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16.05.1986

Jungunternehmer fordern technische Intelligenz

GARMISCH-PARTENKIRCHEN (CW) - "Bei uns wird heute nach

Erkenntnissen von gestern für den Bedarf von morgen ausgebildet", pointierten die Wirtschaftsjunioren (WJ) Bayern auf einem Treffen unter dem Motto "Neue Arbeitsplätze durch neue Technologien". Gleichzeitig riefen sie für das deutsche Bildungssystem zu mehr Innovationsfreude auf.

Der Landesvorsitzende des bayerischen Unternehmernachwuchses, Heinrich Sandler, postulierte auf dem Treffen, zu dem neben rund 400 Jugendunternehmern auch

Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik eingeladen waren, mit Blick auf die künftige Bedeutung des Wissens und Lernpotentials der Arbeitnehmer: "Wir müssen das Bildungs- und

Beschäftigungssystem besser aufeinander abstimmen. Das sei eine notwendige Forderung in einer hochindustrialisierten Volkswirtschaft.

Denn angesichts beschleunigter Strukturveränderungen in der Arbeitswelt wachse die Gefahr, daß "am Bedarf vorbei" ausgebildet werde. Die Wirtschaft mit ihrer betrieblichen Aus- und Fortbildung stelle sich zwar auf neue Entwicklungen ein. Zu langsam aber setze sich an den allgemeinbildenden Schulen und auch an Hochschulen eine flexible Zukunftsvorbereitung durch: nämlich eine neue "technische Intelligenz" auf allen Bildungsstufen.

Es sei wichtig, so der Landesvorsitzende weiter, der Jugend den Nutzen der neuen Technologien und ihre Chancen klarzumachen. So würden Experten den Bedarf an DV-Fachpersonal für 1990 auf mindestens 1,2 Millionen Personen (fünf Prozent der Beschäftigten) schätzen. Nicht einmal die Hälfte dieses Bedarfs sei bis heute gedeckt. Das belege beispielsweise die Notwendigkeit einer "Qualifikationsoffensive". Die Chancen am Arbeitsmarkt würden immer stärker davon abhängig, inwieweit Ausbildung und Fortbildung die Anwendung neuer Technologien berücksichtigen.

Walter Königseder, Vertriebsleiter der Hewlett-Packard GmbH in Bayern - zusammen mit der Daimler-Benz AG Sponsor des Treffens - rief die Wirtschaftsjunioren auf, Investitionsentscheidungen in diesem Bereich nicht auf die lange Bank zu schieben, denn "verantwortliche Zukunftsplanung kann nur heute, jetzt gleich, beginnen". Zugleich appellierte er an die "Entscheider von morgen", sich über den zukunftsträchtigen Bereich der Anwendungen von CIM zu informieren.

CIM: Bausteine zur Fabrik der Zukunft

Computer Integrated Manufacturing (CIM) bedeute, durch "Integration" die Möglichkeiten des vernetzten Computereinsatzes in der Fertigung voll auszuschöpfen. Der Einstieg in die CIM-Konzeption ist nach seinen Angaben in allen relevanten Bereichen eines Produktionsbetriebes möglich: in der computerunterstützten Konstruktion (CAD), der computerunterstützten Fertigung (CAM), der Produktionsplanung beziehungsweise -steuerung und der Qualitätssicherung. Von hier aus ergeben sich die "CIM-Bausteine zur Fabrik der Zukunft", so Königseder die Verknüpfungen mit den übrigen Unternehmensbereichen, der Verwaltung oder der Finanzabteilung.

Für den Schulunterricht forderte der Landesvorsitzende der WJ Bayern, Sandler, flexiblere Lehrpläne und mehr Informationen über wirtschaftliche und technische Vorgänge und Zusammenhänge. Nicht zuletzt die Lehrer müßten in die Lage versetzt werden, die junge Generation an den verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien heranzuführen.

Kooperation von Schule und Wirtschaft

Wie der WJ-Lenker unterstrich stünden Schule und Wirtschaft vor neuen Herausforderungen, die sie nur gemeinsam bewältigen könnten. Deshalb müsse in allen Bereichen unseres Bildungswesens die Abschottung zwischen Schule und Wirtschaft überwunden werden.

"Auch die traditionelle Berufsausbildung muß durch neue Inhalte ergänzt werden, ohne daß diese die berufsspezifische Fachausbildung ersetzen, propagierte Sandler. Ebenso habe sich nach seiner Ansicht der Markt der Weiterbildung noch nicht genügend auf die Anforderungen eingestellt, die sich aus der dynamischen Entwicklung der Mikroelektronik ergeben. Hier sei noch viel zu tun, und in der Bundesrepublik als exportorientiertem Land sollte man immer daran denken, daß ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit gleichbedeutend wäre mit mehr Arbeitslosigkeit.