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Insolvenzantrag von Callahan: Hürde für Netzverkauf


26.07.2002 - 

Kabelpleite trifft auch die Telekom

DÜSSELDORF (CW) - Der Plan, das nordrhein-westfälische Fernsehkabelnetz zum Multimedia-Übertragungsweg auszubauen, ist gescheitert. Callahan, die Dachgesellschaft des Kabelbetreibers Ish, hat inzwischen Insolvenz beantragt. Eine Erschwernis des weiteren Verkaufs von Kabelnetzen der Telekom gilt als wahrscheinlich.

Die Veräußerung der Mehrheit des nordrhein-westfälischen Netzes an Callahan war im Februar 2000 der erste gelungene Verkauf aus dem Telekom-Kabelnetz. Die Akquisition von 55 Prozent für rund zwei Milliarden Euro finanzierte Callahan größtenteils über die Ausgabe von Hochzinsanleihen. 45 Prozent der Anteile in NRW verblieben bei der Telekom. Außer den Kapitaleignern Callahan und Telekom sind die rund 2000 Zeichner der Anleihe die Hauptbetroffenen der Pleite.

Der hohe Preis für das NRW-Kabelnetz war vor zwei Jahren damit gerechtfertigt worden, dass es das potenziell lukrativste in Deutschland sei. Ebenfalls an Callahan waren die Netze in Baden-Württemberg gegangen. Die dortige Kabelgesellschaft ist den Angaben zufolge allerdings von der Insolvenz nicht betroffen. Das hessische Kabelnetz hatte eine Tochter des mittlerweile insolventen britischen Kabelkonzerns NTL erworben. Den Rest wollte die Deutsche Telekom für 5,5 Milliarden Euro an den US-Kabeleigner Liberty veräußern, was jedoch das Kartellamt verhinderte.

Der Verkauf des TV-Kabelnetzes der Telekom würde dazu beitragen, den Schuldenberg des Unternehmens abzubauen. Die Telekom machte zunächst keine Angaben darüber, ob sie durch die Pleite des Kabelnetzpartners zu einer außerordentlichen Abschreibung genötigt sein wird. Ein Sprecher sagte lediglich, es seien im vergangenen Jahr bereits Abschreibungen vorgenommen worden, die er aber nicht bezifferte. Schwerer als ein Verlust der Anteile wiegt für den Konzern der Effekt für seine weiteren Kabelverkaufspläne. Für die Hälfte des bundesweiten Kabelnetzes werden noch Käufer gesucht. Die Callahan-Pleite wird nun den Preis wohl weiter drücken.

Die rund 4,2 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen, die über das Kabelnetz Fernsehen und Radio empfangen, hätten unter der Pleite dagegen nicht zu leiden, bekundet Callahan. Die Programmübertragung werde nicht beeinträchtigt, da die für das operative Geschäft zuständige Gesellschaft Ish weiter arbeite. Sie könne durch die eingenommenen Kabelbeiträge der Haushalte aufrechterhalten werden. (sra)