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14.11.1986 - 

SCS-Stellenmarktanalyse: Elektrotechnik und Maschinenbau Branchenspitzenreiter

Job-lndex: Der Controller ist Hahn im Korb

HAMBURG (lo) - Auf dem Stellenmarkt für Führungs- und Fachkräfte behaupten Elektrotechnik und Maschinenbau weiterhin die Spitzenplätze. 15 Prozent mehr Stellenausschreibungen als im Vorjahr sind für die SCS Personalberatung GmbH in Hamburg Indiz für eine optimistische Zukunftseinschätzung der - zunehmend kostenbewußten - Unternehmer. Denn ihr Lieblingskind heißt Controller.

Wie es scheint, ist die Zeit der großen Investitionen vorbei; nun soll wieder gerechnet werden: Nach dem SCS-Job-lndex verbuchten die Angebote für das Finanz- und Rechnungswesen einschließlich Controlling mit 34 Prozent die höchste Zuwachsrate an Stellenausschreibungen in den Wochenendausgaben der überregionalen Tageszeitungen zum Vergleichsquartal des Jahres 1985. Herkömmliches betriebliches Berichtswesen soll also durch ein effizientes Controlling-System ergänzt werden.

Vor allem im Dienstleistungssektor stellt die EDV eines der wesentlichsten Werkzeuge für den qualifizierten Controller dar. Um Wahrheitsgehalt und Sinn der Unternehmenszahlen überzeugend verkaufen zu können, unter Umständen auch gegen interne Interessen, "benötigt er den Einfluß auf die Datenbe- und -aufarbeitung", stellt Jürgen Gossmann, Controller und DV-Verantwortlicher beim Konzern Mövenpick, fest. Er muß also häufig auch spontan auf Informationen zugreifen. Gerade deshalb legt der Controller Prioritäts- und Zeitkriterien für den DV-Einsatz fest. Dazu gehört die Verfügungsgewalt bei der Auswahl der Hard- wie auch Software sowie beim Einsatz der Systeme.

In den meisten Positionsbeschreibungen wird eine besondere Mentalität nachgefragt: Der herkömmliche Leiter Rechnungswesen ist vom Profil her nicht mehr deckungsgleich mit der erweiterten Aufgabenstellung jenes qualifizierten Controllers, der seinen Auftrag vornehmlich im Sinn der Gewinnoptimierung verstehen sollte. Der Mövenpick-Manager: "Dazu gehört eo ipso, alle notwendigen Informationen schnell und definitionsgerecht zu erhalten." Weder Buchhalter noch "Zahlenknecht", sondern gleichwertiger Partner des Managements, ist es für den Controller wesentlich, praktischen Einfluß nehmen zu können.

In dieser hochangesiedelten Schnittstelle - Gossmann: "Der Controller ist Mitglied der Geschäftsleitung oder des Vorstands" - verflechten sich technische und betriebswirtschaftliche Unternehmensstrategie zunehmend. Bei Informationsmanagement und Controlling lassen sich breite Überlappungen feststellen.

Auch für Entwicklungen in der Informationstechnologie muß der Controller einen wachen Blick besitzen. Seine Budgetverantwortung fordert, über das herkömmliche Maß des Leiters Finanz- und Rechnungswesen hinaus "DV-minded" zu sein. "Schließlich ist es die Aufgabe des Controllers", so Heinz Tannert, Mitglied der Geschäftsleitung bei SCS, "in die Zukunft zu denken und aus den vorhandenen Instrumenten etwas zu machen."

Laut SCS-Job-Index mit Blick auf die Branchen inserierte der Stahl- und Leichtmetallbau - als der Spitzenreiter bei den Steigerungsraten - mehr als doppelt so viele freie Positionen wie im Vergleichsraum 1985. Jede zweite ihrer Offerten war an Ingenieure, vorwiegend der Fachrichtung Maschinenbau, gerichtet. Der Anteil dieser Branche am Gesamtstellenangebot für Manager und Spezialisten beträgt etwa drei Prozent. In den Anforderungsprofilen überwiegen Kenntnisse in CAD/CAM und PPS, ein Wissen, das von Newcomern häufig erst in internen Schulungen erworben werden muß.

Mit 16 Prozent behauptete die Elektrotechnik und mit 13 vom Hundert der Maschinenbau am Gesamtangebot größenmäßig weiterhin ihre Spitzenplätze. In beiden Branchen entfielen von den Ausschreibungen auf den Produktionsbereich ein Viertel, auf Verkauf und Vertrieb sowie Forschung, Entwicklung und Konstruktion je ein Fünftel.

Bei der feinmechanischen und optischen Industrie sowie dem Fahrzeugbau dagegen scheint der Nachholbedarf an Führungs- und Fachkräften gedeckt. SCS verzeichnete rund die Hälfte beziehungsweise knapp dreißig Prozent weniger Ausschreibungen als 1985.

Der Verkaufs- und Vertriebsbereich hielt mit rund 22 Prozent den traditionell höchsten Anteil in dem Quartalsvergleich; in der DV-Branche war er besonders "dynamisch".