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09.10.1998 - 

Von der Uni rasch in den Job

Karrierezentrum sucht den direkten Draht zu Studenten

Wie steht es um frühzeitige Praktika, kann ich eine Diplomarbeit bei der Firma schreiben - und vor allem: Welches Einstiegsgehalt ist zu erwarten? Auf diese Fragen finden Studenten im Career Development Center (CDC) eine Antwort.

Mit ehrgeizigen Zielen geht Carena Barkawi frisch ans Werk. Zusammen mit ihrer fünfköpfigen Crew rührt die Geschäftsführerin eifrig die Werbetrommel. "Die Karriere beginnt bereits auf dem Campus" lautet die Philosophie, die sie aus Amerika mitgebracht hat. Die ehemalige Recruiterin der Unternehmensberatung Roland Berger, die in Harvard den Brückenschlag zwischen Hochschulausbildung und Berufspraxis schon praktiziert hat, ist sicher, bis Ende dieses Jahres 35 bis 40 Unternehmen als Sponsoren zu gewinnen.

Praxisnähe durch SAP-Seminare

180 Bewerber für 20 Plätze hatten sich erst jüngst auf ein SAP-Seminar gemeldet, das Barkawi mit dem Lehrstuhl für Organisation an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München auf die Beine gestellt hat. Solche Kurse bringen viel, auch wenn sie keinen Bonus fürs Examen bedeuten. Zum Beispiel tragen Seminare dazu bei, praxisorientierter durch das Studium zu gehen.

"Populäre Irrtümer", kritisiert Barkawi, dominierten nach wie vor. Viele meinten, ohne eine Banklehre sei der Einstieg bei Kreditinstituten unmöglich. Gefragt auf den ohnehin prekären Arbeitsmärkten sind "gute Typen, patent und auf Zack". Wie man ein solcher Kandidat wird, das will CDC den Studenten beibringen.

Die Weichen sind früh zu stellen, meint Barkawi: "Im Silicon Valley ist die Situation bereits dramatisch: Nur zehn Prozent der Nachwuchskandidaten kommen von den US-Universitäten, der Rest rekrutiert sich aus der ganzen Welt." Für die Unternehmen, auch hierzulande, ist es wichtiger denn je, frühzeitig mit den Studenten anzubandeln. Viele nutzen bereits das Hochschul-Marketing, um Kontakte zu knüpfen und sich als attraktive Arbeitgeber zu präsentieren. So entstehen einzelne Kooperationen mit Lehrstühlen, man vereinbart Lehraufträge oder lotst die Besten als Praktikanten ins Unternehmen. Auch die Hochschulkontaktmessen tragen mit dazu bei, daß man früher als sonst auf Tuchfühlung geht.

"Allerdings handelt es sich in der Regel um temporäre Veranstaltungen. CDC dagegen ist eine Einrichtung, die permanent offensteht", erläutert Barkawi. Jeder Student hat die Chance, sich auf einer zweimal im Jahr erscheinenden CD-ROM den Unternehmen zu präsentieren.

Unter Anleitung von CDC-Mitarbeiterin Angelika Kerscher geben die Kandidaten auf einer standardisierten Homepage ihre beruflichen Vorstellungen preis. Umgekehrt können Unternehmen so auf ein Reservoir aus geeigneten Nachwuchskandidaten gezielt zugreifen. Voraussetzung für die Studenten ist das abgeschlossene Vordiplom. "Wir nehmen jeden Bewerber mit Technikaffinität und Persönlichkeit", skizziert Barkawi das Anforderungsprofil.

Winfried Gertz ist freier Journalist in München.