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19.03.2004 - 

Verträge von Compaq geerbt

Kanada verlangt 120 Millionen Dollar von HP zurück

MÜNCHEN (CW) - Die kanadische Regierung will von Hewlett-Packard (HP) rund 120 Millionen Dollar rückerstattet bekommen. Grund für die Forderung sind Verträge, die HP mit dem Verteidigungsministerium abgeschlossen hat und die nach Meinung der Regierung nicht vereinbarungsgemäß erfüllt worden sind. Laut HP entbehren die Forderungen jeder Grundlage.

In einem offiziellen Brief vom 9. März 2004 forderte die kanadische Regierung HP auf, bis zum 22. März die verlangten 120 Millionen Dollar zurückzahlen oder Belege dafür vorzulegen, dass Geräte und Dienstleistungen vertragsgemäß geliefert und erbracht wurden. Außerdem solle HP beweisen, dass die Rechnungslegung einwandfrei war.

Die Forderungen an HP wurden erhoben, nachdem eine interne Überprüfung sowie polizeiliche Untersuchungen Unstimmigkeiten bei Rechnungen ergeben hatten, die sich allerdings auf Subunternehmen von HP bezogen. In diesem Zusammenhang war bereits im vergangenen Herbst ein Zivilangestellter im kanadischen Armee-Hauptquartier entlassen worden. Die Verträge hatte noch Compaq abgeschlossen. HP hatte sie durch die Fusion mit Compaq übernommen.

Regierung will alle Informationen

Die reklamierten 120 Millionen Dollar sind nur eine Teilsumme, über die Kanadas Regierung Rechenschaft möchte. Insgesamt fordert sie Informationen über die Lieferung von Waren und Services in Höhe von 277 Millionen Dollar. Über dieses Volumen schloss das kanadische Verteidigungsministerium mit HP respektive Compaq in der Zeit zwischen 1991 und 2003 Verträge ab. (jm)