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09.04.1993 - 

Experten geben Bewerbungstips fuer Rezessionszeiten

Jobsuchende muessen gezielt die Aufmerksamkeit auf sich lenken

Zwei Personalprofis, der Detmolder Karriereberater Bernd Andersch sowie Dietmar Eidens, Director Human Ressources Zentral- und Osteuropa bei der Informix Software GmbH in Muenchen, sparten nicht mit praxisnahen Tips. In einer ersten Fragerunde ging es um allgemeine Probleme, die sich Bewerbern stellen. Im Anschluss daran konnten die Zuhoerer den beiden Experten ihre persoenlichen Karriereanliegen schildern.

Nach Anderschs Beobachtung waren etwa ein Drittel der Zuhoerer Berufseinsteiger, ein Drittel DV-Profis und ein Drittel Personen in Management-Positionen. "Ich habe Gespraeche mit Computerexperten gefuehrt, die sich vor zwei Jahren nur ueber Headhunter beworben haetten", berichtet Eidens. Jetzt sehe man, wie hoch die Gehaelter der Beschaeftigten bei Hardware-herstellern seien. Waehrend Vertriebsprofis mit langjaehriger Berufserfahrung zwischen 150 000 bis 180 000 Mark im Jahr verdienten, muessten sie jetzt davon ausgehen, dass sie bei einem Firmenwechsel mit Abstrichen von fuenfzehn bis zwanzig Prozent zu rechnen haben und nicht wie frueher noch draufsatteln koennen. Hier muessten viele Datenverarbeiter umdenken, und der Muenchner Personalfachmann bezweifelt, dass die Hardwarespezialisten dies schaffen. Darueber hinaus sei ihr Wissen zu einseitig, und eine starke Praegung durch die Unternehmenskultur mache sie zu unflexibel.

Jeder Bewerber muesse sich heute genauestens ueberlegen, wie er positiv auf sich aufmerksam machen koenne, sei es durch eine entsprechende Qualifikation oder zumindest durch das Erscheinungsbild des Bewerbungsschreibens, um ueberhaupt zum Gespraech eingeladen zu werden, denn "ich erhalte zum Teil ueber 100 Briefe auf eine Anzeige". Andersch sekundiert: "Der Jobsuchende muss damit rechnen, dass er bei 100 unaufgeforderten Schreiben hoechstens zwei Einladungen zu einem Vorstellungsgespraech erhaelt."

In jedem Fall sollte man alle Moeglichkeiten ausschoepfen und zum Beispiel Stellengesuche formulieren oder bei Firmen anrufen, um sich genau ueber ausgeschriebene Stellen zu erkundigen. Andersch geht noch einen Schritt weiter. Er empfiehlt, die Bewerbung gleich an den Org./DV-Leiter zu schicken. Denn mittlerweile haetten die Fachabteilungen ein wichtiges Wort in Sachen Personal mitzureden, "und wenn man den DV-Chef von seiner fachlichen Eignung ueberzeugt, kann der Personaler nicht nein sagen", glaubt Andersch.

Wichtig sei, beim Abfassen des Lebenslaufs und im Anschreiben keine Fehler zu machen. Immer wieder, so die beiden Personalexperten, kommen Maengel wie fehlendes Datum, fehlende Unterschrift oder qualitativ schlechte Fotos vor. Viele Fehler passierten deshalb, weil sich die wechselwilligen Kandidaten die Anzeige nicht genau durchlesen und deshalb im Anschreiben nicht auf die verlangten Qualifikationen eingingen.