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Federal Trade Commission


13.11.1974 - 

Kampf um IBMs Start im Satellitengeschäft

Washington, D. C. - IBMs Plan, 55 Prozent der Anteile der CML Satellite Corp. zu übernehmen stößt auf immer stärkeren Protest seitens der Computer- und Fernmeldeindustrie sowie auch der staatlichen Stellen in den USA, wird Jedoch von der CML auf das heftigste verteidigt.

Mit IBM als Hauptaktionär will die CML ein 150-Millionen-Dollar-Satelliten-Projekt verwirklichen, bei dem In den ganzen USA über Antennen auf Bürohäusern und feststehenden Satelliten ein direkter Signalaustausch von Computern, Terminals und Telefonen ermöglicht wird.

Im CML-Firmennamen steht das erste initial für Comsat General Corp., die bereits mit kommerziellen Nachrichtensatelliten im internationalen Fernmeldewesen tätig ist.

Das "M" deutet auf MCI Communications Inc. und das letzte Zeichen "L" steht für Lockheed Air-Craft Corp. Dafür, daß IBM die zwei letztgenannten Firmen aufkaufen kann, bedarf es nach amerikanischem Antitrustrecht einer Genehmigung durch die Federal Communications Commission (FCC, auf deutsch Bundesamt für das Fernmeldewesen), um die im Juli 1974 öffentlich ersucht wurde und die jetzt heftig umstritten wird.

Zusammen mit sieben amerikanischen Telefongesellschaften, darunter auch ITT Worlds Communications Inc., RCA und Western Union, haben Sanders Ass. und auch Sperry Rand Opposition angemeldet. Einspruch erhob zudem auch die Kartellbehörde (Federal Trade Commission).

Die Kartellbehörde forderte die FCC ,auf, den Antrag der IBM, die Firmen zu kaufen, abzulehnen, da seine Bewilligung zur "vollständigen Marktbeherrschung der CML auf dem Sektor kommerzieller Satelliten zu einem privatwirtschaftlichen Informationsaustausch fuhren würde".

Sperry Rand forderte umfangreiche öffentliche Hearings, um die ganzen Konsequenzen einer Entscheidung aufzuzeigen. Elektronik- und Terminal-Hersteller Sanders wurde aggressiver: "Der Plan zielt eindeutig auf die totale Beherrschung des Zukunftsmarkts hin." Sanders begründete diese Sorge mit einem Hinweis auf die Finanzkraft des Marktführers: Mit 3,5 Milliarden Dollar flüssigem Kapitals und weiteren 5,5 Milliarden Dollar zurückgestellter Gewinne sei IBM in der Lage, die erforderlichen Schritte zu unternehmen, um jeden Mitbewerber - selbst die American Telephone und Telegraph Co. (AT & T) - auf diesem wichtigen Markt auszuschalten.

AT & T reagierte gelassen mit dem Hinweis, daß noch zu wenig über IBMs Pläne bekannt sei, fragte aber, ob die Auflage der FCC an die großen Telefongesellschaften wie AT & T, GT & E und Western Union, sich nicht im DV-Geschäft zu engagieren, bei einer Pro-lBM-Entscheidung noch gerechtfertigt sei. Western Union sagt prompt für den Zukunftsmarkt voraus, daß das "Duopol" der Giganten AT&T und IBM das kommende Geschäft beherrschen werde.

Noch Im Juli 1974 hatte IBM-Präsident John R. Opel verbindlich verlauten lassen, daß die Firma nicht beabsichtige, einen beherrschenden Marktanteil im Kommunikationsträgerbereich anzustreben und nichts vorhabe, was den Grundcharakter der IBM verändere.

Jetzt aber, in einer Erwiderung vor der FCC gegen die Vorwürfe reagierte die CML - und hinter ihr steht die IBM - eiskalt. "Der heftige Protest der Opponenten läßt vermuten, daß sie ihre Dienste und Produkte als schlechter erachten". Eine Entscheidung gegen die CML/IBM-Pläne hieße "der Öffentlichkeit besseren Service und mehr Wettbewerb vorzuenthalten".