 oder 20 Prozent pro Jahr. Centronics selbst forciert den kleinen Drucker. Der ist für uns neu, das ist für uns Zuwachs. Wir entwickeln überdies alle Formen von Non-impact-Druckern, weil wir glauben, daß diese Drucker immer wichtiger werden.

- Sie prophezeien ein jährliches Wachstum bei Matrixdruckern von 15 bis 20 Prozent. Auch für den Marktführer Centronics?

Natürlich, das ist für uns Brot und Butter.

- Ist das überhaupt richtig: "Marktführer"?

Bei Matrixdruckern ja.

- Also unterer und mittlerer Leistungsbereich?

Unsere Palette reicht jetzt mit optimierten Druck und schnellem Papiervorschub von 60 bis 180 Zeichen/Sekunde, das sind 15 Zoll pro Sekunde.

Bei Geschäftsformularen mit Standardformat kann man als ungefähr 300 Zeilen/Minute drucken. Und wenn wir auf die Nonimpact-Drucker kommen, bei denen sehen wir in den nächsten fünf Jahren einen sehr großen Zuwachs.

- Welches Druckprinzip meinen Sie mit nonimpact?

Wir sehen vor allem Laser-Drucker.

- Glauben Sie denn, daß in absehbarer Zeit Laserdrucker auch für den mittleren und kleineren Anwender erschwinglich sein werden?

- Wann werden Sie selbst soweit sein?

Wir haben im Hause schon viele Entwicklungen. Wir hoffen hier ziemlich bald etwas auf den Markt bringen zu können. Vielleicht können wir auf der NCC etwas zeigen.

- Ihr Schwergewicht liegt ja im OEM- Markt. Wird sich das zu Gunsten des Enduser-Geschäftes ändern oder bleibt OEM die Hauptstoßrichtung?

Ich sollte mit ja und nein antworten. Was haben wir denn jetzt? Wir haben verschiedene Matrixdrucker, wir haben Zeilendrucker, haben unsere Mikrodrucker und wir haben unsere Teleprinter. Die sind alle sehr gut für das Enduser-Geschäft. Aber weil diese Geschäfte so breit, die Anwendungen so groß sind, können wir das im Enduser-Geschäft nicht selbst vertreiben Deshalb suchen wir verschiedene Typen von Händlern, die geographisch oder vom Markt her spezialisiert sind. Und wir suchen auch Großhändler. Wir haben zum Beispiel vor einem Monat in den USA einen großen Vertrag mit Hamilton, dem größten Industriehändler der Welt unterschrieben. Hamilton vertreibt jetzt Centronics-Drucker. Der hat mehr als 30 Büros in den Staaten, mit 360 Verkäufern, und jetzt auch in Deutschland mit Spörle Electronic einen neuen Vertrag gemacht.

Um auf Ihre Frage zurückzukommen: Wir glauben ,das daß Enduser-Geschäft wachsen wird. Das wird sehr wichtig für uns. Aber wir selbst werden es nicht betreiben. Wir werden über viele Händler gehen und Spörle ist der erste deutsche davon.

- Ist Drucken für den Anwender überhaupt noch zeitgemäß? Mit welchen Argumenten erschließen Sie den Anwender?

Das hängt von der Anwendung ab. Wenn man was fest braucht, dann muß man das drucken. Wir sehen, daß die Video-Displays für uns keine Konkurrenz sind. Im Gegenteil: Wenn mehr Bildschirme verkauft werden, werden wir auch mehr Drucker verkaufen. Wenn man einen Bildschirm auf dem Tisch hat, braucht man eine Kopie davon.

- Wünschen sich die Anwender nicht trotzdem etwas weniger Papier?

Im Moment nicht. Im Gegenteil, das wächst. Deswegen hat man die Informatik mehr distributed und die brauchen mehr Drucker. Vielleicht weniger große aber viel mehr kleine Drucker.

- Sie müssen ja, wenn Sie als Terminaldrucker ihre Geräte einsetzen, irgendwo ran an einen anderen Hersteller. Glauben Sie, daß die Frage der Schnittstellennorm gut gelöst ist? Oder gibt es da noch Probleme?

Es gibt fast keine Probleme überhaupt mit dem seriellen Interface. Was wir sehen, ist, daß serielle Schnittstellen immer wichtiger werden. Vorher waren fast alle Anpassungen parallel jetzt mehr und mehr seriell.

- Was sind eigentlich die wichtigsten Merkmale, die ein Drucker heute haben muß, damit er gekauft wird?

Er muß erstens natürlich zuverlässig sein, dann die Druckqualität, dazu gute Unterstützung und danach kommt der Preis. Der Preis ist in Europa nicht der wichtigste Punkt. In Amerika ist der Preis wichtiger als in Europa Überall ist jedoch die Zuverlässigkeit der wichtigste Punkt.

- Mit der Matrixdrucktechnik sind ja doch gewisse Geschwindigkeitsgrenzen gegeben. Je schneller sie werden, um so schwieriger dürfte es sein, die Zuverlässigkeit zu garantieren. Wo liegt denn da ungefähr die Grenze an der man mit Matrix echt am Ende ist?

Es hängt von der Anzahl der Kopien ab. Wir glauben, bis 250 Zeichen pro Sekunde kann das Matrixprinzip zuverlässig sein.

- Wie sehen Sie die Preisentwicklung auf dem Druckermarkt? Wird der Preis weiter runtergehen?

Ja, der Preis wird weiter runtergehen.