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26.11.1982

Kapitel V: Teil 2 Grundsätze für den Datenbank-Einsatz

Die bisherigen DB-Anwender haben unterschiedliche Erfahrungen mit Datenbanken gemacht - manche gute, manche weniger erfreuliche. Eine Erfahrung aber haben wohl alle gemeinsam: es traten mehr Schwierigkeiten auf, und es dauerte länger als erwartet. Allerdings waren die Erwartungen auch manchmal durch externe Zielsetzungen ("Unser neues Abrechnungssystem soll bis dann und dann laufen") überhöht.

Schaffung der personellen Voraussetzungen

Oftmals aber wurden die Erwartungen aufgrund von Mängeln in der prinzipiellen Vorgehensweise enttäuscht. Deshalb möchte ich einige strategische Maßnahmen erläutern, die zu einem effizienten Einsatz und einer langfristigen Stabilität einer Datenbank beitragen - vorausgesetzt, daß für die vorgesehenen Aufgaben eine Datenbank überhaupt erforderlich ist.

Dieser Aspekt besitzt eine Schlüsselrolle beim Datenbank-Erfolg oder -Mißerfolg. Hierbei sind zwei Ausprägungen zu beachten:

1. Schaffung der personellen Kapazität für die Koordinierung und Überwachung aller DB-Aktivitäten.

2. Schaffung des datenbanktechnologischen Wissensstandes aller Beteiligten entsprechend ihren Funktionen.

Beim ersten Punkt handelt es sich um die Rolle des Datenbank-Administrators (oder besser gesagt: des Daten-Administrators"). Es geht hierbei nicht darum, daß wieder ein neuer Posten geschaffen, neues Kompetenzgerangel entstehen und neuer Overhead erzeugt werden sollen. Sondern die DBA-Funktion ist notwendige Konsequenz aus der Konzentration von Aufgaben, die bisher verteilt anfielen, und aus Aufgaben, die man bisher meist vernachläßigt hatte.

Es würde an dieser Stelle zu weit gehen, die Gründe für die

DBA-Funktion weitergehend zu erläutern, doch kann man eines konstatieren:

Eine DBA-Funktion ist innerhalb jeder EDV-Organisation - auch ohne Datenbank - sinnvoll; aber erst die Einführung einer Datenbank zwingt uns dazu.

Weiterhin hat sich sicherlich die Erkenntnis herumgesprochen, daß durch eine Datenbank die Arbeiten verstärkt

auf die Implementierungsphase konzentriert werden. Zugleich verlagern sich damit die Aufgaben auf wenige, aber qualifizierte Mitarbeiter. Aber wie kommt man zu entsprechend qualifizierten Mitarbeitern? Woher bekommt man einen Systemspezialisten oder

einen DBA mit einschlägiger DBMS-Erfahrung? Bei der

wachsenden Anzahl neuer DB-Installationen können wir

kaum erwarten, auf dem Personalmarkt genügend DB-erfahrene Mitarbeiter zu finden.

Damit stoßen wir auf Punkt zwei - nämlich die Schaffung des notwendigen Kenntnisstandes. Hier kann man am falschen Ende sparen. Wir stellen zum Beispiel in unseren IMS-Kursen immer wieder fest, daß Teilnehmer bereits zwei oder mehr Jahre mit IMS gearbeitet haben, aber jetzt erst die Ausbildung erhalten. Sie haben sich bisher irgendwie "durchgewurstelt ".

Die erforderliche Qualifikation der verschiedenen Mitarbeiter, ihr DB-Wissen und damit ihr Ausbildungsbedarf ist recht unterschiedlich. Er hängt auch stark von der Komplexität der eingesetzten DBMS ab. Doch darauf werde ich in einem späteren Kapitel noch näher eingehen.

Aufbau einer organisatorischen Infrastruktur

Wenn viele Leute an der gleichen Sache arbeiten, muß es verbindliche Regeln geben und wenn etwas zentral koordiniert und verwaltet werden soll, müssen verbindliche Prozeduren und Informationswege vorhanden sein. Diese einfachen Sachverhalte auf die konkrete Situation eines Datenbank-Einsatzes bezogen, heißen:

- Man benötigt nicht nur Personen mit den qualitativen Voraussetzungen für einen DBA, sondern man muß auch die Funktion "DBA" schaffen und organisatorisch einbetten. Dazu noch eine Empfehlung: statt einer einsamen Ein-Mann-Abteilung sollte man mehrere spezialisierte Funktionen zusammenfassen und einer Personengruppe zuordnen. Dazu kann man DB-Administration, DC-Administration, Methodenberatung und Systemprogrammierung in einer Gruppe "Systemtechnik" zusammenbringen. Dies gilt zumindest für kleine und mittlere DV-Abteilungen; große Unternehmen können sich für jede dieser Funktionen eine eigene Gruppe leisten.

- Festlegung der Verantwortungsbereiche: wer tut was?

- Aufbau firmenspezifischer Standards, zum Beispiel Namenskonventionen, DB-Beschreibungen, Programmierkonvention, Dokumentationsanforderungen, Benutzungsberechtigungen, Kennwortvergabe und andere.

- Entwicklung von Verfahrensregeln und Prozeduren, zum Beispiel für Programmtest und -übergabe, Datensicherung und Recovery, Test- und Produktionsumgebung, Jobabläufe und andere.

- Erstellung allgemeingültiger Routinen, zum Beispiel Statuscode-Behandlung, Exit-Programme, Prüfroutinen, DB-Audit-Routinen, Logband-Auswertungen, Restartfunktion für Programme und andere.

Wird fortgesetzt