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27.03.1987 - 

Riesenhuber ist sein Vorbild:

Jüngster Aussteller mußte sich schulfrei nehmen

Mit dreizehn hat er seinen ersten Computer zu Weihnachten bekommen. Nach einem Jahr war das Gerät für Erhard Klein aus Butjadingen bei Nordenham ausgereizt.

Für den nächsten Rechner, der schon 5000 Mark kostete, mußte die Oma Geld dazugeben. "Da hatte ich dann schon eine gewisse Verantwortung", erinnert sich der heute 17jährige. Denn mit einem so teuren Gerät immer nur herumspielen, das ging ja auch nicht." Für das zu dem Zeitpunkt gerade neu erschienene, nicht voll IBM-kompatible Gerät gab es noch keine Software. Die entwickelte Erhard Klein dann selbst.

Ein Jahr später, zur Hannover-Messe 1985, präsentierte Klein seine Ergebnisse aus dem Grafikbereich dem Unternehmen Sanyo, das die Programme als Demo auf dem Stand laufen ließ. Danach kam Klein "die Idee mit dem Scanner": Er meldete sich bei dem Wettbewerb "Jugend forscht" 1986 an. Mit dem Low-cost-Scanner lassen sich Vorlagen digitalisieren; das Gerät für knapp zehn Mark wird auf den Druckkopf des Druckers aufgesteckt. Zeile für Zeile tastet es die Vorlage ab, die im Drucker steckt.

Zur "Systems" 1986 präsentierte sich Klein dann auf dem Sanyo-Stand mit einer Demo. Innerhalb von vier Monaten entwickelte Klein für das Unternehmen ein Programm für einen Video-Digitalisierer. Beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" in Emden errang der Schüler dann wenig später den ersten Platz.

Seine CeBIT-Teilnahme im vergangenen Jahr brachte schließlich den Durchbruch. Das amerikanische Softwarehaus Award wurde auf den Jungforscher aufmerksam und ermöglichte ihm als Gegenleistung für den Low-cost-Scanner einen längeren Aufenthalt in den USA.

Über ein Radio-Interview wurde wenig später der Besitzer einer Supermarktkette aus Jever auf Klein aufmerksam. Für die Scannerkassen seiner Lebensmittelgeschäfte, die zur Zeit noch mit Laser ausgerüstet sind, gab er Klein den Auftrag, eine Lösung auf CCD-Basis zu entwickeln.

Klein erfindet "in allen Bereichen", wie er selber sagt. Unterstützung findet er bei seinem Vater, der als Ingenieur bei einem Luft- und Raumfahrtkonzern arbeitet. Der Filius nennt den Papa auch "seinen Tiriac". Wie Becker auf dem Tenniscourt sucht Klein in der Elektronik die Herausforderung.

Bei aller Geschäftigkeit hat Klein auch noch seine Pflichten als Schüler zu erledigen. Die Zeit in der Schule nutzt er intensiv, um sich nicht noch durch Hausarbeiten am Nachmittag belastet zu sein. Lediglich Klausuren bereitet er zu Hause vor. Nach dem Mittagessen ist zuerst die Post dran, danach werden Telefongespräche geführt. Überarbeitet fühlt sich Klein nicht. Kontakte zu Mitschülern und Gleichaltrigen hat er auch genug, wie er sagt. Sogar für einen Tanzkursus bleibt ihm noch die Zeit.

"Sich für alles zu interessieren, gibt der Siebzehnjährige als sein größtes Hobby an. Befürchtungen, daß er da eingeschränkt werden könnte, hat er für die Zeit des Wehrdienstes. Aber auch da weiß er schon eine Lösung, die bei den Bundesministerien für Verteidigung, Forschung und Technologie sowie Bildung und Wissenschaft Interesse gefunden hat. Ähnlich der Sportförderung an einem eigenen Standort, wünscht sich Klein eine Hochbegabtenförderung, um seinen Wissensvorsprung zu erhalten oder sogar noch zu vergrößern.