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16.06.1995

Kapazitaet soll sich verzehnfachen lassen IBM nutzt eine Erfindung aus der KFA Juelich fuer Festplatten

JUELICH (CW) - Die IBM wird kuenftig in den Festplatten Technik aus der Kernforschungsanstalt (KFA) Juelich einbauen: Big Blue greift bei den Lesekoepfen auf ein Patent von Peter Gruenberg ueber den "Giant magnetoresistive effect" (GMR = Riesen-Magnetowiderstands- Effekt) zurueck, mit dem sich sehr kleine Veraenderungen in einem Magnetfeld messen lassen.

Bereits vor einem Jahr hatten die IBM-Forscher im Almaden- Forschungszentrum in San Jose zum ersten Mal ueber GMR-Lesekoepfe berichtet. Doch der deutsche Forscher Gruenberg war schneller: Er hatte seine Arbeit am Institut fuer Festkoerper-

forschung in Juelich bereits Ende der 80er Jahre patentieren lassen.

Ein GMR-Lesekopf besteht aus drei Schichten: zwei ferromagnetischen Materialien wie Eisen oder Kobalt, getrennt von einer nichtmagnetischen Schicht aus Chrom oder Kupfer, die nur wenige Nanometer dick ist. Bei einer bestimmten Staerke dieser Trennschicht richten sich die Magnetfelder in den beiden

aeusseren Bereichen antiparallel aus. Diese Konstruktion nimmt wiederum Einfluss auf den elektrischen Widerstand der Zwischenschicht: Die antiparallele Magnetisierung hemmt die Bewegung der Elektronen und erhoeht damit den elektrischen Widerstand.

Wenn aber ein aeusseres Magnetfeld die antiparallele Ausrichtung aufhebt - und dafuer genuegen schon sehr schwache Felder - dann sinkt der Widerstand der Zwischenschicht wieder auf den gewohnten Wert. Eine kleine, aeussere Ursache fuehrt damit zu einer grossen Aenderung des elektrischen Widerstandes, was genau einen empfindlichen Sensor ausmacht.

4 GB Daten passen auf eine 2,5-Zoll-Festplatte

Laut IBM macht der Sensor von Gruenberg 2,5-Zoll-Festplatten mit einer Kapazitaet von 4 GB moeglich. Zum Vergleich: Auf einem vergleichbaren Notebook-Massenspeicher passen heute gerade mal 400 MB Daten. An der Erfindung sind deshalb auch weitere Firmen interessiert. Laut einem Bericht des Brancheninformationsdienstes "Computergram" ist auch die amerikanische Read-Rite Corp. bereits in Juelich vorstellig geworden.

Computergram schreibt weiter, dass die KFA und IBM Stillschweigen ueber die Hoehe der Lizenzabgabe vereinbart haben, doch haette eine Sprecherin des bundeseigenen Instituts in Juelich gesagt, dass die Summe fuer nicht-exklusive Nutzung des Patentes

"nicht schlecht" sei.