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14.11.1975

Job Accounting: Damit man weiß, was der Spaß kostet

DV-Anlagen werden in Unternehmen und Verwaltungen eingesetzt, um zu rationalisieren: das heißt, um Kosten zu sparen. Die genaue Kostenermittlung der Datenverarbeitung selbst ist damit zugleich unabdingbar, soll der angestrebte Effekt nicht verfehlt werden.

Kosten, die an einer "Kostenstelle" im Unternehmen entstehen, das Dienstleistungen für viele andere Stellen des Unternehmens erbringt, können über den Gemeinkostenschlüssel verrechnet werden. Nach modernen betriebswirtschaftlichen Grundsätzen sicherlich keine ideale Lösung: Vor allem dann nicht, wenn Fachabteilungen für Leistungen zahlen sollen, die sie nicht bekommen haben. Kostenermittlung im RZ selbst, Planungs- und Steuerungsdaten für die DV-Abteilung, aber auch Kostenwahrheit für das Gesamtunternehmen und seine - vom RZ bedienten - Fachabteilungen: das ist der Sinn von Job Accounting am Computer. os

Justus Wierzewski, Geschäftsführer der Infodata GmbH, Reinbek b. Hamburg

Als Service-Rechenzentrum entsteht bei uns zwangsläufig ein größerer Informationsbedarf des EDV-Managements als bei normalen Firmen-Rechenzentren. Deshalb haben wir eine ganze Reihe von Spezialprogrammen für, das Management eingesetzt. Vorausschicken muß ich allerdings, daß wir zum Einsatz von Standard-Software-Paketen noch etwa dreieinhalb Mann-Jahre eigene Manpower hinzufügen mußten, um eine akzeptable Lösung zu erzielen. Der Software-Markt weist in dieser Richtung enorme, Lücken auf.

Konkret haben wir heute an Software für das Rechenzentrum eingesetzt:

Ein Programmpaket für die Verwaltung der Quellenprogrammbibliothek, das imstande ist, historische Programmpakete zu rekonstruieren, ein maschinelles System zur Bandarchivverwaltung, dem wir jedoch eine automatische Arbeitsplanbeschreibung "hinzugestrickt" haben, eine umfangreiche Erweiterung dem Hersteller-Accounting-Systems, die wir selber entwickelt haben, da es auf diesem Gebiet keine akzeptable Lösung der Anbieter gibt, eine Zusatzphase zu jedem Job, der es uns ermöglicht, im DOS OS-Komfort bezüglich Platten- und Bandzuordnung zu fahren, ein System zur Dokumentationskontrolle, das wir selbst entwickelt haben sowie eine Reihe einzelner Spezialprogramme, darunter ein Sortierprogramm, das den Vorsortierungsgrad in einem bestimmten Faktor ausdrückt, ein Programm zur Festlegung von Plattenbereichen durch Optimierung des Verhältnisses von logischer Satzlänge und Blockungsfaktor (auch als Umstellungshilfe bei Wechsel des Plattentisches eingesetzt), und schließlich ein Satzteilmonitor zur Vollständigkeitskontrolle der Verarbeitung.

Trotz allem gilt unser derzeitiger Ist-Zustand noch nicht als optimal - Probleme gibt es noch bei der Automation und maschinellen Kontrolle der Arbeitsvorbereitungstätigkeiten im RZ. Unser Endziel: Ausschaltung der Wiederholzeiten durch menschliches Versagen im RZ.

Peter Jansen, Leiter der Programmierung, Kaufhaus Bräuninger, Stuttgart

Um einen Überblick zu bekommen über die Tätigkeiten, die täglich im RZ anfallen und inwiefern die Maschine damit ausgelastet ist, arbeiten wir mit Job Account.

Derzeit ist bei uns eine 370/125 installiert, wir fahren mit PL 1 und wollen demnächst mit VTAM weiterarbeiten. Um dann eine Information über die VTAM-Partitions und die Zugriffe, die dort erforderlich sind, zu erhalten, benötigten wir ein Accounting-System, das direkt mit dem DOS-Accounting, nicht aber mit Power-Accounting, arbeitet. Das einzige Paket auf dem Markt, das auch preislich zu vertreten war, hat uns die Firma UBS in Stuttgart mit dem "Job Accounting" angeboten.

Da wir erst vor kurzem als "Groß-EDV-Anwender" gelten - war bei uns MDT installiert -, benötigen wir vorerst Informationen ausschließlich über die Auslastung des Systems. In einem Jahr etwa werden wir auch Informationen benötigen für eine Kostenumlage auf die einzelnen Abteilungen, die EDV-Leistung in Anspruch nehmen.

