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28.07.2009

Kabelnetzbetreiber Primacom will Tele Columbus übernehmen - FAZ

FRANKFURT (Dow Jones)--Die beiden Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und Primacom sollen fusionieren, um auf diesem Weg auch die Finanzprobleme ihrer gemeinsamen Muttergesellschaft Escaline-Orion zu mindern. "Aus meiner Sicht gehören beide Firmen zusammen", wird Primacom-Vorstandssprecher Michael Buhl in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ - Dienstagausgabe) zitiert. Geplant sei eine Übernahme von Tele Columbus durch die börsennotierte Primacom AG unter Einbeziehung eines Investors. Unklar sei noch, welcher Investor die Orion-Tochtergesellschaften unterstützen würde. Buhl kann sich Finanzinvestoren wie Blackstone oder Cerberus vorstellen, aber auch internationale Telekomkonzerne.

FRANKFURT (Dow Jones)--Die beiden Kabelnetzbetreiber Tele Columbus und Primacom sollen fusionieren, um auf diesem Weg auch die Finanzprobleme ihrer gemeinsamen Muttergesellschaft Escaline-Orion zu mindern. "Aus meiner Sicht gehören beide Firmen zusammen", wird Primacom-Vorstandssprecher Michael Buhl in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ - Dienstagausgabe) zitiert. Geplant sei eine Übernahme von Tele Columbus durch die börsennotierte Primacom AG unter Einbeziehung eines Investors. Unklar sei noch, welcher Investor die Orion-Tochtergesellschaften unterstützen würde. Buhl kann sich Finanzinvestoren wie Blackstone oder Cerberus vorstellen, aber auch internationale Telekomkonzerne.

Käme es zur Fusion der beiden lokalen Kabelnetzbetreiber, dann entstünde ein Anbieter, der 3 Mio Haushalte in Ostdeutschland mit schnellem Internet, Fernsehen und Telefon versorgt. Er käme auf ein operatives Ergebnis von 150 Mio EUR und einen Marktwert von schätzungsweise 1,2 Mrd EUR. Gemeinsam könnten Synergien von jährlich 15 Mio EUR gehoben werden, erwartet Buhl.

Die Kabel-Gruppe mit ihrer in Luxemburg ansässigen Holding-Gesellschaft Escaline ist laut Bericht mit insgesamt 1,8 Mrd EUR verschuldet. Mehrere Finanzinvestoren unter Führung der Londoner Beteiligungsgesellschaft Aletheia hatten Orion die Schuldenlast aufgebürdet. Allein auf der Tochtergesellschaft Tele Columbus lasten laut "FAZ" rund 900 Mio EUR. "Anders als Primacom ist Tele Columbus ein Restrukturierungsfall", sagte Buhl. Er ist seit 15. Juli auch Vorsitzender der Geschäftsführung von Tele Columbus.

Das letzte Wort vor einer möglichen Übernahme haben allerdings die Orion-Gläubiger. Derzeit suchen die mehr als 50 Kreditgeber nach einer Lösung. Tele Columbus habe zuletzt einen Jahresfehlbetrag von mehr als 150 Mio EUR gemacht, könne seine Zinsen kaum noch zurückzahlen und solle nun über ein Schuldenmoratorium bis Ende des Jahres stabilisiert werden, berichtet die "FAZ" mit Verweis auf Finanzkreise.

Die Fusionspläne von Escaline-Orion sind wohl auch als Absage an Kabel Deutschland zu verstehen. Der Marktführer in Deutschland hatte sich als möglicher Käufer für Orion ins Spiel gebracht, als die Finanzprobleme des kleineren Wettbewerbers bekannt wurden. "Wir wären der natürliche Käufer, weil eine Kombination aus Netzebene 3 und 4 strategisch den größten Sinn ergibt", hatte eine Unternehmenssprecherin Ende Juni auf Anfrage von Dow Jones Newswires erklärt.

Als "Netzebene 3" werden die regionalen Breitbandkabelnetze bezeichnet, wie sie auch Kabel Deutschland anbietet. Die "Netzebene 4" ist die letzte Meile zum Kunden, also die Signalübermittlung innerhalb der Grundstücke und Gebäude. Orion ist einer der größten Netzebene-4-Betreiber des deutschen Marktes.

Webseiten: www.faz.net www.orion-cable.de www.primacom.de www.telecolumbus.de -Von Matthias Karpstein, Dow Jones Newswires, +49 69 29725-104, matthias.karpstein@dowjones.com DJG/mak/jhe/cbr Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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