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19.05.2009

Kagermann sagt Servus

Henning Kagermanns Amtszeit im SAP-Vorstand war von Erfolgen geprägt. In den letzten Jahren gab es aber auch weniger Erfreuliches.

Seine Abschlussrede auf der Hauptversammlung nutzte der scheidende SAP-Vorstand, um auf die letzten zehn Jahre zurückzublicken. Die Bilanz klingt beeindruckend: In dieser Zeit hat sich die Kundenzahl verachtfacht. Derzeit, so Kagermann, zählt SAP 86.000 Kunden. Im Schnitt legte der Produktumsatz jährlich um 12,7 Prozent zu. Die Zahl der Mitarbeiter ist von knapp 20.000 auf rund 50.000 gestiegen.

Kagermann fing 1982 in der Entwicklungsabteilung an. Das war noch zu Zeiten von R/2 und Mainframes, denn SAP R/3 kam erst rund zehn Jahre später auf den Markt. Im Jahr 1991 berief SAP den Physikprofessor in den Vorstand. Ab 1998 leitete er den Konzern gemeinsam mit Hasso Plattner, um dann 2003 alleiniger Vorstandssprecher zu werden. Seit April 2008 teilte Kagermann sich die Konzerleitung mit Léo Apotheker, der nun SAP alleine führt.

In Kagermanns Amtszeit als Vorstandssprecher fiel die 2003 angekündigte SOA-Strategie von SAP, die seiner Ansicht nach mit der unlängst erfolgten Freigabe von "Business Suite 7.0" abgeschlossen wurde. Mit dem Kauf von Business Objects begleitete Kagermann die größte Übernahme der SAP-Geschichte.

Licht und Schatten

Es gab aber auch weniger Erfreuliches zwischen 2003 und 2009. Dazu zählt unter anderem das bisher glücklose On-Demand-Produkt "Business ByDesign", das noch laufende Gerichtsverfahren mit Oracle wegen unerlaubter Downloads und das neue Wartungsmodell "SAP Enterprise Support", mit dessen Einführung der Konzern langjährige Kunden vor den Kopf stieß. Als eine der schwersten Entscheidungen seiner Laufbahn bezeichnet Kagermann die Entlassungen wegen der aktuellen Wirtschaftskrise.

Zu den schwierigen Aufgaben des neuen SAP-Chefs gehört, die Miet-ERP-Lösung am Markt zu etablieren. Apotheker hatte unlängst eingeräumt, die von ihm geforderte rasche Markteinführung des Mietprodukts sei ein Fehler gewesen. Gespannt darf man ferner sein, ob und wie es der SAP unter Apotheker gelingen wird, wie geplant bis 2010 die Zahl der Kunden auf 100.000 zu steigern.

Zu den besonderen Fähigkeiten Kagermanns gehört es, sich sowohl zu technischen sowie produktbezogenen Fragen als auch zur Geschäftsstrategie von Unternehmen kompetent äußern zu können, und zwar auf Augenhöhe zum jeweiligen Gesprächspartner.