Heute werden die Berichte des Job Accountings einzeln pro Job ausgedruckt. So können wir - praktisch noch in der Umstellungsphase - die erforderliche Belastung der Peripherie vorausplanen.

Hans-Joachim Bock, Leiter der Hauptabteilung EDV, Nova Krankenversicherung a. G., Hamburg

Seit Jahren werden monatliche RZ-Abrechnungen für die EDV-nutzenden Stellen unserer Hauptverwaltung maschinell erzeugt. Dazu benutzen wir als Basis die Daten des Siemens Job Accounts, die zum Teil anwenderseitig überarbeitet werden. Da das RZ nicht auf Profit-Basis arbeitet, kommt es darauf an, einen Belastungsnachweis zu führen, wer wann in welchem Umfang das installierte System eingesetzt hat. Das Umlageverfahren, das diese Werte ermittelt, ist bewußt einfach gehalten, um dem einzelnen Benutzer die betreffenden RZ-Kosten möglichst verständlich zum Ausdruck zu bringen. Unsere Vorgehensweise berücksichtigt außerdem, daß der Auftraggeber im Rahmen der Anwender-Software-Entwicklung in der Regel keinen Einfluß auf die Inanspruchnahme bestimmter Systemkomponenten zur Lösung seiner Probleme hat. Für die Kostenverteilung wird die Summe aller Verweilzeiten (ohne Realtime-Anwendungen) monatlich gebildet. Diese theoretische Größe entspricht den umzulegenden Gesamtkosten für Hardware einschließlich Mehrschichtmiete und Operator im Schichtbetrieb. Daraus erfolgt die Kostenaufteilung auf die einzelnen Jobs, wobei die Kosteneinheit zwischen fünf und sieben Pfennig pro Systemsekunde differiert. Es kann vorkommen, das ein und dieselbe Arbeit in einem Monat kostengünstiger bedient wird als in einem anderen. Dies ist aufgrund der unterschiedlichen Belastung des RZ bei Anwendung unseres Umlageverfahrens durchaus verständlich. Monatlich werden Belastungsübersichten je Hauptabteilung und/oder Projekt erstellt, dabei können einzelne Jobs prozentual angerechnet werden. Dienst- und Verwaltungsprogramme werden anteilig im Verhältnis der Nutzung des Gesamtsystems der entsprechenden Hauptabteilung angelastet. Die Real-Time-Laufzeiten werden kostenmäßig ähnlich umgelegt, wobei die TP-Peripherie besondere kostenmäßige Berücksichtigung findet. Dieselben Auswertungen dienen auch der Kostenaufteilung auf die Unternehmen des Konzerns.

Wir meinen, daß wir mit dem beschriebenen Instrumentarium eine aussagefähigen Nachweis über einen wesentlichen Teil der durch das RZ entstehenden Kosten führen können.

Horst Mensfelder, Leiter Betriebsorganisation und EDV, Deutsche

Beamtenversicherung, Wiesbaden

Das Management der EDV-Abteilung ist ein sehr weites Gebiet. Gerade für unsere Branche - Versicherungen - findet man auf dem Standard-Software-Markt nicht das, was zu einer effizienten RZ-Steuerung und -Planung erforderlich wäre. Als Univac-Anwender haben wir ein eigenes Datenbanksystem entwickelt, das sich dadurch auszeichnet, daß wir quasi den Anfall der Verknüpfungen gering gehalten und dadurch eine sehr große Geschwindigkeit erreicht haben. Mit dieser Lösung sind wir sehr zufrieden - das Aufsetzen einer Datei mit Adreßverknüpfungen dauert etwa nur eineinhalb Stunden.

Zudem gibt es in unserem hause ein mit Univac entwickeltes Real-Time-Verfahren. Wir arbeiten sehr stark strukturiert in der Programmierung und haben ein modulares Systems eingeführt, innerhalb dieser Moduln wird der Entscheidungstabellen-Prozessor DETAB/GT eingesetzt.

Sehr stark werden selbstentwickelte Tabellensysteme angewendet, da die angebotenen Tabellen-Verwaltungsprozessoren hier nicht ausreichen. Neben dem Job Accounting betreiben wir weitgehend eine automatisierte RZ-Steuerung, was uns die große Leistungsfähigkeit des Univac-Betriebssystems (EXEK 8) ohne Schwierigkeiten ermöglicht.

Als weitere Hilfe gibt es bei uns Input-Standards - wir verwalten alle Eingabedaten in einem Pool; die Daten werden automatisch interpretiert und an die Zielprogramme weitergeleitet.