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29.06.2001 - 

Enterprise-Portale/Kommentar

Kapital und Rendite

Alexander Freimark Redakteur CW

Es ist traurig: Den Mitarbeitern werden heutzutage immer noch Instrumente an die Hand gegeben, die nur selten geeignet sind, ein modernes Unternehmen anzukurbeln. Interne Portale bilden die Ausnahme, auch wenn ihre Akzeptanz (in großen Firmen) langsam steigt. Stattdessen wird immer noch unsystematisch per Telefon, Fax und E-Mail kommuniziert, und jeder Mitarbeiter muss sich seine Informationen selbst zusammensuchen. Zudem findet kaum eine strukturierte Aufbereitung des vorhandenen Wissens statt.

Dass Portale und Knowledge-Management-Tools durchaus sinnvoll sein können, lässt sich schon alleine an der inflationär verwendeten Floskel "Die Mitarbeiter sind das intellektuelle Kapital unseres Unternehmens" erkennen. Theoretisch mag das sogar zutreffen, die praktischen Konsequenzen dieser Aussage werden jedoch oft vernachlässigt. Betrachtet man genauer, mit welchen Mitteln Unternehmen ihr so genanntes Humankapital für sich arbeiten lassen, wird nämlich deutlich, dass sie damit nur in den seltensten Fällen eine "intellektuelle Rendite" erzielen.

Zwar öffnen auch Enterprise-Portale per se keinen Königsweg zur Anlage des menschlichen Kapitals: Sie müssen angepasst und permanent gewartet werden, die Investitionen sind hoch, und eine plausible Kosten-Nutzen-Analyse ist kaum möglich. Zudem ist die Akzeptanz der Nutzer, das K.o.-Kriterium eines jeden Projekts, nicht automatisch gewährleistet. Folglich gehen Unternehmen den Weg des geringsten Widerstandes und räumen den internen Portalen eine niedrige Priorität ein, so dass dort nicht viel mehr als Telefonlisten und Kantinenpläne zu finden sind. Gerade weil derartige Plattformen hierzulande aber nur zögerlich umgesetzt werden, bieten sie noch einen echten Wettbewerbsvorteil. Eine Website hat inzwischen jedes Unternehmen, Portale hingegen sind ein Luxus, der nebenbei noch eine gute Rendite aus dem intellektuellen Kapital abwirft.