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23.08.1991 - 

Erste Installation bei Versicherung in Münster

Jetzt bietet auch die IBM ein automatisches Kassettenarchiv

MÜNSTER (zek) - Mit der ersten Installation eines automatischen Kassettenarchivs zeigt die IBM jetzt auch in einem Marktsegment Flagge, das sie bislang der Konkurrenz überlassen mußte. Das System, das in Kooperation mit dem württembergischen Maschinenbauer Grau-Automation entwickelt wurde, arbeitet mit den neuen 36-Spur-Bandkassetten vom Typ 3490 E und kann über Escon-Kanäle mit dem Zentralrechner verbunden werden.

Im Gegensatz zu den bisher verfügbaren Kassettensystemen gingen die IBM-Entwickler von einem offenen Konzept aus. Das bisher verbreitetste Kassettensystem "ACS" des US-Herstellers Storage-Technology ist in einem Silo-ähnlichen Gehäuse untergebracht - nicht zugänglich von außen, Roboter und Archiv bilden eine Einheit.

IBM wählte als Grundlage das "Automatische-Bandkassetten-Bedienungsarchiv" (Abba) der Firma Grau aus dem schwäbischen Böhmenkirch. Hier sind die Kassetten in offenen, drehbaren Regaltürmen untergebracht.

Durch Offenheit Erweiterung möglich

Ein Fahrroboter entnimmt die gewünschten Bänder und legt sie in das nächste verfügbare Bandlaufwerk ein. Dieses "offene Konzept" ermögliche, so Klaus-Dieter Lötz, IBM-Geschäftsstellenleiter für Versicherungen und Großkunden, einen Einsatz von Abba auch mit der Hardware anderer Hersteller, beispielsweise mit Laufwerken von PCMern.

Die erste Installation des Systems erfolgte bei der LVM-Versicherungsgruppe in Münster. Für den DV-Leiter Alois Lutz war die offene Konzeption des Systems einer der Hauptgründe für die Entscheidungen zugunsten der IBM/Grau-Lösung: Bei der Erweiterung von Silo-Systemen wäre jeweils ein ganzes Komplettsystem notwendig, die IBM/Grau-Variante könne durch Installation eines weiteren Kassettenregals erweitert werden, ohne daß man noch einen teuren Roboter kaufen müßte.

Weitere Kritierien waren die Unabhängigkeit in Sachen Bandperipherie und der Einsatz der neuesten Bandtechnologie seitens der IBM mit 36-Spur-Aufzeichnung und Anbindung über Escon-Kanäle. Mittels Escon können jetzt sämtliche Daten per Leitung an ein entferntes Sicherungsarchiv überspielt werden, anstatt, wie bisher üblich, die Kassetten in das Backup-Archiv, zu transportieren.

Bei der Installation des LVM-Systems trat die IBM als Generalunternehmer auf, der auch die Verantwortung für die Grau-Komponenten übernahm. Geliefert wurden ein Fahrrobotersystem, drei Regaltürme für je 4800 Kassetten, zwei Steuereinheiten und vier Magnetbandeinheiten für das Zentralarchiv. Im Sicherheitsarchiv stehen ein Standroboter, ein Regalturm, eine Steuereinheit und zwei Bandeinheiten. Die Speicherkapazität des Systems beträgt 19 Terabyte (TB). Auf dem Mainframe wurde eine Steuersoftware unter MVs installiert. Der Roboter wird durch ein PC-Programm, das auf einem PS/2-Rechner läuft, gesteuert, Die Bandverwaltung übernimmt das vorhandene Programm "TLMS".