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30.01.2008

Juniper Networks betritt den Switch-Markt

Die EX-Serie lockt Anwender mit nur einem Betriebssystem - eine Spitze gegen Cisco.

Juniper Networks hat mit der EX-Serie erstmals eigene Enterprise-Switches vorgestellt. Gerüchte über einen solchen Schritt hatten seit Jahren kursiert. Juniper ist optimistisch, Cisco im Switching-Bereich mindesten ebenso viel Marktanteil abzuknöpfen wie zuvor schon im Carrier-Routing. Als die Company 1997 in diesem Segment aktiv wurde, gelang es ihr binnen weniger Jahre, ein Drittel von Ciscos Anteil zu erreichen. Allerdings ist die aktuelle Ausgangsposition eine andere, da Cisco gegenwärtig mehr als zwei Drittel des Switching-Markts kontrolliert und unlängst selbst mit "Nexus" einen leistungsfähigen Switch für Rechenzentren vorgestellt hat.

Cisco und diesieben Zwerge

Kein Wunder, dass Experten beim Ethernet-Switching-Markt gerne von "Cisco und den sieben Zwergen" sprechen. Um nicht als achter Zwerg zu enden, lässt Juniper nun eine Serie von Switches vom Stapel, die einiges mit den Routern, der Netscreen-Firewall und den VPN-Produkten des Herstellers gemein haben. Dieser Umstand, so verspricht Juniper, soll eine anhaltende Leistung und die End-to-End-Verwaltbarkeit garantieren sowie die Betriebskosten und Ausfallzeiten reduzieren.

JunOS gegen denBetriebssystem-Mischmasch

Als wesentliches Kaufargument führt der Hersteller in diesem Zusammenhang an, dass die EX-Produktfamilie ebenso wie alle Router von Juniper von dem JunOS-Betriebssystem angetrieben wird. Diese Einheitlichkeit sei von Vorteil, da in älteren Enterprise-Switch-Architekturen, wo es häufig von verschiedenen, inkonsistenten Netz-Betriebssystemen nur so wimmelt, deren Leistung bei Einführung neuer Features schwer vorhersagbar sei, argumentiert Juniper. Der Hersteller zielt damit klar auf den Rivalen Cisco, der zwei Varianten seines IOS-Betriebssystems nutzt: die Standardfassung für Enterprise-Geräte sowie das modulare IOS XR für Carrier-Devices, wobei häufig noch verschiedene Versionen im Einsatz sind. Damit nicht genug, hat Cisco nun mit Nexus ein drittes OS im Markt.

Einkaufsversuchescheiterten

Um in den Enterprise-Switch-Markt einzusteigen, musste der Hersteller zwei Jahre Arbeit und Hunderte von Millionen Dollar Entwicklungskosten aufbringen, da er die EX-Serie selbst entwickelt hat, anstatt einen anderen Switch-Anbieter zu übernehmen. Was nicht heißen soll, dass dieser Schritt nicht ins Auge gefasst wurde. Laut Marktbeobachtern soll Firmenchef Scott Kriens allerdings mit entsprechenden Avancen bei Foundry-CEO Bobby Johnson und anderen abgeblitzt sein.

Kaum Vorteile in gemischten Umgebungen

Aus Sicht von Analysten hat Juniper mit EX ein technisch glaubwürdiges Angebot in der Hand. Nichtsdestotrotz gebe es jedoch Probleme, die Vorteile in einer Multivendor-Umgebung auszuspielen. "Wenn die Geräte das können, was Juniper verspricht, ist der Anbieter nun auf der Shortlist", erklärte IDC-Analyst Abner Germanow. Ein einziges Betriebssystem sei großartig, ein einziges Interface und eine einzige Funktionalität vereinfachten vieles. Wenn ein EX-Switch aber nur an einem Ende des Netzes sitze, entfalle dieser Effekt.

Germanow weißt außerdem darauf hin, dass Cisco über eine große installierte Basis verfügt, die Juniper erst noch schaffen muss. Zusätzlich sei Juniper zwar Nummer zwei im Bereich Enterprise-Router. Branchenprimus Cisco gehörten jedoch rund drei Viertel des Marktes. Jim Metzler von Metzler Associates bemerkt, dass Juniper eine Chance als offene und neutrale Alternative habe - sowohl bei Kunden wie auch bei Partnern -, da Cisco direkter mit seinen Partnern im Bereich Rechenzentrum in Konkurrenz trete, etwa mit IBM. (mb)