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09.02.2001 - 

Fünf Tage lang ging nichts mehr

Kanadische Supermarktkette ist von R/3 Retail enttäuscht

FRAMINGHAM/MÜNCHEN (IDG/ CW) - Schon wieder sorgt die SAP-Branchensoftware "R/3 Retail" für Negativ-Schlagzeilen: Nach einem fünftägigen Systemstillstand im Dezember 2000 beschloss Sobeys Inc., Betreiber der mit 1400 Filialen zweitgrößten kanadischen Supermarktkette, die Implementierung abzublasen.

Seit zwei Jahren hatte der in Stellarton, Nova Scotia, ansässige Lebensmitteldistributor daran gearbeitet, die auf der Standardsoftware R/3 basierende Branchenlösung einzuführen. Jetzt entschied CEO Bill McEwan, die Implementierung in der Atlantik-Division und den 30 Konzernfilialen in Ontario einzustellen und die Kosten dafür - knapp 50 Millionen Dollar nach Steuern - abzuschreiben.

Mit dem von seinem Vorgänger übernommenen Projekt erlebte McEwan kurz nach seinem Amtsantritt im November 2000 eine mittlere Katastrophe: Fünf Tage lang waren die Datenbank und das Handelssystem lahm gelegt, was zu teilweise leeren Regalen in vielen ostkanadischen Filialen führte. Laut McEwan war die SAP-Software nicht in der Lage, die "extrem hohe Anzahl von Transaktionen" der Supermarktkette zu bewältigen. Nach McEwans Einschätzung hätte der Rollout von R/3 Retail weitere zwei Jahre in Anspruch genommen. Stattdessen will Sobeys jetzt eine Software einführen, die sich leichter implementieren lässt. Allerdings nannte der CEO weder Hersteller- noch Produktnamen.

Sobeys ist nicht der erste Anwender, der Probleme mit der R/3-Lösung für den Filialhandel meldet. Weitere Beispiele sind die Einzelhandelskette Nash Finch Co., Minneapolis, und die Corporation de Supermercados Unidos in San José, Costa Rica. Zu massiven Verzögerungen kam es bei bei Jo-Ann Stores Inc., Hudson, Ohio, und die Deutsche See GmbH & Co. KG, Bremerhaven, geriet über ein R/3-Retail-Projekt mit ihrem Berater aneinander.