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19.06.2008

Karriere mit 3D-Welten

Harte Arbeit und ein gutes Team sind gute Voraussetzungen für eine Firmengründung, ist Fabien Röhlinger, einer der Sieger der ersten Demo Germany, überzeugt.

Sein erstes Unternehmen gründete Fabien Röhlinger, CEO und Gründer der Karlsruher Firma Stagespace, 1995 im Alter von 20 Jahren gemeinsam mit seiner damaligen Freundin und heutigen Frau. Neben Veranstaltungen für Unternehmen organisierte das junge Paar mit ihrer Event-Agentur die Zauberauftritte Fabien Röhlingers. Er war eines der jüngsten Mitglieder im Magischen Zirkel Deutschland, dem unter anderen die berühmten Magier Siegfried und Roy angehören: "Die Magie war und ist mein größtes Hobby." Seine Zaubertricks führt Röhlinger noch heute gerne vor, beispielsweise während der Präsentation der 3D-Technologie von Stagespace auf der Innovationskonferenz Demo Germany im Oktober 2007 in München.

Sechs Minuten hatte er Zeit, um die rund 350 Gäste aus Risikokapitalgebern, Analysten, IT-Entscheidern und Vertretern der Wirtschafts- und Fachpresse vom Produkt seines Start-up-Unternehmens zu überzeugen. Die 3D-Technologie von Stagespace ermöglicht es Internet-Portalen und sozialen Netzwerken, individuelle 3D-Welten in ihre Website zu integrieren, ohne diese selbst entwickeln zu müssen. Die auf Java basierende Anwendung lässt sich direkt aus dem Browser heraus starten und läuft ohne Installation zusätzlicher Software auf allen Desktop-Betriebssystemen. "Bislang mussten 3D-Nutzer immer einen Client herunterladen, installieren und sich dann registrieren. Das ist kompliziert und langwierig", erklärt Röhlinger.

Der CEO von Stagespace überzeugte die Zuhörer seiner Präsentation auf der Demo indem er zwei rote Bälle nutzte, um die seiner Meinung nach prägenden Faktoren des modernen Internets zu symbolisieren: Virtuelle 3D-Welten und soziale Netzwerke. Er ließ die beiden Bälle in seinen beiden Ärmeln verschwinden, durch Fingerschnippen wieder auftauchen und vereinte beide "magisch" zu einem größeren Ball. "Mit unserer Technologie verbinden wir virtuelle 3D-Welten und Community zu einem größeren Ganzen", erläutert Röhlinger. Mit Erfolg. Denn das Fachpublikum der Demo kürte ihn zum Gewinner in der Kategorie "Community".

"Die Demo Germany ist eine wichtige Veranstaltung, bei dem wir unseren 3D-Widget erstmals der Öffentlichkeit vorstellen konnten. Der Gewinn des ersten Preises zeigte bestätigte uns in unserem Tun", betont Röhlinger. Positiv in Erinnerung geblieben ist ihm das zweitägige Pitch-Camp der 20 an der DeMO teilnehmenden Start-Ups zur Vorbereitung auf die Präsentation.

"Wir konnten unser Netzwerk erweitern und befinden uns im Kontakt vor allem mit anderen Präsentatoren aus Israel, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Die Demo brachte uns zudem große Aufmerksamkeit in der Presse", resümiert Röhlinger. Das ursprüngliche Ziel, weitere Geldgeber zu gewinnen, hat Stagespace derzeit wegen anderer Prioritäten auf Eis gelegt. Dem CEO zufolge bestehen aber Kontakte zu potenziellen Investoren.

Im Moment konzentriert sich das im März 2007 gegründete Start-up mit seinen zehn Mitarbeitern auf die Weiterentwicklung seiner Technologie und vor allem seines Geschäftsmodells. "Unsere plattformunabhängige 3D-Technologie auf Basis von Java direkt im Browser ist bislang weltweit einzigartig", betont Röhlinger. Mit seiner Lösung adressiert das Unternehmen Communities wie Portale und Dating-Plattformen, aber auch Agenturen, die ihren Kunden damit eine neuartige Plattform für Präsentationen und Events bieten können.

