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DBDCDD


24.06.1983 - 

Kapitel X, Teil 4Lohnt sich ein DB/DG-System?

In thematisch zusammen hängenden Beiträgen beschäftigt sich Michael Bauer mit Fragen des Ob und Wie einer Datenbank-Implementierung, der Auswahl eines geeigneten TP-Monitors und der Ausbildungsorfordernisse je nach Benutzerebene Außerdem stehen Themen wie Data Dictionary, Dritte Normalform, neue Hochsprachen und Datensicherheit im Mittelpunkt seiner Eröterungen.

Für ein Datenbanksystem, wird folgender Ausbildungsbedarf notwendig:

- Programmierer: 4 - 8 Tage

- Systemanalytiker: 4 - 12 Tage

- Systemspezialist: 9 - 16 Tage

Auch in diesem Fall bietet eine Methodik-Ausbildung von vier Tagen (zum Beispiel GES-Seminar "DBT") für alle Mitarbeiter eine sinnvolle Grundlage.

Pro Lehrgangstag muß man die heute übliche Kursgebühr von 500 Mark ansetzen. Rechnet man noch Spesen, Reisekosten und Arbeitsausfall hinzu, so kostet ein Ausbildungstag rund 1000 Mark. Damit liegen die Ausbildungskosten je Mitarbeiter zwischen 4000 und 16 000 Mark - nicht eingerechnet die notwendige Übungszeit, um Erfahrung zu gewinnen.

Bei einigen Produkten wird mit der Installationsgebühr auch eine hausinterne Schulung mit abgedeckt, so daß sich in diesem Fall die Ausbildungskosten etwas reduzieren.

4. Implementierungskosten

Hierunter fallen: Schaffung der organisatorischen und personellen Infrastruktur, Standardroutinen und Exit-Programme, Design, Umstellung bestehender Anwendungen.

Dieser Faktor ist produkt- und installationsabhängig, so daß hierfür keine generellen Größenordnungen angegeben werden können. Allein der Aufwand für das Datenbank-Design schwankt um den Faktor 3 in Abhängigkeit vom eingesetzten DBMS.

Der größte Brocken kann dabei die Umstellung bestehender Anwendung bei der Einführung einer Datenbank werden.

5. Programmentwicklung und -test

Die Entwicklungskosten für Dialoganwendungen sind erheblich höher als für Stapelanwendungen. Auch hier können keine festen Faktoren angegeben werden, weil ein Dialogsystem meistens eine mit Stapelsystemen nicht vergleichbare Realisierung darstellt. Bei dem Beispiel, dessen Kostenvergleich in Abbildung wiedergegeben ist, lagen die Entwicklungskosten etwa 60 000 Mark höher.

Bei Datenbankanwendungen kann man davon ausgehen, daß der Programmieraufwand nicht höher ausfällt - aber auch kaum geringer.

6. Administrationsaufwand

Hierzu gehören: Generierung, Wartung, Reorganisation, Systemüberwachung und Tuning. Auch dieser Kostenfaktor ist stark produkt- und installationsabhänging.

Für die Administration des DC-System sollte man bei kleinen und mittleren Installationen 0,5 Mannajahre, bei größeren ein und mehr Manjahre pro Jahr kalkulieren.

Bei Datenbanksytemen schwankt der Aufwand in Abhängigkeit vom eingesetzten Produkt zwischen 0,5 und einem Mannjahr pro Jahr. Bei größeren Instalationen kann er bei zwei und mehr Mannjahren liegen.

Fazit

Der Komfort und die Qualitätsverbesserung der DV-Leistungen durch ein DB/DC-System haben auch ihren Preis. Um einen DC-Einsatz wird kaum ein Unternehmen umhinkommen, weil die Rationalisierung der Verwaltungsarbeit und die Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens auf dem Markt meist deutlich verbessert werden können. Dadurch lassen sich die entstehenden Kosten auch kompensieren.

Die Wirtschaftlichkeit einer Datenbank ist allerdings nicht immer in gleicher Weise nachweisbar; insbesondere wenn man auch mit konventionellen Dateien vergleichbare Ergebnisse erzielen kann. Doch gibt es noch eine Anzahl weiterer, nicht in Geld quantifizierbarer Faktoren, die bei der Beurteilung eines Datenbankeinsatzes herangezogen werden sollten.

Vor und Nachteile eines Datenbanksystems

In Stichworten sollen deshalb die möglichen Vorteile eines Datenbanksystems aufgeführt werden:

- verbesserte Anpassungsfähigkeit der Datenorganisation,

- erhöhte Auskunftsbereitschaft (Zugriffsflexibilität),

- Befriedigung kurzfristigen Informationsbedarfes (Abfragesprache, Endbenutzersystem),

- einfachere Programmierung (bei relationalen DB-Sprachen),

- schnellere Entwicklung zusätzlicher Anwendungen,

- Zwang zur Standardisierung und Methodik in der Datenorganisation,

- höhere Unabhängigkeit von Hardware und Betriebssystem,

- automatische Integritätssicherung der Daten,

- verbesserter Datenschutz (nur bei einigen DBMS)

Auf der anderen Seite sollte man aber auch die möglichen Nachteile eines Datenbanksystems erkennen. Diese sind:

- verringerter Durchsatz beziehungsweise Antwortzeit

- Mehrbedarf an Hardware

- Komplexität und hohe Anforderungen an die Qualifikation der Mitarbeitet

- hohe Implementierungskosten,

- Aus- und Fortbildungsbedarf,

- Umstellungsaufwand für bestehende Anwendungen,

- Totalausfall bei Ausfall des BMS,

- Abhängigkeit vom Lieferanten

- Abhängigkeit vom einmal gewählten DBMS.

Diese Argumente sollen helfen, die Entscheidung für einen DB-Einsatz auf eine rationale Basis zu stellen und Kriterien für die Auswahl eines geeigneten Produktes abzuleiten. Ende der Serie

*Michael Bauer, Leiter des Bereichs DV-Beratung bei der GES-Gesellschaft für elektronische Systemforschung mbH in Allensbach, ist seit vielen Jahren mit der Anwendungspraxis von Datenbank- und Online-Systemen vertraut. Er ist Autor zahlreicher Fachbeiträge zur DB/DC-Thematik.