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30.09.1994

Kahn beurteilt den Office-Markt Lotus und Wordperfect muessen bei den Bueroloesungen umdenken

BARCELONA (IDG) - Die Marktposition von Suite-Paketen scheint festgeschrieben zu sein - Microsoft thront unangefochten an der Spitze. Wenn die Hersteller aus der zweiten Reihe an der Rangfolge noch etwas aendern wollen, dann muessen sie sich auf ihre Staerken besinnen, so der Tenor auf der DV-Fachtagung "ETRE" in Barcelona.

Das Ungleichgewicht am Markt fuer integrierte Bueropakete beschrieb Borland-Chef Philippe Kahn auf der Tagung so: Wenn sich Lotus und die von Novell uebernommene Wordperfect Group nicht klar von Microsofts Office-Produkt abgrenzen, haben beide Hersteller kuenftig keine Chancen in diesem Produktsegment.

Office-Geschaeft laesst hoechstens Platz fuer zwei

Das Geschaeft mit integrierten Paketen verspreche maximal den beiden groessten Anbietern Marktchancen, alle anderen haetten keine Aussicht auf gewinnbringende Umsaetze. Borland selbst hatte mit dem Verkauf der Tabellenkalkulation "Quattro Pro" an Novell die Moeglichkeit, ein eigenes Bueropaket zu buendeln, endgueltig aufgegeben.

Derzeit beherrscht Microsoft mit seinem Office-Bundle etwa 80 Prozent des Suite-Markts. Weit abgeschlagen folgen Lotus auf Rang zwei und Wordperfect an dritter Stelle. Mit einem neuen Anlauf versuchen sich die Verfolger nun von Microsoft abzugrenzen, indem sie zunehmend auf die Staerken innerhalb des eigenen Produktspektrums setzen. Wordperfect beispielsweise will unter der Bezeichnung "Novell Perfect Office" noch in diesem Herbst ein Update seines integrierten Pakets auf den Markt bringen. Darin werden laut Wordperfect-Chef Ad Reitveld die Vorteile der Novell- Plattform staerker genutzt. Die einzelnen Suite-Applikationen sollen zwecks Groupware-Funktionen enger in das Netzwerk- Management von Netware eingebunden werden, da in diesem Bereich ein klarer Heimvorteil gegenueber Microsoft bestehe.

Eine aehnlich intensive Verknuepfung plant Lotus zwischen dem Office-Paket Smartsuite und der Entwicklungsplattform Notes, dem unangefochtenen Marktfuehrer in Sachen Groupware. Nach Meinung von Kahn hat Lotus mit den Desktop-Anwendungen allein keine Chance, Microsofts Marktfuehrerschaft ernsthaft zu gefaehrden. Der Erfolg eines Bueropakets werde meist von der Textverarbeitung bestimmt, und da nehme Lotus' Ami Pro nur den dritten Platz ein. Die anhaltende Akzeptanz des Spreadsheets 1-2-3 werde wahrscheinlich nicht ausreichen, um dieses Defizit auszugleichen.