Anders als im Second Life bezieht Stagespace auf der Website maquari.de auch die reale Person hinter den Avataren mit ein. Jedem Avatar ist daher ein Profil hinterlegt, das der Nutzer mit persönlichen Angaben, Fotos und Kontaktmöglichkeiten füllt. So kann sich jeder Nutzer individuell einen virtuellen, dreidimensionalen Raum einrichten, Leute einladen, Bilder anschauen und in Echtzeit mit ihnen kommunizieren. Der Vorteil für die Partner: Da die Nutzer den 3D-Raum im Browser besuchen, bleiben sie auf der Website des Partners; dieser kann dadurch Zusatzdienste anbieten oder Werbung platzieren.

Bislang hat Stagespace über maquari.de mehrere tausend Nutzer gewonnen, verdient aber noch kein Geld und lebt noch - wie im Business-Plan vorgesehen - von den Finanzspritzen der Investoren. "Wir optimieren derzeit unser Geschäftsmodell zum Nutzen der User und Partner", berichtet Röhlinger. Das neue Projekt bailamo.de richtet sich an die Zielgruppe der 16- bis 40-Jährigen und bietet eine leicht integrierbare 3D-Welt mit Gaming, Musik und viel Kommunikation. Durch den Kauf von virtuellen Gütern für reales Geld können die Nutzer Konzerte besuchen, einkaufen oder andere virtuell zu Drinks einladen. Entsprechend wird es eine eigene Stagespace-Währung geben. Zusätzliche Premiumangebote und der Verkauf von Werbeflächen im 3D-Raum sollen weitere Einnahmen bringen.

Optimismus und Hartnäckigkeit

Der Karlsruher Gründer ist überzeugt, dass die Zukunft der sozialen Netzwerke und Communities im Internet in virtuellen 3D-Welten liegt: "Die Leute bewegen sich künftig mit Avataren durch die Community, um Gleichgesinnte zu treffen, mit ihnen zu spielen, an Events teilzunehmen oder ganz einfach mit ihnen zu chatten." Stagespace war bis Anfang 2008 Teil der Karlsruher Eleisure Group, die Röhlinger selbst im Jahr 2005 mit gegründet hat. Insgesamt war der umtriebige Würzburger an der Gründung von fünf Unternehmen aus der Internet-Branche beteiligt. Nur zwei Jahre seines Berufslebens war Röhlinger nach Abitur und Ausbildung zum Eurokaufmann in einem Angestelltenverhältnis tätig.

"Die Festanstellung hat mich nicht besonders erfüllt, da ich zu wenig selbst gestalten konnte. Ich wollte schon immer selbständig arbeiten und eigene Ideen umsetzen", betont Röhlinger. In den mittlerweile elf Jahren als Unternehmer hat er auch Lehrgeld bezahlt. Wichtig sei es, aus seinen Fehlern zu lernen, Ratschläge von anderen Personen anzunehmen und nach Rückschlägen immer wieder aufzustehen. Röhlinger ist sich sicher: "Nur mit einer optimistischen Grundhaltung, viel Selbstvertrauen und einer gesunden Portion Selbstkritik kann man als Unternehmer erfolgreich sein. Man darf nicht blind an eine Idee glauben und muss fähig sein zu erkennen, ab wann beispielsweise ein Projekt nicht mehr funktioniert."

Gründern rät Röhlinger, besonderes Augenmerk auf die Auswahl des Teams zu legen und sich mit kompetenten und selbstbewussten Mitarbeitern zu umgeben. Mit dem vorhandenen Geld von Investoren sollten Start-ups seiner Meinung nach sparsam umgehen und Reserven zurückhalten, bis sich herauskristallisiert, dass das eigene Geschäftsmodell aufgeht. Und: Der Erfolg sei das Ergebnis harter Arbeit und großen zeitlichen Engagements, keine Zauberei.

Demo Germany 2008

Am 15. Oktober 2008 findet die Innovations- und Finanzierungskonferenz Demo Germany zum zweiten Mal statt. Das Besondere ist das Format: Jedes Start-up-Unternehmen hat lediglich sechs Minuten Zeit für die Präsentation seiner Technologie, Powerpoint-Präsentationen sind nicht erlaubt. Den interessantesten Vortrag kürt das Publikum, dem unter anderem I-Entscheider, Risikokapitalgeber, Branchenanalysten sowie Journalisten von Wirtschafts- und Technologiemedien angehören. Weitere Informationen gibt es auf der Website www.demogermany.de.