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20.10.1995

Kapitalerhoehung duerfte 1996 die Dividende schmaelern Aktie von SGS-Thomson wurde nach einem Jahr zum Blue Chip

Von CW-Korrespondent Lorenz Winter

Die Aktie des franzoesisch-italienischen Halbleiterfabrikanten SGS- Thomson brachte den Anlegern seit ihrer Boerseneinfuehrung im Dezember 1994 eine Wertsteigerung von ueber 100 Prozent.

Wer an der Pariser Boerse kurz vor Weihnachten 1994 die Aktien von SGS-Thomson zum Stueckpreis von 119,50 Franc (zirka 33 Mark) gekauft hatte, konnte sich freuen: Bis Anfang September dieses Jahres schnellte der Kurs des Papiers auf 272,60 Franc hoch - mit einer Wertsteigerung von 129 Prozent war der Chipfabrikant ein Shooting-Star am sonst eher gedrueckten Pariser Effektenmarkt.

Analysten erklaeren die phaenomenale Entwicklung des Papiers mit dem Zusammenwirken mehrerer guenstiger Faktoren: Der weltweite Halbleitermarkt boomt wie nie zuvor, und ein Ende der Hausse ist noch nicht abzusehen. "Ende 1994 glaubten sogar Fachleute, ihre Wachstumsprognosen nach unten revidieren zu muessen", heisst es dazu beispielsweise bei der Grossbank Societe Generale. "Aufgrund der juengsten Marktuntersuchungen erwarten wir nunmehr mindestens bis Ende 1996 ein unveraendertes Absatztempo."

Obwohl SGS-Thomson sich traditionell von Massenprodukten wie DRAMs (eine Domaene der Japaner und Koreaner) oder Mikroprozessoren (weitgehend von Intel dominiert) fernhaelt, partizipiert der Chiphersteller vom Boom. Schon im Vorjahr meldete der von Pasquale Pistorio gefuehrte binationale Konzern (Nummer 13 der Weltrangliste) einen Umsatzsprung von 30 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar und einen um 126 Prozent hoeheren Gewinn nach Steuern (362 Millionen Dollar). In den ersten neun Monaten des aktuellen Geschaeftsjahres kletterten die Verkaeufe um 33,7 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar und der Gewinn um 41,5 Prozent auf 358 Millionen Dollar.

Endlich zahlt sich fuer das Unternehmen die seit der Fusion der Halbleiteraktivitaeten von SGS und Thomson zuegig betriebene Sanierung aus: In den vergangenen acht Jahren erzielte es einen jaehrlichen Durchschnittszuwachs von 18 Prozent und Produktivitaetssteigerungen von 15 Prozent. Das Publikum haelt heute etwa 17 Prozent vom Kapital der Firma, je 40,45 Prozent gehoeren seinen franzoesischen und italienischen Grossaktionaeren, der Rest liegt bei Thorn-EMI.

Die angekuendigte Aufstockung des Aktienkapitals (siehe CW Nr. 41 vom 13. Oktober 1995, Seite 111: "SGS-Thomson plant zweite Aktienausgabe") wuerde dem Konzern rund 4,5 Milliarden Franc neue Mittel einbringen. Allerdings verbraucht die kapitalintensive Halbleiterbranche den Geldstrom besonders rasch. Schon 1994 investierte SGS-Thomson in die drei neuen Werke von Crolles bei Grenoble, Phoenix/Arizona und Catania auf Sizilien 3,9 Milliarden Franc. Bis Mitte 1995 schoss Pistorio weitere 2,7 Milliarden Franc in seine expandierenden Betriebe - darin noch nicht eingerechnet die vier Milliarden Franc, die fuer eine komplette neue Wafer- Fabrik in Rousset bei Marseille bis Ende 1996 vorgesehen sind.

Die bisherigen Aktionaere brauchen von der jetzt geplanten Kapitalerhoehung dieses Jahr noch keine negative Auswirkung auf den Ertrag je Anteil zu befuerchten, meint das Pariser Brokerhaus Cholet-Dupont. 1996 koennte die Aufstockung des Gesellschaftskapitals um knapp 14 Prozent das Ergebnis je Aktie aber auch bei deutlich besserem Ertrag um etwa vier Prozent schmaelern, schaetzt ein Sprecher der Firma. Wie ueblich nahm die Boerse diese Erwartung bereits vorweg, denn bis Ende September verbilligte sich der Titel um gut fuenf Prozent. Der Kursverfall der Aktie an der Wall Street haengt mit der Korrektur der DV-Werte im allgemeinen zusammen, die dort alle Rueckschlaege hinnehmen mussten. Einen Blue Chip bildet die Aktie des Chipmakers aber auch so immer noch.