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02.10.2006

Jeck dat ganze Johr

02.10.2006

Lieber Dr. T., ich arbeite in einem Systemhaus in Niedersunzing und habe nun ein Jobangebot aus Köln bekommen. Nun weiß ich nicht, ob ich mich im Rheinland wohl fühlen könnte. Was würden Sie mir als weit gereister Kosmopolit denn raten?

Mein Rat: Tun Sie’s bloß nicht! Die Leute dort sind völlig wahnsinnig - oder wie man auf Kölsch sagt: "jeck". Ich muss es wissen, denn ich war gerade selbst da (mehr dazu lesen Sie auf Seite 12). Den ersten Jecken traf ich gleich am Flughafen in Form eines Taxifahrers. Der war allerdings gar nicht lustig, sondern fing beinahe an zu weinen, als ich ihm die Adresse meines Hotels nannte. "Iss dat in Rath?", fragte er mich mit tränenerstickter Stimme. "Ja woher soll ich das denn wissen, sind Sie der Taxifahrer oder ich?", antwortete ich, ohne auf sein labiles Nervenkostüm Rücksicht zu nehmen.

"Dat iss bestimmt in Rath, dat iss hier um’s Eck", jammerte er und fummelte eine schwarz gebrannte Navigations-DVD aus der Seitentasche. Sie brachte ihm die grausame Gewissheit: Das Hotel war tatsächlich in Rath! "Isch hätt uff minge Frau hören sollen, fünfeinhalb Stond steh isch am Flughafen und dann Rath, isch krich doch nur 35 Prozent, wär isch bloß in die Stadt jefahren, da hätt isch 30 Euro machen können, mingestens, Rath, oh je ..." So ging es in einem fort die ganze - Gott sei Dank recht kurze - Fahrt hindurch.

Noch etwas bedröppelt von der emotional bewegenden Taxifahrt, machte ich mich nach dem Einchecken auf die Suche nach etwas Essbarem. Der Geruch, der aus dem Hotelrestaurant direkt durch die kleine Fensterluke in mein Zimmer zog, hielt mich davon ab, dasselbige aufzusuchen. Ich wählte eine als "Kartoffelhaus" deklarierte Lokation, und da es warm war, setze ich mich auf die Terrasse. Erst einmal passierte nichts, dann passierte die Bedienung: "Jo, jetzt hot der sisch janz klammheilisch auf die Terrass jesetzt", war ihre Begrüßung. Ja, was hätte ich denn bitteschön sonst machen sollen? Klingeln? Mir wie Tarzan schreiend auf die Brust klopfen?? Einen Gast verprügeln??? Die resolute Jeckin war aber noch lange nicht am Ende ihrer Charme-Offensive. Auf meine Frage nach der Karte antwortete sie: "Die bring isch Ihnen mit dem Jetränk!" Notgedrungen ein "Jetränk" bestellend und schließlich die Karte erhaltend, kam es ohne weitere Vorkommnisse zur Essensbestellung. Noch einmal trat die Jeckin auf, brachte mir mein Besteck und sagte augenzwinkernd: "Damit doh nachher nix schiefjeht!" Dann wurde sie von einer - offensichtlich weniger einheimischen - Kollegin abgelöst, und der Rest des Abends verlief ereignislos.

Sie sehen also schon anhand dieser wenigen Beispiele (mehr habe ich, ehrlich gesagt, auch nicht auf Lager), wie schwer es wir Nicht-mit-Humor-Gesegneten in dieser Metropole des Frohsinns haben.

Deshalb mein Tipp: Bleiben Sie in Niederbayern! In Köln ist das ganze Jahr Karneval - lustig ist es anderswo.

Ihr

Dr. T.

Dr. T.’s Sprechstunde finden Sie alle 14 Tage in ComputerPartner und online unter http://blog.computerpartner.de. Haben auch Sie eine Frage an Dr. T? Senden Sie eine E-Mail an: thafen@computerpartner.de.