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19.11.1976 - 

ET: Stricken oder kaufen?

Jeder hat Lokal-Optima

In den Artikeln "Alternative zum ET-Generator?" (CW Nr. 40) und "Handgestricktes reicht noch" (CW Nr. 45) wurde über Methoden der manuellen Entscheidungstabellentechnik berichtet. Der Schweizer Softwarefachmann und Detab/GT-Vater Dr. R. Thurner verteidigt noch einmal die Methoden-Software.

Man muß zwei Dinge streng trennen - den Umwandlungs-Algorithmus und die Umwandlung selbst. Es ist zunächst grundsätzlich so, daß sich praktisch für jeden Algorithmus Tabellen konstruieren lassen, bei denen dieser besonders gute Resultate bringt. Für die "Matrizen-Methode" ist dies der Typ der dicht mit Anzeigen besetzten Tabelle, deren erste Regeln sehr häufig ausgeführt werden und deren Bedingungen aus einfachen Abfragen bestehen. Bei komplexeren, abhängigen Bedingungen von der Art "Perform pruefen. lf Resultat = >Ja<" kehren sich die Resultate natürlich vollständig um. Ferner können mit der Matrizen-Methode keine abhängigen Bedingungen, keine mehrdeutigen (Plausibilitäts-Prüfung!) und keine erweiterten Tabellen umgewandelt werden.

Wir wissen, daß jeder Algorithmus Lokal-Optima besitzt, die von seinen Verfechtern als Evaluations-Resultate hochgehalten werden. Man muß daher im Einzelfall fragen, ob der Algorithmus die Anforderungen hinsichtlich Umwandlung der angewendeten Tabellen-Arten erfüllt und welche Resultate bei der Umwandlung von "Praxis-Tabellen" zeitigt.

Um für eine große Klasse von Tabellen sehr gute Resultate zu erreichen, ist es erforderlich, eine gemischt interpretativ-generative Technik zu verwenden, die der konkreten Tabellen-Struktur entsprechend Elemente der verschiedenen Algorithmen vereinigt.

Es ist wohl klar, daß die "Matrizen-Methode" mit Hilfe eines Generators angewandt werden kann, und das sogar recht einfach. Ein ET-Generator hat neben der Umwandlung von Entscheidungs-Tabellen aber weitere Aufgaben: Ausdrucken der Tabelle in übersichtlicher Form, regelweise Korrektur, Analyse auf Vollständigkeit und logische Struktur sowie Generieren von Testhilfen.

Natürlich kann man von Hand Entscheidungstabellen umwandeln, COBOL-Programme kompilieren und Macros auflösen. Es gibt sogar Leute, die das besser können als ET-Generatoren, COBOL-Compiler und Macro-Prozessoren. Irgendwann ist jedoch der Punkt erreicht, an dem man das Programm dem Mann vorzieht, weil es die Aufgabe personenunabhängiger, schneller, billiger und sicherer erledigt, und weil der Mann andere wichtigere Aufgaben zu übernehmen hat als mechanisierbare Konversionen zu pinseln.

Dr. Reinhold Thurner, Diebendorf