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Paletto weiß Projekte auf dem richtigen Weg


20.11.1992 - 

Jessi-Chairman fordert die Verlängerung des Programms

MÜNCHEN (CW) - Raimondo Paletto, Chairman des europäischen Forschungsprogramms Jessi, forderte auf der Münchner Bauelemente-Messe "Electronica" die Verlängerung des Forschungsprogramms, dessen Ende bisher für 1996 geplant ist. Die längere Zeitspanne sei notwendig, so der Chairman, weil die "Zukunft der Mikroelektronik eng verbunden sei mit künftigen Produktinnovationen", die auch in den einzelnen Jessi-Projekten vorbereitet würden.

Die Forderungen nach mehr Zeit - und natürlich weiterer Finanzierung - suchte Paletto mit dem Hinweis auf die bisherigen Erfolge des Programms zu stützen. Zu den Ergebnissen zählte er eine gemeinsame europäische Chip-Architektur und die Entwicklung der Technologiebasis für diese Bausteine. Außerdem seien die Nutzung der gleichen Materialien und Fertigungsgeräte in Europa sowie die Festlegung der Schnittstellen zwischen den beteiligten Halbleiter-Firmen Verdienste von Jessi.

Darüber hinaus erhielten nunmehr kleinere und mittelständische Betriebe durch die Arbeit von zehn eigens eingerichteten Designzentren Unterstützung beim Einsatz moderner Mikroelektronik.

Paletto unterstrich, daß mit der Restrukturierung des Programmes im vergangenen Jahr und der damit einhergehenden Konzentration auf Kernprojekte Jessi nun die richtige Strategie habe. Die auf Anwendungen zielende produktgerichtete Philosophie sei strikt an Zielvorgaben orientiert, die für jedes einzelne Projekt festgelegt wurden. Damit sei auf Jessi eine "industrieübliche" Steuerung der Vorhaben übertragen worden.

"Die Milliarden, die die heimische Industrie in Europas Zukunft investiert, sollten durch ein adäquates Engagement der nationalen Regierungen und der EG mit öffentlichen Mitteln gestützt werden", forderte der Chairman. Schließlich stehe die Mikroelektronik für ein Produktvolumen von nahezu einer Milliarde ECU in den verschiedenen Industriebereichen wie der Automobilindustrie, der Telekommunikation und der Unterhaltungselektronik. "Mit den in der Mikroelektronik-

Industrie zur Verfügung stehenden begrenzten Ressourcen kann die Wettbewerbsfähigkeit dieser Industriezweige allein nicht aufrechterhalten werden", erklärte Paletto.

Ob Jessi allerdings mehr Zeit und Geld erhält, steht in den Sternen. Bereits im vergangenen Jahr kürzte die EG-Kommission die Höhe der Unterstützung von 3,8 Milliarden ECU, die für die gesamte Laufzeit des Programms vorgesehen waren, auf drei Milliarden ECU. Das "Wall Street Journal Europe" zitierte in diesem Zusammenhang einen hochrangigen Vertreter des deutschen Bundesforschungsministeriums, der sich in bezug auf eine Verlängerung des Programms skeptisch gibt: "Wir sind noch nicht darauf vorbereitet, über einen Zeitrahmen über 1996 hinaus zu spekulieren."