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30.01.1976 - 

Singer ausgeschieden, Burroughs im Verzug:

Jetzt kommt Swift in Terminnöte

BRÜSSEL - Die Mitgliedsbanken von Swift (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications) werden mit dem Datenaustausch im Swift-Netz nicht vor dem 1. Oktober 1976 beginnen können - das ist vier Monate später als ursprünglich geplant. Wie Swift-Generaldirektor Carl Reuterskiöld allen zukünftigen Benutzern des weltweiten Banken-Kommunikations-Systems in einem Schreiben mitteilte, ist die Terminverschiebung darauf zurückzuführen, daß die Burroughs Corp., deren Anlagen als Zentralrechner und Konzentratoren im Swift-Netzwerk fungieren werden, mit der Entwicklung der Message-Switching-Software für die Netzzentrale in Paoli (Pennsylvania) hinter dem Solltermin zurück ist. Ein Burroughs-Sprecher erklärte hierzu, daß zum geplanten Starttermin 1. Juli 1976 allenfalls ein stark eingeschränkter Service geboten werden könne.

Noch 85 Prozent mit der Post

Swift ist eine "Non-Profit-Organisation", die von rund 300 Großbanken - darunter auch die Dresdner Bank und die Deutsche Bank - gegründet wurde, um ein weltweites Netzwerk für die schnelle Abwicklung des internationalen Zahlungsverkehrs aufzubauen. Zur Zeit werden noch rund 85 Prozent aller Bank-Transaktionen auf dem Postweg erledigt - relativ langsam und nicht gerade billig. Die Banken sind deshalb sehr daran interessiert, daß das Netzwerk so schnell wie möglich implementiert wird.

Bei Swift ist man überdies zuversichtlich, im weiteren Verlauf der Hardware-/ Software-Installation des Netzwerkes verlorenen Boden wiedergutmachen zu können. Ab Juni sollen - beginnend in Holland, Belgien und Luxemburg - täglich zehn Swift-Mitgliedsbanken an das Netz angeschlossen werden. Bei den Teilnehmern in Deutschland, Frankreich, England, Schweiz, Italien, USA, Kanada, Skandinavien und Australien will man auf eine höhere "Anschlußrate" kommen: Eine Entscheidung über die endgültige: Prozedur soll in einer Sitzung des Swift-Vorstandes Ende Januar fallen. Das zeigt schon, wie sehr Swift daran gelegen ist, daß sich der heute abzusehende zeitliche Rückstand in der ersten Ausbauphase nicht auf den endgültigen Fertigstellungstermin im ersten Quartal 1977 auswirkt.

Aufs falsche Pferd gesetzt

Es ist nicht nur ein Software-Problem, das Swift augenblicklich Kopfschmerzen bereitet. Hatten neutrale Beobachter schon im letzten Herbst prophezeit, daß es bis zum Fertigstellungstermin noch manche Überraschung geben könne - ein Ereignis wurde bestimmt nicht ins Kalkül gezogen: Singers Rückzug aus dem Computer-Business. Singer gehörte neben Burroughs und General Automation zu den Herstellern, deren Terminals den Mitgliedsbanken als sogenannte SID's (Swift Interface Devices) empfohlen wurden.

So ist es einigermaßen unverständlich. daß die Swift-Spitzengremien von Singer bis heute keinerlei Informationen darüber bekommen haben, wie es eigentlich weitergehen soll, vor allem bei denjenigen Banken, die bereits Singer-Terminals der Serie 1500 bestellt haben.

Chance für die "Draußengebliebenen"

Weiter wurde erklärt, daß alle drei SID-Lieferanten zum jetzigen Zeitpunkt mit der Entwicklung einer einheitlichen Software, die den Anschluß der unterschiedlichen Datenendgeräte an das Netz unterstützt, im Verzug seien. Verständlich, daß diejenigen Hersteller, die von Swift nicht berücksichtigt wurden, in Wartestellung stehen. Wenngleich ihre Hardware nicht das "SID-Gütesiegel" tragen darf, so wollen sie - durch die momentan verfahrene Situation begünstigt, in der sich viele Mitgliedsbanken befinden - auf den fahrenden Swift-Zug sprangen: IBM hat erst vor kurzem das System 32 und den Prozeßrechner System 7 so angepaßt, daß sie als "Quasi-SID-Terminals" im Swift-Netz eingesetzt werden können (CW Nr. 50 vom 12. Dezember 1975).