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02.11.1990 - 

Mietfinanz GmbH stellt Investitionsrückgang fest

Kampf um Marktanteile setzt Hardwarepreise unter Druck

MÜHLHEIM/KÖLN (CW) - Zu unterschiedlichen Bewertungen des deutschen DV-Markts kommen die Experten der Mietfinanz GmbH und des Bundesverbands Büro und Informationssysteme (BVB).

Während die Mietfinanz für 1990 mit einer rückläufigen Ertragslage rechnet, sieht der Branchenverband dem Jahresergebnis optimistisch entgegen: Er prognostiziert rund zehn Prozent Zuwachs.

Eitel Sonnenschein herrscht beim in Bad Homburg ansässigen Bundesverband angesichts der Vorschau auf die Bilanz 1990. Wie die Organisation im Vorfeld der Orgatec in Köln mitteilte, werden Industrie und Handel bis zum Jahresende auf dem deutschen Büro- und Computermarkt um rund zehn Prozent zulegen. Eigenen Erhebungen zufolge erwartet der Verein eine Steigerung von sieben Prozent bei der Hardware, 14 Prozent bei der Systemsoftware und zwölf Prozent im Bereich Dienstleistungen. Spitzenreiter bei den Zuwachsraten wird nach Ansicht des Verbandes die Anwendersoftware mit 21 Prozent werden.

Die Großen der Branche sind die Nutznießer

Weniger positiv sieht dagegen, die Mietfinanz GmbH, Mühlheim/Ruhr, die Tendenz am deutschen DV-Markt in diesem Jahr. Seit dem Frühjahr 1990 hat sich, so die Analyse, ein weiterer Rückgang bei den Investitionserwartungen eingestellt. Insgesamt rechnet die Mietfinanz mit einer Verschlechterung der Ertragslage. Nutznießer der gegenwärtigen Marktsituation, die von einem verschärften Kampf um Marktanteile, starkem Preisdruck und einer sinkenden Zahl von Anbietern gekennzeichnet ist, werden nach Ansicht der Beobachter die Großen der Branche sein.

Unter dem Teileinschluß von Softwareleistungen prognostizieren die Mühlheimer für den DV-Markt in diesem Jahr 25 Milliarden Mark Umsatz, gegenüber 24,1 Milliarden im Vorjahr. Besser stehen dagegen die Aktien im Bereich der Elektrotechnik. Dort schätzt die Mietfinanz den Umsatz für 1990 auf 1994 ( 1989: 185,5) Milliarden Mark. Im Vergleich zum Vorjahr sollen die Erträge um zehn bis elf Prozent steigen. Die Kapazitätsauslastung habe zur Jahresmitte bei 86 Prozent gelegen, wobei sich die veränderte Situation in Ostdeutschland noch nicht spürbar auf den Auftragseingang auswirkte. Im Gegensatz zum DV-Markt zeichnet sich bei der Elektrobranche ein Plus von rund elf Prozent an Gesamtinvestitionen ab.

Einigkeit besteht beim Bundesverband Büro- und Informationssysteme sowie der Mietfinanz jedoch darüber, daß sich durch den Preisdruck auf Hardware und Systeme das Wachstum auf die Bereiche Software und Dienstleistung verlagert. Der Bad Homburger Verband spekuliert 1990 mit einem Marktvolumen von 80 Milliarden Mark, wovon ein Anteil von 45 Prozent auf die Hardware entfallen wird. Der Rest schlägt bei Software und Dienstleistungen zu Buche.

Einen Wermutstropfen seiner insgesamt positiven Prognose hat der BVB-Vorstandsvorsitzende Rudi Häussler jedoch in der Außenhandelsbilanz ausgemacht. Anders als bei der Elektrotechnik Export weist die Außenhandelsbilanz der Büro- und Computerbranche ein Minus auf. Im Vorjahr sei nämlich, so Häussler, einem Import in Höhe von 20,7 Milliarden Mark nur ein Export von 14,4 Milliarden Mark gegenübergestanden. Für die Entwicklung machte der Vorstand den schwachen Dollarkurs, eine Technologielücke der einheimischen Industrie sowie die aggressive Marktpolitik der japanischen Wettbewerber verantwortlich.