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07.11.1975 - 

AMD-Workshop über Dezentrale DV

Jetzt wird der Nachholbedarf gedeckt

BADEN-BADEN - Der AMD (Arbeitskreis Mittlere Datentechnik) wechselte das Weinbaugebiet. Statt sich wie in den letzten Jahren als "Deidesheimer Kreis" bei Pfälzer Spitzengewächsen über die große Zukunft der kleinen Computer zu unterhalten, luden die MDT- Marktmacher diesmal zum badischen Weißherbst ein. Im Kongreßzentrum in Baden-Baden traf man sich am 16. Oktober mit einem kleinen Kreis von Fachjournalisten zum Workshop "Dezentrale Datenverarbeitung - Intelligenz am Arbeitsplatz."

Aktiv an der Werkbank waren als Referenten Rotger Greve, Leiter der Informationsstelle für Datentechnik, Hans Jürgen Schwab, Geschäftsführer der Diebold Deutschland GmbH, und Helmut Blau, Unternehmensberater und EDV-Journalist. Greve vertrat die Grundthese, Sachzwänge hätten in der Vergangenheit zur zentralisierten DV mit Großanlagen geführt. Dabei sei die Rationalisierung am Büro-Arbeitsplatz zunächst ins Hintertreffen geraten. Dezentralisierung der DV sei "nichts anderes als die Deckung eines Nachholbedarfes".

"Dedizierte Systeme" oder "Auch-Computer"?

Hans Jürgen Schwab entwickelte Vorstellungen über die zukünftige Technologie (Microprocessoren, Hardware- Programmbausteine), mit der "dedicated units" möglich würden, also der jeweiligen Aufgabe und dem jeweiligen Arbeitsplatz ganz speziell zugeordnete Maschinen. Dabei verwendete er den Begriff "Einzelplatzmaschine", sehr zum lautstarken Widerspruch der vertretenen Hersteller: Die in diesem Wort steckende Reminiszenz an die Buchungsmaschine mundete nicht.

Helmut Blau referierte über die Praxis der DV-Dezentrzalisierung. Dabei weis er insbesondere auf die personelle Problematik des Themas hin: DV-Fachleute, die mit der Anwendung von Großcomputern vertraut sind, mißtrauen dem kostensenkenden Effekt, den die Dezentralisierung bringen soll - sie hätten aber auch psychisch eine Aversion gegen die Auch-Computer aus der MDT-Ecke.

Selbstbewußte Marktführer

Die Diskussion war heftig - nicht zuletzt, weil sie sich über lange Strekken mit einem Thema befaßte, das gar nicht auf der Tagesordnung stand: Minicomputer. Die Antwort auf die Fragen nach der Bedeutung der Mini-Newcomer im MDT-Markt wurde von den AMD-Firmen, die eben diesen Markt beherrschen, ganz eindeutig formuliert: "Wir haben keine Angst vor den Minis."

Der Investitionsaufwand, um Minis im MDT-Markt zu verkaufen, sei für die Mini-Hersteller das unüberwindbare Hindernis auf dem Weg zum Erfolg. Die Minis selbst aber könnten schon Erfolg haben: in zukünftigen MDT-Anlagen, deren Firmenschild sie als ein Produkt aus AMD-Kreisen ausweist.