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16.11.1990 - 

Lotus-Geschäftsführer bekennt sich zu Unix

Jim Manzi: Verwirrung um Microsoft stärkt Unix-Markt

NEW YORK (CW) - Wachstumsmarkt Nummer eins ist für Jim Manzi, den Präsidenten und Geschäftsführer er der Lotus Development Inc., die Unix-Welt. Begünstigt werde der allgemeine Boom durch die Konfusion im Hause Microsoft. Zur Zeit wisse niemand, wie die Betriebsysteme MS-DOS und OS/2 sowie Windows künftig positioniert werden sollten.

Auf der New Yorker Unix Expo zitierte der Lotus-Chef vor mehreren hundert Zuschauern den amerikanischen Bankräuber Willie Sutton, der in einem Interview auf die Frage, warum er so viele Safes geknackt habe, antwortete: Dort liegt das Geld!" Aus demselben Grund sei Lotus Development heuer in den Unix-Markt eingestiegen.

"Wir glauben, daß Unix eine sehr wichtige Rolle für die Zukunft unserer Company spielen wird", bekannte der Geschäftsführer. Manzi wagte die Prognose, daß 1995 etwa 25 Prozent aller Geschäfts-Desktops unter Unix arbeiten.

Microsoft-Geschäftsführer Bill Gates habe in der Öffentlichkeit bekundet, daß Unix auch künftig nur von geringem Interesse für die Geschäftswelt sein werde. Manzis trockener Kommentar dazu: Es könnte möglich sein, daß seine Vorhersagen ein klein wenig von seinen eigenen Geschäftsinteressen gefärbt sind. " Während die jährliche Wachstumsrate- des MS-DOS-Marktes inzwischen bei weniger als zehn Prozent liege, wachse der Unix-Markt um mehr als 30 Prozent per anno.

Das immer größere Angebot an RISC-Rechnern und vor allem die anhaltende Verwirrung um die künftige Positionierung der Betriebssysteme MS-DOS und OS/2 sowie Windows trage zu diesem Unix-Boom bei. Niemand könne sich derzeit so recht vorstellen, für welche unterschiedlichen Aufgaben diese Systeme eigentlich vorgesehen seien. Unix sei ein elegantes Betriebssystem für Programmierer, während MS-DOS eigentlich nichts anderes als ein Set von Serviceleistungen sei, "zusammengefügt in etwas, das man als Betriebssystem bezeichnete".

Auch im Bereich der Netzwerke wird sich die Entwicklung nach Einschätzung Manzis überschlagen. Nach Lotus-Schätzungen sind bereits heute annähernd 40 Prozent aller Desktop-Maschinen in Netzwerke eingebunden. Mitte des Jahrzehnts werden es nach Ansicht des Geschäftsführers etwa 80 Prozent sein.

Das Spreadsheet 1-2-3 läuft inzwischen in einer englischen Version auf Rechnern von Sun Microsystems und AT&T sowie auf Plattformen von SCO und Interactive. Außerdem ist in diesem Jahr ein neues Spreadsheet, "Improv", eingeführt worden, das speziell für Steven Jobs Next-Computer entwickelt wurde.