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29.07.1988 - 

EG-Direktor erwägt Unterstützung für Superchip-Entwicklungsprogramm:

Jessi-Projekt verschlingt Euro-Milliarden

MÜNCHEN/BRÜSSEL (CW) - Die Planungen des europäischen Halbleiterprojekts "Jessi" nehmen immer mehr Gestalt an. So verlautete jetzt über die Kosten, daß nach dem derzeitigen Stand der Planungen an die 7,3 Milliarden Mark für das Superchip-Entwicklungsprogramm benötigt werden. Auch die EG bekundete nun Interesse an dem Projekt.

Jessi (Joint European Submicron Silicon Initiative) ist das von Siemens und Philips Anfang dieses Jahres initiierte Folgeprojekt ihres gemeinsam durchgeführten Megabit-Programms. In den vergangenen Monaten stießen noch die Fraunhofer-Gesellschaft, die niederländische Forschungsgemeinschaft STW - und nach einigem Gerangel - auch die italienisch-französische SGS-Thomson hinzu. Ziel des Jessi-Arbeitsteams ist es nicht nur, Technologie für Chips der übernächsten Generation zu entwickeln. Vielmehr will man mit diesem Projekt gewährleisten, daß Europa den Anschluß an die amerikanischen und japanischen Entwicklungen in der Mikroelektronik nicht verliert.

Jessi befindet sich noch immer in der Planungsphase. Fest steht bislang, daß es sich in mehrere Teilprojekte gliedern soll. Schwerpunktbereiche sind dabei laut Siemens "Technologie/Pilotlinie", "Halbleiterfertigungsgeräte/Materialien", "Mikroelektronik-Anwendungen" und langfristige "Grundlagen". Über die Kosten verlautete nun, daß man zum jetzigen Stand der Planungen mit insgesamt 7,3 Milliarden Mark rechnen müsse. Wie das Forschungsprojekt, das bislang noch auf Unternehmensbasis läuft, finanziert werden soll, ist noch nicht geklärt.

Begrüßen würden die an Jessi beteiligten Unternehmen eine finanzielle Unterstützung von der Europäischen Gemeinschaft. Dies scheint nicht unmöglich. Derzeit nämlich überprüfen die EG-Mitgliedsstaaten die Möglichkeit eines Engagements in der Halbleiter-Forschung. Gegenüber der Financial Times erklärte Michel Carpentier, EG-Generaldirektor und unter anderem verantwortlich für die Telekommunikations-Industrie, der europäische Rückstand bei fortschrittlicher Chip-Technologie könnte Langfrist-Programme bedrohen - besonders im Bereich Telekommunikation. Die Regierungen der EG-Mitgliedsstaaten hätten deshalb innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate zu entscheiden, ob man ein umfangreiches grenzenüberschreitendes Halbleiterprojekt wolle.

Sollte dies eintreten, würde Jessi in das Forschungsrahmenprogramm der EG integriert und somit finanziell unterstützt werden. Darüber hinaus übernähme die EG-Kommission wohl die Projektbetreuung, was nach Ansicht eines Insiders auch dringend nötig ist. "Jessi muß besser koordiniert und kontrolliert werden. Zur Zeit grassieren im Rahmen dieses Projekts so viele verschiedene Forschungsideen, daß niemand mehr zu wissen scheint, was tatsächlich erarbeitet werden soll."