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24.07.1998 - 

Java-basierte Architektur von Sun

Jini soll das Netzwerk zum Computer machen

Die Sun-Marketiers sehen in "Java Intelligent Network Infrastructure" (Jini) einen weiteren Schritt, um ihren Slogan "The Network is the Computer" Realität werden zu lassen. Sie versprechen Anwendern, zukünftig am Client keinen Konfigurationsaufwand mehr leisten zu müssen, wenn sie Geräte und Dienste des Netzwerks in Anspruch nehmen wollen. Beispielsweise sollen sich Drucker nach dem Einschalten von selbst im Netz registrieren und dann sofort nutzbar sein, ohne daß auf den Clients manuell Treiber installiert werden müssen.

Die Jini-Architektur beruht darauf, daß Peripherie- und Client-Geräte sowie Server über eine JVM verfügen. Die beispielsweise in einem Drucker ablaufenden Jini-Objekte erzeugen nach dem Start des Gerätes einen Netzwerk-Multicast auf einem vordefinierten Port. Die von Sun unter dem Namen "Lookup" beschriebene Schaltstelle im Netz nimmt diesen Rundruf auf und registriert die Funktionsbeschreibung des Geräts genauso wie seine Netzwerkadresse oder Konfigura- tionsoptionen. Clients bekommen diese Hardware dann in einer Liste der verfügbaren Netzressourcen angezeigt. Bei der Nutzung von Treibern folgt Jini dem im Web üblichen Distributionsmodell: Software wird bei Bedarf automatisch heruntergeladen. Im Falle von Druckertreibern werden diese vom Printer auf dem Lookup hinterlegt und von dort zu den Endgeräten transferiert.

Die Sun-Technologie sieht die automatische Erkennung von unterschiedlichen Peripheriegeräten und Computern vor, darunter auch von Massenspeichern. Damit stellt sie die Rolle herkömmlicher, monolithischer Betriebssysteme in Frage, unter deren Kontrolle sich bis dato solche Ressourcen befinden.

Andererseits halten in vielen Unternehmensnetzen Verzeichnisdienste die Informationen über verfügbare Geräte vor und regeln zudem die nötigen Zugriffsrechte. Sun plant deshalb die bidirektionale Integration mit solchen Directory Services, so daß beide Systeme ihre Dienste gegenseitig nutzen können.

Neben diesem Plug and play für das Netzwerk umfaßt Jini Funktionen für verteilte Anwendungen. Als erster Dienst soll mit Jini "Java Spaces" ausgeliefert werden. Diese bereits auf der diesjährigen Entwicklerkonferenz "Javaone" vorgestellte Technologie erlaubt es, die Rechenleistung verteilter Java-Maschinen für eine Anwendung zu koppeln. Hinzu kommt noch eine Programmier-Schnittstelle, die unter anderem ein Two-Phase-Commit für verteilte Ereignisse anbietet.

Microsoft reagiert ablehnend

Microsoft will Jini nicht unterstützen, da Netz-Betriebssysteme wie Windows NT derartige Funktionen schon heute anböten. Hinderlich für Jini ist im Microsoft-Umfeld zudem, daß es auf der Remote Method Invocation (RMI) beruht, die von Microsofts JVM standardmäßig nicht unterstützt wird. Die Gates-Company arbeitet im übrigen unter dem Codenamen "Millennium" an einem eigenen verteilten Betriebssystem auf Windows-Basis. Ähnliche Projekte verfolgen auch HP mit "Jet Send" und Lucent mit "Inferno". Sun will den Quellcode von Jini im vierten Quartal 1998 öffentlich zugänglich machen und dabei ein ähnliches Lizenzmodell in Betracht ziehen wie Netscape mit dem "Communicator". Nach Angaben der Unix-Company interessiert sich bereits eine Reihe renommierter Hersteller für die Technologie, darunter Ericsson, Novell, Quantum, Seagate und Sony.