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18.08.1989 - 

US-Anwender lassen sich immer weniger mit Herstellerversprechung anspeisen

Käufermarkt: DV-lndustrie muß Farbe bekennen

MÜNCHEN (CW) - Die US-DV-Anbieter werden laut Sierra Group einen Einbruch erleben, wenn sie nicht schnellstens auf die veränderten Marktbedingungen reagieren: Die Anwender sind kritischer und kostenbewußter geworden, was den Trend zum Downsizing begünstige - zudem gehe die Furcht vor einer allgemeinen Rezession um.

Sehr vorsichtig wollen Amerikas DV-Manager in der nächsten Zeit mit ihrem Geld umgehen. Das ergab die jüngste Umfrage des amerikanischen Marktforschungsunternehmens "The Sierra Group". Einen der Gründe dafür sieht Sierra-Vizepräsidentin Marty Gruhn in der rapide wachsenden Angst vor einer Rezession. Zwei Drittel der fahrenden US-Manager rechnen bereits mit einem unmittelbar bevorstehenden Konjunktureinbruch. Vor zwei Monaten noch plagte erst ein Drittel von ihnen diese Sorge.

Ob die Krise kommt oder nicht - für die Computerindustrie könnte allein schon die Angst vor der Krise zur Krise werden. Mini- und Mainframehersteller nämlich droht diese Stimmung sehr viel Geld zu kosten. Zwar werden die Verantwortlichen im nächsten Jahr zwischen drei und zehn Prozent mehr für ihre DV ausgeben, aber weniger denn je wird dieses Geld die altbekannten Wege nehmen. Angesichts der düsteren Konjunkturperspektiven schrecken die meisten der befragten Manager vor einem weiteren Ausbau der Groß-DV mit ihren langfristig nur schwer kalkulierbaren Kosten zurück. Stattdessen wollen sie ihre Dollars verstärkt in lokale Netze und PCs investieren, und das in einem Ausmaß, von dem Sierra glaubt, daß es den Anbietern mittlerer und großer Systeme Probleme bereiten könnte.

Doch die Sorge um die Konjunktur, so der Bericht weiter, verstärkt nur einen Trend, der den Hardwareanbietern schon länger Kopfzerbrechen bereitet und der die Industrie so bald wohl nicht zur Ruhe kommen lassen wird. Einer der wesentlichen Faktoren dabei ist der zunehmende Konkurrenzdruck und der daraus resultierende Preiskampf zwischen den Anbietern, der langsam aber sicher die Gewinne aufzehrt. Ein zweiter, langfristig vielleicht entscheidenderer Faktor sei, daß die Kunden immer anspruchsvoller würden und immer weniger bereit seien, sich mit dem zufrieden zu geben, was die Hersteller ihnen offerierten. Eine Firma, die weiterhin davon ausgehe, daß die Computerindustrie von der Technik bestimmt werde, die sie liefere, und nicht von den Bedürfnissen der Kunden, sei auf dem Holzweg. "Was wir verlangen", sagte einer der Befragten, "ist, daß sie das, was wir haben, einsetzbar machen, statt mit immer größeren und schnelleren Dingen zu kommen."

Weiter verschärft wird die Lage nach Ansicht der Sierra Group dadurch, daß große Hersteller wie IBM oder DEC auf dem Markt zunehmend aggressiv operieren und versuchen, auch in Nischenmärkte einzudringen, wo sie den kleineren Firmen, die diese Nischen ursprünglich entdeckt hatten, die Kunden wegnehmen. So gaben 39 Prozent der Befragten an, IBM sei bei den Verkaufsgesprächen um einiges flexibler geworden in der letzten Zeit.

Unternehmen wie Wang, Data General, Prime oder Nixdorf, die es verpaßt hätten, sich rechtzeitig auf die gegenwärtigen Veränderungen einzustellen, könnten es jetzt, da sie von vielen Seiten bedrängt werden, sehr schwer haben, über die nächsten Jahre zu kommen. Selbst DEC, das die drohende Gefahr gerade noch im letzten Moment erkannt hat und mit seinen neuen RISC-Rechnern dagegen anzugehen versucht, könnte noch ins Stolpern kommen.