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19.10.2001 - 

Green-Card-Erfahrungen einer ungarischen Firma

"Jede Stadt hat ihre eigenen Regelungen"

MÜNCHEN (CW) - Als die ungarische Qualysoft AG in München im Herbst 2000 eine Niederlassung gründete, steckte die Green-Card-Initiative noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile arbeiten bereits zehn Ungarn in der Zweigstelle Qualysoft GmbH des Budapester Unternehmens.

Der Postweg sollte manchmal besser umgangen werden. Das war eine der ersten Erfahrungen, die Katrin Székely machte, als sie im Auftrag von Tamás Simon, Vorstandsmitglied bei Qualysoft, ungarische IT-Spezialisten in die deutsche Niederlassung holte. "Man muss überall persönlich hingehen, dann geht es schneller", erklärte die Business-Assistentin. Dem Unternehmen fehlte es im Herbst des vergangenen Jahres vor allem an Zeit. Die Projekte waren bereits von Ungarn aus akquiriert worden, nun warteten die deutschen Auftraggeber, vornehmlich Banken und Versicherungen, dass die Programmierer die Aufträge erfüllten.

Doch viele formelle Bestimmungen der Green Card hatten die Amtsstuben zu diesem Zeitpunkt noch nicht erreicht. Székely: "Als wir hier vor etwa einem Jahr begannen, gab es kaum Regularien, wie ausländische Fachkräfte mittels Green Card einreisen und arbeiten dürfen." Zunächst ging Székely zum Arbeitsamt in München, wo sie für ihren ungarischen Kollegen eine vorübergehende Aufenthaltsgenehmigung von drei Monaten erhielt.

Gleich nach dem Studium ins AuslandMit dieser Bescheinigung suchte der künftige Mitarbeiter die deutsche Botschaft in Budapest auf und ließ sich den Reisepass für die Einreise abstempeln. In Deutschland angekommen, meldete er sich polizeilich an und erhielt vom Ausländeramt sein Visum. Schließlich stellte er einen Antrag auf die Green Card beim Arbeitsamt. "In jeder Stadt ist das Procedere anders, je nach Gesetzesvorlage", sagt Székely. So prüfe man beispielsweise in Ingolstadt, ob nicht auch deutsche arbeitslose Fachkräfte in dem Job arbeiten könnten.

Diese Maßnahme bedeutet allerdings zusätzliche Wartezeiten für Green-Card-Anwärter und Auftraggeber. Im Fall des 26-jährigen Mihàly Szabo ging es jedoch recht schnell. Am Ende seines Informatikstipendiums, im Februar des vergangenen Jahres, stieg der studierte Mathematiker und Literaturwissenschaftler bei Qualysoft ein und bereitete sich auf seinen Auslandseinsatz vor. Nach einem zehnminütigen Gespräch in deutscher Sprache mit dem Geschäftsführer Simon sagte dieser: "Mit der Sprache ist alles in Ordnung, nun können wir über das Fachliche sprechen."

Im Juli 2001 konnte Szabo problemlos in Deutschland einreisen. Seitdem hat der Informatiker seine Familie in Ungarn nur selten besucht. Dennoch kann sich Szabo im Moment nicht vorstellen, für immer hier zu bleiben: "Leute, die seit mehreren Jahren im Ausland sind, bekommen Heimweh."