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06.04.1990 - 

Jessi und Sematech beschließen Kooperation

Jessi-Teilprojekt: Siemens will 160 Millionen vom Bund

MÜNCHEN (CW) - Die Entwicklung des 64-Mbit-DRAM-Chips könnte den Steuerzahler teuer kommen. Allein für ein "Unterprojekt" im Teilbereich Technologie hat die Münchner Siemens AG im Rahmen der Jessi-Förderung einen Zuschuß von 160 Millionen Mark beantragt.

Die Summe ist möglicherweise nicht einmal ein Viertel des Betrages, den Siemens für das technologische "Joint-Memory-Teilprojekt" bis Mitte der neunziger Jahre anfordern wird. Nach den Jessi-Vereinbarungen können 50 Prozent der geschätzten Gesamtkosten für Forschung und Technologie vom Bundesforschungsministerium (BMFT) übernommen werden.

Von 1,4 Milliarden Mark, die für das Joint-Memory-Projekt veranschlagt wurden, sind 320 Millionen für das Unterprojekt "DRAM" vorgesehen. Die Hälfte dieser Summe, also 160 Millionen Mark, hat Siemens beim BMFT beantragt.

Mit insgesamt etwa 700 Millionen Mark könnte sich der Bund langfristig am Joint-Memory-Projekt beteiligen und damit den Versuch der deutschen Siemens AG unterstützen, im europäischen Rahmen Anschluß an die japanische Chip-Produktion zu gewinnen, Das Problem: Die Münchner haben Ende Januar das europäische Terrain verlassen und sich mit der amerikanischen IBM Corp. zusammengetan, um mit ihr den Super-Chip gemeinsam zu entwickeln.

Profitiert IBMs Chip-Entwicklung von deutschen Fördergeldern? Jessi-Sprecher Klaus Knapp wehrt sich gegen diese Sichtweise: jeder bringt s ein Geld auf und jedem stehen nachher die Ergebnisse des Projektes zur Verfügung. Wir bezahlen mit diesem Geld deutsche Siemens-Mitarbeiter, die uns 18 Monate lang zur Verfügung stehen!" Es gebe keinen gemeinsamen Topf, aus dem sich jeder bedienen kann.

Noch lange nicht das letzte Wort gesprochen

Über den tatsächlichen Förderbeitrag der Bundesregierung ist nach Angaben des Jessi-Sprechers noch lange nicht das letzte Wort gesprochen. Es sei nicht sicher, ob sich der veranschlagte Gesamtaufwand des Joint-Memory-Projektes von 1,4 Milliarden Mark überhaupt als realistisch erweise. Zur Diskussion stehe derzeit lediglich die erste Phase, auf die sich der Antrag beziehe.

Erst nach Abschluß des DRAM-Unterprojektes entscheide sich, welche Projekt-Bestandteile das Forschungsministerium unterstützen wolle und welche durch das "Förderungsnetz" fallen. Was unterstützungswürdig sei, werde außerdem mit BMFT-Vertretern bis ins Detail ausdiskutiert. Auch der Fördersatz von 50 Prozent stehe noch nicht unumstößlich fest.

Die Zusammenarbeit zwischen europäischen und US-Unternehmen - und damit vor allem auch die deutsch-amerikanische Kooperation - in Sachen 64-Mbit-Speicher ist seit Januar fest verbürgt. Gemeinsam wollen Amerikaner und Europäer den Vorsprung der japanischen Halbleiterindustrie aufholen. Der Jessi-Beitritt der Europazentrale von IBM und das Kooperationsabkommen zwischen Jessi-Mitglied Siemens und der IBM Corp. sind Indizien für diese europäisch-amerikanische Verschwörung.

Es überrascht daher wenig, daß auch die bisher konkurrierenden Forschungsprojekte Jessi und das vom Pentagon geförderte US-Halbleiter-Equipment-Vorhaben Sematech kooperieren wollen. Beide Projekt-Teams haben jetzt offiziell erklärt, daß sie eine Reihe von Zielen gemeinsam verfolgen wollen. Betroffen sind die Gebiete Wettbewerbsanalyse und Standardisierung, Halbleiterfertigungsausrüstung- und Materialien sowie das Computer Integrated Manufacturing (CIM).