Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

02.04.1976 - 

Unterbrechungsfreie Stromversorgung

Kalkulation mit dem Stillstand

MÜNCHEN - Etwa zwischen 150 000 und 250 000 Mark kostet eine Anlage zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) - und das ist noch keine besonders große oder leistungsfähige Anlage. Lohnt sich eine solche Investition?

USV-Anlagen bestehen üblicherweise aus Gleich- und Wechselrichter sowie einer Batterie. Sie sind in der Lage die - unvermeidlicherweise immer wieder etwas schwankende - Versorgungsspannung so zu stabilisieren, daß sie den Anforderungen für ungestörten Computerbetrieb genügt. Sie schützt außerdem gegen Spannungsstöße sowie -einbrüche und kann - über die Batterie - den Rechnerbetrieb bei Stromausfall wenigstens solange aufrechterhaltene bis die Netzversorgung wieder hergestellt, ein Motor-Notstromaggregat angelaufen oder das DV-System ordnungsgemäß abgeschaltet ist. Die Batterien können in den meisten Fällen nur das Rechnersystem, und das nur für 15 bis 20 Minuten mit Energie versorgen - darüber hinaus würden die Batterien unwirtschaftlich teuer. Diese Zeitdauer entspricht auch ungefähr der Grenze, bis zu der ein Rechner ohne Klimatisierung betrieben werden kann.

Ob ein USV-System notwendig oder wirtschaftlich ist, hängt zunächst von der installierten Hardware ab. Die einzelnen Systeme "vertragen" Spannungsschwankungen oder -ausfälle Unterschiedlich gut. Es gibt beispielsweise Plattenspeicher, bei denen der Abnehmer auf die Platte einbrechen kann, wenn die Stromversorgung unerwartet ausfällt - dabei können nicht nur Daten verlorengehen, sondern auch ganze Bauteile beschädigt werden. Derartige Folgen müssen mit den Hardware-Lieferanten erörtert werden.

Es gibt zwar amerikanische Beobachtungen, wonach häufiges Ein- und Ausschalten eines Rechners - vor allem das unfreiwillige durch Ausfall der Stromversorgung - die Lebensdauer verschiedener Bauteile beeinträchtigt. Aber einigermaßen exakte Statistiken darüber sind bisher nicht veröffentlicht worden.

In der industriellen Anlagensteuerung können selbst kurzzeitige Ausfälle eines Prozeßrechners - beispielsweise in der chemischen Industrie oder bei der Zementherstellung - so hohe Schäden in der Anlage und/oder so hohe Kosten für den Wiederanlauf verursachen, daß für eine Sicherung der Stromversorgung auch hohe Investitionen lohnend sind. Bei sehr zeitkritischen Anwendungen kann eine Vorsorge gegen Systemzusammenbrüche ebenso nützlich sein wie bei hochausgelasteten Systemen als Alternative zur Kapazitätserweiterung des Rechners.

Post rechnet mit 45 Stunden Stillstand

Die Deutsche Bundespost, die - so meinen die Energielieferanten - noch einen relativ hohen Sicherheitsausschlag einkalkulierte, kam (vergleiche Tabelle) bei einer Untersuchung zu dem Schluß, daß eine elektrische Anlage in der Bundesrepublik im Jahr etwa vier Stunden lang wegen Stromausfalls stillsteht. Diese Ausfallzeit dürfte selbst unter Einrechnung des Aufwandes für Restart die Kosten eines USV-Systems normalerweise nicht rechtfertigen - insbesondere nicht bei gängigen kommerziellen Anwendungen.

Bleibt die Frage, ob durch einen plötzlichen Stromausfall Daten verfälscht werden und dadurch Schäden entstehen können - was wiederum soft- und hardwareabhängig ist. Der Einsatz eines USV-Systems ist dabei eine von mehreren Sicherungsmöglichkeiten.

Für eine Berechnung des Risikos, das mit Stromausfällen verbunden ist, sollte der einzelne DV-Anwender nicht von bundesdeutschen Durchschnittszahlen ausgehen: Die Risiken sind auf dem Land größer als in der Stadt, bei Freileitungen größer als bei Kabeln, bei Stichleitungen größer als bei Ringleitungen, bei Versorgung "über eine Strippe" größer als bei Versorgung über mehrere. Diese Daten müssen im Einzelfall beim zuständigen Energieversorgungsunternehmen erfragt werden - dort ist auch die Einsicht in die lokale Störungsstatistik möglich, die Aufschluß über die Zahl der Versorgungs-Unterbrechungen gibt.

Informationen über USV-Anlagen: CEAG Licht- und Stromversorgungstechnik GmbH, 477 Soest, Postfach 78, und Plessey GmbH, 8 München 40, Moorstr. 56.